| 00.00 Uhr

Emmerich
Verträge für Umwandlung der alten Kaserne sind unterschrieben

Emmerich. Termine beim Notar ist gewesen. Politik beschließt Bebauungsplan und Flächennutzungsplan. Voraussetzungen für Projektstart sind geschaffen. Von Christian Hagemann

Das Groß-Projekt Emmericher Kaserne ist juristisch auf den Weg gebracht. Am vergangenen Dienstag erklärte der Erste Beigeordnete der Stadt Emmerich, Dr. Stephan Wachs, dass die notarielle Beglaubigung des städtebaulichen Vertrages zwischen der Mona GmbH und der Stadt Emmerich erfolgt sei. Auch der Erschließungsvertrag über das Areal ist von beiden Seiten unterzeichnet worden.

Bekanntlich will die Mona GmbH auf dem alten Kasernengelände ein Gesundheitszentrum bauen (60 stationäre Plätze in der Pflege, Wohngruppen für bis zu 60 Personen, 40 Wohneinheiten betreutes Wohnen) sowie ein Pferdesportzentrum, ein Wohngebiet für Pferdefreunde, Gewerbeflächen und einen großen Discounter. Dieser darf allerdings erst dann gebaut werden, wenn das Gesundheitszentrum fast fertig ist.

Am Dienstag beschlossen die Emmericher Politiker im Rat den Bebauungsplan für den Bereich sowie die Änderung des Flächennutzungsplanes. Beide machen den Weg frei für die Umgestaltung des alten Kasernengeländes.

Dabei herrschte weitgehende Einigkeit unter den Ratsfraktionen. Lediglich die BürgerGemeinschaft Emmerich enthielt sich der Stimme. Und das auf eine Art, die bei den anderen Ratsmitgliedern mit einem Schmunzeln, aber auch mit Unverständnis aufgenommen wurde. Bereits vor einer Woche, als es im Ausschuss für Stadtentwicklung um die Kaserne und die notwendigen Planänderungen ging, enthielt sich die BGE der Stimme. "Mit einer wohlwollenden Enthaltung", wie BGE-Chef Gerd Bartels erklärte. Das wiederholte sich auch am Dienstag und führte zu scharfer Kritik von SPD-Chefin Andrea Schaffeld. "Wie kann man sich bei diesem Projekt wohlwollend enthalten?", fragte sie. "Lehnt sich die BGE im Sessel zurück und wartet, dass es demnächst wieder etwas zu mäkeln gibt?"

Die Umwandlung des alten Kasernengeländes in ein völlig neues Teilgebiet der Stadt Emmerich und wird Jahre dauern. Bauamtsleiter Jochen Kemkes hat bereits vor einer Woche erklärt, dass zehn Jahre vergehen können, bis das komplette Areal umgewandelt worden ist. Die Mona GmbH, die die Kaserne dem Bund abgekauft hat, wird die Fläche abschnittsweise vermarkten.

Deshalb wird es auch immer erst dann Sicherheitszahlungen der Firma an die Stadt Emmerich geben, wenn ein neuer Abschnitt des Areals in Angriff genommen wird. Durch diese Gelder erreicht die Kommune Sicherheit, dass verabredete Leistungen eingehalten werden. Umgekehrt wird nicht die komplette Summe auf einen Schlag fällig, weil dem Unternehmen nicht zugemutet werden soll, bereits jetzt Geld zu hinterlegen für Maßnahmen, die erst in einigen Jahren anstehen.

Wenn alles fertig ist, werden sich die Emmericher an der Bundesstraße an eine neue Optik gewöhnen. Der Wall, der Straße und Kaserne trennt, wird abgebraben, wenn dahinter die ersten Gewerbeansiedlungen stattgefunden haben.

Als eine Ausgleichsfläche für Naturflächen, die verschwinden, wird unter anderem der alte Rheingold-Platz in Borghees mit Bäumen bepflanzt. Hier wird ein Rückzugsgebiet für ein Brutpaar des Baumpiepers geschaffen, das im alten Kasernenareal gesichtet worden ist.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Emmerich: Verträge für Umwandlung der alten Kaserne sind unterschrieben


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.