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Rees
Viele alte Schätzchen zu bestaunen

Rees: Viele alte Schätzchen zu bestaunen
Viele schicke Oldtimer konnten die Besucher inspizieren - und nebenbei noch die "Alltagsmenschen" (l.) bewundern. FOTO: Markus van Offern
Rees. Sehr gut besucht war gestern das Oldtimer-Treffen in Rees. Liebhaber alter Autos kamen voll auf ihre Kosten. Von Michael Scholten

Bis auf Cabrio-Wetter und genügend Stellplätze mangelte es dem vierten Reeser Oldtimer-Treffen an nichts. Ab Mittag mussten die Spätankömmlinge mit regulären Parkplätzen in der City Vorlieb nehmen, denn die Schokoladenseiten der Stadt, die Rheinpromenade und der Marktplatz, waren komplett voll. "Mehr als 250 Fahrzeuge sind nach Rees gekommen", freute sich Mitorganisator Tomas Nienhuysen über die gute Resonanz. Sein eigener Oldtimer, ein zum Buggy umgebauter VW Käfer, stand am Kanuclub und ließ gelegentlich den Motor aufheulen. "Der hat 50 PS, aber die klingen wie 400", sagte Nienhuysen.

In Sichtweite stand ein Magirus Mercur, der laut Besitzer Markus Heynen aus Haffen "ein bewegtes Leben" hinter sich hat. 1964 als Feuerwehrwagen gebaut, wurde er in den 70er Jahren pink lackiert und eroberte als "typisches Hippiefahrzeug" die Welt. Im Innern des großen Wagens riecht man förmlich die Joints, die darin geraucht wurden. Markus Heynen hat den Magirus vor zwei Jahren mit blauer Lackierung gekauft, will ihn "Sahara-Gelb" färben und dann die Wüsten Afrikas durchqueren. "Um sich solch eine Lebensaufgabe aufzubürden, muss man einen an der Klatsche haben", übte sich Markus Heynen in Selbstkritik.

Doch jeder der in Rees ausgestellten Oldtimer, die zwischen 1929 und 1985 gebaut wurden, zeugte von purer Bastellust und Nostalgie ihrer Besitzer. Da blitzte der Chrom und perlte der Nieselregel von Lacken in allen Regenbogenfarben ab. Ein besonderer Hingucker auf dem Marktplatz war der schwarze Mercedes Benz 300, in dem einst Bundeskanzler Konrad Adenauer chauffiert wurde. Doch die Herzen der Besucher schlugen vor allem für die vielen VW Käfer und andere Marken, die einst der kleine Mann fuhr. "So einen hatte ich früher auch mal", war ein oft gehörter Satz an der Rheinpromenade.

Die Oldtimer-Freunde Bocholt waren mit reiferen Modellen von Mercedes und Opel Kadett angereist. An einem hing der 50 Jahre alte Faltcaravan der Firma Alpenkreuzer. Besitzer Hermann Welling aus Rhede genoss den Ausblick aus dem Folienfenster und beantwortete von der trockenen Sitzecke in seinem Faltcaravan viele Fragen zum ungewöhnlichen "Wohnwagen".

Oldtimer-Experte Anton van Londen aus den Niederlanden hatte sich mit graubraunem Anzug, Melone und Pfeife in Schale geworfen und bildete eine optische Einheit mit seinem US-amerikanischen Hupmobile SIX-7. Als er ihn vor Jahren aus Kanada importierte, war der 1929 erbaute Wagen nur eine "braune Rostkruste". Doch zwei Jahre Handarbeit ließen daraus das heutige Schmuckstück werden. Ebenfalls aus den USA stammt der weißblaue Ford Falcon Club Wagon, den der Reeser Harald van Laak am Steiger parkte. 1965 erbaut, kam er 2013 nach Holland und ein Jahr später an den Niederrhein, von wo aus er regelmäßig zu Oldtimertreffen in ganz NRW fährt. Ohnehin bewiesen die vielen Aufkleber und Plaketten an den PS-Schätzchen, wie viele Treffen, Städte und Länder sie schon angesteuert haben.

In Rees soll das Oldtimer-Treffen erst wieder in drei Jahren stattfinden. "Würden die Oldtimer jedes Jahr kommen, wäre das für die Besucher schnell uninteressant", sagt das Organisatorenteam.

Quelle: RP
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