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Emmerich
Viele Blutspender - zu wenige Helfer

Emmerich: Viele Blutspender - zu wenige Helfer
43.000 Blutspende-Termine werden pro Jahr bundesweit durchgeführt. FOTO: dpa
Emmerich. Der DRK Blutspendedienst West nennt sie die "Speerspitze des DRK". Die Rede ist von den ehrenamtlichen Helfern, die sich bei den Terminen um die Spender kümmern. 500 Ehrenamtler gibt es im Kreis Kleve - Neue werden gesucht. Von Antje Thimm

Wer schon einmal Blut gespendet hat beim Deutschen Roten Kreuz, der weiß, dass an einem solchen Spendenvorgang nicht nur Ärzte und Pflegepersonal beteiligt sind, sondern nicht wenige, die mit den Spendenwilligen sprechen und sich um sie sorgen, wenn sie sich nach der Spende ausruhen. Weiter richten sie den kostenlosen Imbiss danach aus, pflegen den persönlichen Kontakt auch über den Spendetermin hinaus und bewirken so, dass der Spender wiederkommt.

Die Rede ist von den ehrenamtlichen Helfern. Stephan Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West nennt sie die "Speerspitze" des DRK. Ohne sie könne das Blutspendewesen nie funktionieren. 200.000 Ehrenamtler in ganz Deutschland sorgen dafür, dass 43.000 Blutspende-Termine pro Jahr bundesweit durchgeführt werden können. Allein in Rheinland Pfalz, NRW und dem Saarland seien 50 Entnahmeteams jeden Tag im Einsatz, immer unterstützt von ehrenamtlichen Helfern. 500 von ihnen sind im Kreis Kleve im Dienst.

Hermann-Josef Kleinen, Vorsitzender des DRK Ortsvereins Goch, betont, dass besonders der persönliche Kontakt zu den Spendern über die Ehrenamtler funktioniere. Zwölf Termine organisiere der Ortsverein Goch jedes Jahr, sie verzeichneten zwischen 1600 und 1800 Spender jährlich. Die meisten seien "Wiederholungstäter", kämen schon jahrelang regelmäßig zur Spende, und das sicher auch, weil die etwa 20 ehrenamtlichen Helfer im Gocher Gebiet den Kontakt zu ihnen pflegen.

Eine wichtige Aufgabe der Helfer ist außerdem das Herrichten der kostenlosen Verpflegung, die jeder Spender nach der Blutentnahme erhält. Hier gibt es viele Variationen: zwischen einfachem Frühstück, Buffet, Grünkohl- oder Reibekuchenessen ist alles möglich. Bei etwa 170 Spendern pro Termin ist dies eine logistische Herausforderung und will gut überlegt sein. Die Helfer erledigen alles über Planung, Einkauf und Durchführung. "Den Empfang der Spender mit Registrierung und Fragebogen ausfüllen übernimmt in manchen Orten auch das Jugendrotkreuz", teilt Thorsten Hemmers, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendedienst West, mit. Er betont auch, dass gerade auf dem Land sowohl mehr Spender als auch mehr Helfer zu finden sind, da dort einfach ein persönlicherer Kontakt zwischen allen Beteiligten herrsche. "Die Landbevölkerung spendet Blut für die Städter", bestätigt Stephan Küpper.

Er verweist auch darauf, dass inzwischen Ehrenamtler und auch Spender immer älter werden, es also wichtig wäre, den Nachwuchs in beiden Bereichen zu sichern. "Junge Menschen haben heute weniger Zeit", so Küpper, jedoch wolle man sie dennoch für den Blutspendedienst gewinnen, um weiterhin gut aufgestellt zu sein. "Die Ehrenamtler sind unsere besten Multiplikatoren", so Hermann-Josef Kleinen, "weil sie den persönlichen Kontakt zu den Spendern herstellen und halten. Davon lebt der Blutspendedienst."

Angesichts der Tatsache, dass täglich in Deutschland etwa 15.000 Blutspenden benötigt werden, ist klar, dass dieser Dienst für die Allgemeinheit von hohem Wert und in den allermeisten Fällen lebensrettend ist. Mitmachen in einem DRK-Ortsverein ist einfach: Alle Infos bekommt man über die Homepage http://www.drk-goch.de.

Quelle: RP
 
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