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Rees
Viele Denkanstöße für Ehrenamtler

Rees: Viele Denkanstöße für Ehrenamtler
Andreas Fritsch (r.), Leiter des Referates Engagementförderung beim Bistums Münster, referierte im Karl-Leisner-Heim über das Thema Ehrenamt. FOTO: DIANA ROOS
Rees. 50 Interessierte informierten sich im Karl-Leisner-Heim, wie man Menschen fürs Ehrenamt mobilisieren kann.

"Ich bringe keine schlauen Tipps mit, ich kann nur Hinweise geben!" Der Leiter des Referates Engagementförderung beim Bistum Münster, Andreas Fritsch, grenzte die Erwartungen der fast 50 Besucher im Karl-Leisner-Heim am Dienstagabend deutlich ein. Die Vorsitzende des Pfarreirates der Gemeinde St. Irmgardis, Gertrud Nyssing, freute sich, dass sich von der Einladung so viele ehrenamtlich Tätige aller katholischen Gruppierungen aus Rees "anstecken" ließen, um sich mit dem Thema "so geht's nicht weiter - Ehrenamt neu sehen lernen!" zu beschäftigen.

Zum Einstieg in die Thematik des Abends forcierte Referent Andreas Fritsch einen Dialog zu den Fragen: "Wie hat sich das Ehrenamt entwickelt? Wie ehrenamtstauglich ist denn ihre Pfarrei?, aber auch, "Welche Erwartungen haben Sie, wenn Sie sich engagieren?" Hierzu erläuterte er die gewonnenen Erkenntnisse aus der aktuellen "Freiwilligen Survey-Studie" von 2014, die von der Teilnehmerrunde kritisch beurteilt wurde. Erstaunlich sei, so Fritsch, dass von 1999 bis 2014 der Prozentsatz der Ehrenamtlichen von 34 bis 43,6 anstieg.

Die Wortbeiträge der ehrenamtlich Aktiven aus den Pfarreien fielen sehr unterschiedlich aus. In Haldern habe - wohl bedingt durch das Altersheim - das ehrenamtliche Engagement zugenommen, während in Haffen ein drastischer Rückgang beklagt wurde. Die Fusion der Kirchengemeinden könne dieses bewirkt haben. Auch in Bienen hat die Motivation für ein Ehrenamt abgenommen. Die fehlende Jugendarbeit wurde beispielsweise als Grund angeführt. "Für zeitlich begrenzte Projekte könne man noch Menschen begeistern, sie wollten sich aber nicht mehr langfristig einbinden lassen", so die Meinung einer Vertreterin des Kirchenchores Rees. Hohe berufsbedingte Mobilität und der kräftezehrende Arbeitseinsatz könnten entscheidende Ursachen für ein rückläufiges ehrenamtliches Engagement sein. Die durch einen Fragebogen zu bewertende Einschätz-ung "Wie ehrenamtstauglich ist unsere Pfarrei?" löste unter den Teilnehmern eine angeregte Diskussion aus. In der Nachbereitung setzten sich die Ehrenamtlichen mit Themen wie Potenziale, Motivation, Anerkennung und Wertschätzung auseinander. Fritsch zog das Fazit: "Die Gewinnung Ehrenamtlicher ist nur durch persönliche Ansprache erfolgversprechend".

"Wird das Thema in unserer Kirchengemeinde jetzt aufgenommen?", war eine gezielte Frage an Pfarrer Michael Eiden. "Mit den Pfarreiräten müsse man ins Gespräch kommen und die Problematik sensibilisieren", antwortete er.

"Meine Erwartungen an den heutigen Abend sind erfüllt", merkte Gottfried Jansen vom Pfarrgemeinderat Millingen an. "Ich nehme viele Denkanstöße mit. Wunder sind aber nicht zu erwarten. Ich sehe, dass ein Stein ins Wasser gefallen ist."

(Het)
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