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Emmerich
Virus legt "pro homine"-Computer lahm

Emmerich: Virus legt "pro homine"-Computer lahm
Gut vier Stunden habe es gedauert, bis IT-Fachleute den Virus im Emmericher Willibrord-Spital eingegrenzt hatten und die Systeme wieder zum Laufen brachten. FOTO: Archiv
Emmerich. Über das Internet wurde am Dienstag ein Virus in die Verwaltungscomputer der Krankenhausgesellschaft eingeschleust. Der medizinische Betrieb lief reibungslos weiter. Offenbar war es kein gezielter Hacker-Angriff. Von Markus Balser

Ein Virus, gegen den es keine Medizin gibt, hat am Dienstagnachmittag die Verwaltungs-Rechner der Krankenhausgesellschaft pro homine lahm gelegt. Er führte dazu, dass keine E-Mails mehr abgerufen werden konnten, auch der Zugriff auf gespeicherte Verwaltungs-Dateien war nicht mehr möglich. Da die pro homine ein großes Netzwerk betreibt, waren alle Standorte der Dachgesellschaft betroffen.

Nach Angaben von pro homine-Sprecher Gerd Heiming konnte der medizinische Betrieb jedoch reibungslos weiterlaufen. Patienten konnten weiterhin operiert, neu aufgenommen oder entlassen werden. "Die medizinischen Systeme waren nicht betroffen, auch auf Patientendaten wurde nicht zugegriffen", erläuterte Heiming gestern der RP.

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Wie der Sprecher weiter erklärte, konnte das Problem vergleichsweise schnell behoben werden. Gut vier Stunden habe es gedauert, bis IT-Fachleute den Virus eingegrenzt hatten und die Systeme wieder zum Laufen brachten.

Nach ihrer Einschätzung handelte es sich dabei um einen "normalen Internet-Virus" und nicht um einen gezielten Angriff von Hackern, wie er offenbar in der vergangenen Woche mehrere Krankenhäuser in der Region ereilt hatte. Unter anderem waren Hospitäler der Karl-Leisner-Gesellschaft in Kleve und Kevelaer sowie weitere Krankenhäuser in Neuss, Mönchengladbach und Essen Ziel von Cyber-Attacken geworden. Welchen Hintergrund sie haben und woher sie stammen, ist unklar. Das LKA ermittelt.

Ausgelöst wurden die Angriffe der letzten Tage durch das Öffnen eines E-Mail-Anhangs. Das dürfte vermutlich auch bei pro homine der Fall gewesen sein. Die Krankenhausgesellschaft hatte bereits in der letzten Woche ihre Mitarbeiter über ihr Intranet davor gewarnt, Anhänge unbekannter E-Mail-Versender zu öffnen oder USB-Sticks unklarer Herkunft zu verwenden.

Dabei sind die Krankenhäuser ohnehin schon für das Problem sensibilisiert. Da nicht nur Patientendaten geschützt werden müssen, sondern auch die Versorgung der Patienten selbst von Computersystemen abhängig ist, sind besondere Sicherheitsmaßnahmen notwendig, um die digitale Infrastruktur vor Eingriffen von außen zu bewahren. "Wie alle größeren Unternehmen haben wir natürlich verschiedenen Firewalls. Im vergangenen Jahr haben wir darüber hinaus noch zusätzliche Maßnahmen getroffen", so Heiming.

Übers Internet eingeschleuste Viren habe es bei pro Homine auch in der Vergangenheit schon gegeben, einen gezielten Angriff von Hackern jedoch noch nicht, so Heiming weiter.

Quelle: RP
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