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Rees
Volksbank will selbstständig bleiben

Rees: Volksbank will selbstständig bleiben
Gastredner Dr. Hajo Schumacher (2.v.l.) mit Ralf van Bruck (l.), Wim Abbing und Holger Zitter (r.). FOTO: Flintrop
Rees. Bei der Vertreterversammlung der Volksbank Emmerich-Rees blickte der Vorstand auf ein "zufriedenstellendes Geschäftsjahr" zurück. Von Michael Scholten

"Wenn man uns Geld dafür abnimmt, dass wir Geld haben, dann ist das eine verrückte Welt", waren sich die Vorstandsmitglieder Holger Zitter und Ralf van Bruck einig. Bei der Vertreterversammlung der Volksbank Emmerich-Rees drückten sie ihr Unverständnis für Negativzinsen aus. Dennoch würden diese wohl auf absehbare Zeit zur "Normalität" im Bankgeschäft werden. Die jüngsten Einbußen durch Niedrigzinsen und andere "geldpolitische Tiefschläge" auf deutscher und internationaler Ebene bescherten auch der Volksbank Emmerich-Rees "weniger rosige Zeiten" als früher.

Dennoch blickte der Vorstand auf ein "zufriedenstellendes Geschäftsjahr" zurück. Das Gesamtbetriebsergebnis betrug 7,167 Millionen Euro, der Jahresüberschuss lag bei über 1,9 Millionen Euro. Die genossenschaftliche Ausschüttung an die mehr als 21.000 Eigentümer beträgt - nach einem speziellen Punktesystem - bis zu 109,12 Euro. Bezogen auf das Geschäftsguthaben entspricht das einer Durchschnittsrendite von 15 Prozent.

In elf Geschäftsstellen in Emmerich, Rees und Isselburg betreuen derzeit mehr als 200 Angestellte fast 40.000 Kunden, darunter 1436 neue Mitglieder. Das Kundenwertvolumen stieg um zirka 50 Millionen auf fast 1,3 Milliarden Euro. Holger Zitter führte dies auf die lobenswerte Anzahl der Filialen und gut ausgebildeten Mitarbeiter zurück. Sie seien weiterhin das "zentrale Bindungselement" zwischen Banken und Kunden. Deshalb seien 2015 auch wieder mehr als sechs Millionen Euro in den Umbau und Neubau der Filialen geflossen, während die Personalkosten bei zehn Millionen Euro lagen. Parallel werde aber das Online-Angebot ausgebaut, weil dies auch auf lokaler Ebene immer stärker genutzt werde.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wim Abbing attestierte der Volksbank Emmerich-Rees, "auf außerordentlich guten Füßen zu stehen", dennoch müsse sie sich auf "schwierige wirtschaftliche Zeiten" vorbereiten. Vorstandsmitglied Holger Zitter verteidigte die neue Gebühr von 38 Cent, die bei Bewegungen auf bestimmten Konten anfällt: "Wir verstehen den Ärger einzelner Kunden, aber in der Niedrig- und Negativzinsphase müssen wir kostendeckend arbeiten." Zugleich betonte er, dass die Volksbank "selbstständig bleiben" und nicht "von Düsseldorf oder anderswo bestimmt" werden wolle. Kritik übte er an der Fusion der Sparkasse Emmerich-Rees, Kleve und Straelen und der Aufstockung des Eigenkapitals aus öffentlichen Kassen. "Für die Sanierung von Banken sind keine Kommunen, Kreise oder Staaten zuständig", sagte Zitter und dankte dem Reeser Stadtrat, der sich gegen diese Maßnahme ausgesprochen hatte. Emmerich investierte zwölf Millionen Euro in die Aufstockung. Laut Holger Zitter zahlte die Volksbank Emmerich-Rees in den letzten drei Jahren 6,7 Millionen Euro Gewerbesteuern an die Kommunen, währen die Sparkasse 2013 nur 158.000 Euro und 2014 nur noch 4000 Euro Steuern gezahlt habe.

Die Vertreter im Reeser Bürgerhaus bestätigten die Aufsichtsratsmitglieder Karl Baumann und Heinz Lukkezen einstimmig in ihren Ämtern. Ebenfalls einstimmig wurde Horst Derksen in den Aufsichtsrat gewählt. Der Geschäftsmann aus Elten ersetzt Erich Baumann, der sein Amt nach 21 Jahren altersbedingt aufgab und mit der Diamantenen Ehrennadel der Volksbank Emmerich-Rees ausgezeichnet wurde.

Im informellen Teil des Abends referierte Dr. Hajo Schumacher beschwingt über das Thema "Restlaufzeit" und wie "ein gutes, lustiges und bezahlbares Leben" im Alter gelingen kann, obwohl unsichere Renten, höhere Lebenserwartung und projektorientierte Berufsanfänger das Gegenteil erwarten lassen.

Quelle: RP
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