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Emmerich
Von Straelen als Au-pair nach Amerika

Emmerich. Linda Knechten wird 13 Monate in der Nähe von Washington D.C. leben, arbeiten und reisen. In Deutschland hat sie Erfahrungen im Babysitten gesammelt. Sie erklärt, wie sie die passende Familie in den USA gefunden hat. Von Bianca Mokwa

Kleve Erst Abitur, dann Amerika, so lautet der Plan von Linda Knechten aus Straelen. Und jetzt geht es bald los, am 5. Juli. 13 Monate wird sie in den USA verbringen. Für sie geht ein Wunsch in Erfüllung, den sie schon sehr lange in sich trägt. Wie es dazu kam: "Wenn ein siebenjähriges Mädchen von seinem Papa Fotos von seiner großen Reise nach New York gezeigt bekommt, dann ist es vermutlich schon rein psychologisch begründet, dass das kleine Mädchen sagt: ,Da will ich auch mal hin!'", analysiert sie sich selbst.

Um sich als Au-pair zu bewerben, hat die 18-Jährige als erstes das Internet befragt. "Wenn man dort recherchiert, kommen gleich die großen Organisationen hoch", sagt die Abiturientin. Für einen Anbieter, "Culture Care", hat sie sich entschieden. Sie fuhr relativ spontan zu einem Info-Treffen nach Düsseldorf. Da gab sie auch ein kleines Interview auf Englisch. Eine Woche später kam der Anruf: "Hast Du noch Interesse?" Klar, hatte sie.

Der nächste Schritt war eine Online-Bewerbung. "Natürlich kamen Fragen wie: Warum möchtest du Au-pair werden? Was erhoffst du dir? Welche Erfahrungen mit Kindern hast du schon?", zählt Linda auf. Eine Voraussetzung war, dass sie 200 Kinderbetreuungsstunden vorweisen konnte. Man müsse aber nicht genau Tag und Stundenzahl angeben, beruhigt Linda. Punkten konnte sie mit Gitarrenunterricht, den sie gegeben hat, und auch ihren sieben Jahre jüngeren Bruder konnte sie angeben. Zusätzlich hatte sie mit Babysitten in der Nachbarschaft angefangen und einen Babysitter-Führerschein erworben. "Den konnte ich auf jeden Fall auch als Referenz angeben."

Dann wurde es richtig spannend. In welche Familie würde es gehen, und vor allem: Wo in Amerika würde sie landen? Vier Familienvorschläge bekam Linda von der Organisation genannt. "Die erste Familie hat sich erst gar nicht gemeldet, mit der zweiten hatte ich zwei Wochen Kontakt, aber da passte die Chemie nicht, die dritte hat sich auch nicht gemeldet", war die zunächst niederschmetternde Bilanz. Aber dann: "Die vierte Familie wollte mich unbedingt haben, und ich fand die auch toll. Dann hat es gepasst."

Die Aufgabenverteilung ist je nach Gastfamilie unterschiedlich. Über Mail oder Skype steht man schon lange vor dem ersten Zusammentreffen in Kontakt. Erst als klar war, zu welcher Familie die Reise gehen würde, musste Linda die Programmgebühr bezahlen. Das waren bei ihr 1299 Euro, Flug und Versicherungen sind enthalten.

Linda wird in der Nähe von Washington D.C. wohnen. "Es ist eine typisch amerikanische Vorstadt, mit Vorgärten, wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt", beschreibt sie ihr neues Zuhause. Auf Google Maps hat sie sich schon einmal angeschaut, wie es dort aussieht. "Ihre" Familie hat drei Kinder im Alter von sieben, fünf und zwei Jahren. Linda wird sie morgens dafür fertigmachen, das Haus zu verlassen, nachmittags bei Hausaufgaben helfen. "Bei mir ist es so, dass sich die Gastmutter um das Essen kümmert. Ich mache nur Snacks", erzählt Linda.

200 Dollar pro Woche zahlt die Familie ihr als Au-pair. Die Hälfte will sie zurücklegen, um den 13. Monat in den USA zu bestreiten, denn den möchte sie mit Reisen verbringen. Auf jeden Fall möchte sie noch an die Westküste, und schon während ihrer Zeit als Au-pair möchte sie an der Ostküste auf Entdeckungstour gehen. In New York macht sie bereits ganz zu Beginn Station. Es gibt eine fünftägige Trainings-School in der Nähe der Stadt, bevor ihr Au-pair-Job richtig losgeht.

Angst vor Heimweh oder Sprachproblemen hat sie nicht. Aber die 45-Stunden-Arbeitswoche, die auf sie zukommt, die sieht sie schon als Herausforderung. "Ich denke, das ist eine Umstellung vom Abitur her in den Arbeitsalltag reinzukommen." Wie das geklappt hat, darüber wird Linda die Leser in Zukunft auf dem Laufenden halten, mit einer Kolumne auf der Fürs-Leben-Seite.

Quelle: RP
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