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Emmerich
Vorschlaghammer als Tatwaffe

Emmerich: Vorschlaghammer als Tatwaffe
An der Rudolf-Diesel-Straße im Industriegebiet in Emmerich nahm die Polizei im Juli 2015 drei Rumänen im Alter von 23 bis 27 Jahren fest, die im Begriff waren, erneut einen Einbruch in eine Spielhalle zu verüben. FOTO: Stade
Emmerich. Die Polizei erwischte im Sommer drei Rumänen, die in die Spielhalle an der Rudolf-Diesel-Straße einbrechen wollten. Die Bande stahl insgesamt 50.000 Euro aus verschiedenen Casinos. Der Sachschaden liegt bei 200.000 Euro. Von Ann-Lea Woitge

Drei Rumänen im Alter von 23, 26 und 27 Jahren wurden in der Nacht des 13. Juli 2015 gegen 1.55 Uhr beim Einbruch in die Merkur-Spielothek in Emmerich von zwei Polizeibeamten erwischt. Die Angeklagten sollen in fünf vorherige Bandendiebstähle dieser Art - in immer wechselnder Zusammensetzung der Bande - verwickelt sein, bei denen Spiel- und Geldwechselautomaten mit Vorschlaghämmern aufgebrochen und Geld in Höhe von insgesamt 50.000 Euro entwendet wurde. Dabei entstand ein Sachschaden von insgesamt 200.000 Euro.

Gestern startete der Gerichtsprozess gegen die Männer. Laut Anklage sollen die Rumänen, die am Montag in Handschellen in den Schwurgerichtssaal auf der Schwanenburg geführt wurden, nachts auf Beutezug gegangen sein. In fünf Fällen schlugen die maskierten Männer mit Vorschlag-Hammer die Spiel- und Geldwechsel-Automaten kurz und klein und entwendeten den Inhalt. In Rees im Casino Royal erbeuteten die Täter aus Spielautomaten und einem Tresor am 24. Mai 2015 rund 30 .000 Euro, in Emmerich am 3. Juli aus drei Automaten der Merkur Spielothek 1800 Euro. Der sechste Versuch scheiterte am 13. Juli in Emmerich.

Laut Kreispolizeibehörde Kleve befanden sich zwei Beamten in Tatortnähe in einem Versteck. Als die Polizisten auffielen, wurde einer der Beamten mit einem Vorschlaghammer verletzt. Wer den Wurf ausübte, ist unklar. Wegen mangelnder Beweise ist die Gewalttat nicht Teil der Anklage. Der Angeklagte Marin (26 Jahre) erlitt bei dem Fluchtversuch Verletzungen durch den Polizeihund am Arm.

Zwei der Angeklagten sind Cousins und kommen aus dem verarmten Slatina in Rumänien und wohnen gemeinsam mit dem anderen Mittäter (ebenfalls aus Slatina) in Duisburg. Beide sind in ihrem Heimatland wegen Diebstahls vorbestraft und stehen unter Bewährung. Seit der Festnahme sind alle in verschiedenen Justizvollzugsanstalten untergebracht, unter anderem Kleve.

Schuldig bekannt hat sich lediglich ein Angeklagter. Er sei bei zwei der sechs bekannten Fälle beteiligt gewesen: Bei dem Einbruch in Emmerich am 3. Juli zum Beispiel. Und er hat gestanden, am 13. Juli erneut in das Casino eingedrungen haben zu wollen, um Geld zu stehlen. Laut seiner Aussage sei er in der Nacht nicht in Besitz einer Schlagwaffe gewesen. Ein Polizeibeamter aus Borken unterstellt ihm aufgrund von Videomaterial der Überwachungskameras der Casinos, auf dem er an unterschiedlichen Tatorten die selbe Hose tragen soll, dass er vermutlich auch bei vorherigen Taten beteiligt war. "Die Einreisedaten beweisen, dass mein Mandant zu Zeiten der vorherigen Einbrüche noch nicht in Deutschland gewesen ist", sagt hingegen der Anwalt des Angeklagten. Die Videos zeigen außerdem, dass jeweils zwischen fünf und sechs Täter beteiligt waren, die in einer Zeit unter zehn Minuten einbrachen und stahlen.

Der nächste Verhandlungstermin ist am 25. Januar.

Quelle: RP
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