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Emmerich
Vrasselt: Mann ertrinkt im Baggersee

Emmerich. Gestern Nachmittag ist ein wahrscheinlich 29-Jähriger im Baggerloch am Schwarzen Weg ertrunken. Rettungsversuche waren gescheitert. Großaufgebot an Einsatzkräften: Taucher und ein Polizeihubschrauber waren an Suche beteiligt. Von Markus Balser

Es waren dramatische Szenen, die sich gestern Nachmittag am Schwarzen Weg abspielten. Gegen 14.40 Uhr versuchten zwei Männer einen Bekannten zu retten, der beim Schwimmen im Baggerloch plötzlich um Hilfe rief und unterging. Keiner der beiden konnte den Mann noch rechtzeitig erreichen. Auch Tauchversuche blieben ohne Erfolg.

Passanten erkannten die Situation, die sich ungefähr zehn Meter vom Ufer entfernt abspielte und informierten die Rettungskräfte. Doch auch ein Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr und DRLG-Tauchern blieb zunächst erfolglos. Trotz Einsatzes von Hubschrauber und Tauchern konnte über Stunden hinweg keine Leiche geborgen werden. Eine Rettungsstaffel der Malteser rückte mit speziell ausgebildeten Rettungshunden aus. Nachdem einer der Hunde von einem Boot aus die Wasseroberfläche abgespürt und angeschlagen hatte, fanden die Taucher der DLRG den Ertrunkenen.

Um wen es sich bei dem Toten handelt, war lange Zeit unklar und stand auch gestern abend noch nicht 100-prozentig fest. Seinen beiden Begleitern war nur der Vorname bekannt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem Unfallopfer um einen 29 Jahre alten Serben handelt, der mit seiner Familie in Emmerich als Asylsuchender lebte. Sollte es sich tatsächlich um den Mann handeln, hinterlässt er Frau und zwei Kinder im Alter von sechs und zwei Jahren. Beamte des Opferschutzes wurden eingeschaltet.

In dem Baggerloch am Schwarzen Weg ist Baden verboten. Dennoch zieht es bei sommerlichen Temperaturen immer viele nach Vrasselt an den See. Das Schwimmen in diesem, stellenweise 20 Meter tiefen Gewässer ist aus mehreren Gründen gefährlich: Der Boden fällt sehr steil ab, durch die Tiefe gibt es beträchtliche Temperaturunterschiede und außerdem befinden sich unter dem Wasser Stahltrossen, auf denen die Bagger zur Abgrabung geführt werden.

An dem Einsatz in Vrasselt waren gestern über 50 Rettungskräfte beteiligt. Neben der Berufsfeuerwehr Duisburg und der Feuerwehr Emmerich auch Taucher der DRLG Weeze und Goch, ein Notarzt, Sanitäter sowie die Helfer der Emmericher Malteser.

Quelle: RP
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