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Emmerich
Waldschule: Wo Kinder gerne lernen

Emmerich: Waldschule: Wo Kinder gerne lernen
Emmerich. Seit 25 Jahren versuchen Jäger, Jungen und Mädchen das Wissen um die heimische Natur näher zu bringen. Von Monika Hartjes

Seit 25 Jahren gibt es die bundesweite Initiative "Lernort Natur". Sie wurde 1991 gegründet. "Es gab damals eine Studie, die besagte, dass es bei Kindern große Defizite gibt in ihrem Wissen über die heimische Natur und die in ihr wirkenden Wechselbeziehungen", erklärt Harald Rix. Jäger gründeten die Initiative, die der fortschreitenden Entfremdung des Menschen von der Natur entgegenwirken sollte. Die Hegeringe vor Ort sollten sich um die Umsetzung kümmern.

Es dauerte zwar einige Jahre, bis entsprechende Konzepte ausgearbeitet waren, Arbeitsmaterialien beschafft und engagierte Leute gefunden wurden, die die Umsetzung von "Lernort Natur" übernahmen und entsprechende Schulungen besuchten, wie man Kinder und Jugendliche anspricht - aber dann ging es los. Ein erstes Projekt war die "rollende Waldschule", eine Einrichtung der Kreisjägerschaft Kleve: ein großer mobiler Wagen, in dem neben präparierten Waldtieren, Fellen und Geweihen verschiedene Spiele zur Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt untergebracht waren. Er wurde auf Schulhöfen, Kindergärtenplätzen oder Stadtfesten aufgebaut.

Der Hegering Emmerich-Rees, Mitglied der Kreisjägerschaft, mit seinem Vorsitzenden Leo Rehm aus Rees war dann 1999 Initiator für die "stationäre Waldschule", eine echte Erfolgsgeschichte. Jährlich werden hier rund 30 Veranstaltungen durchgeführt, mit je 15 Kindergartengruppen und Schulklassen mit ihren Erziehern und Lehrern. Ein bis zwei Erwachsenengruppen kommen auch. Von 1999 bis 2015 wurden rund 7500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut.

Es war der im Jahre 2008 verstorbene Otto Markett, der die stationäre Waldschule 1999 ins Leben rief und sie auf seinem Hof in Praest einrichtete. Zunächst wurde hier die rollende Waldschule mit genutzt, im Jahr 2004 wurde ausgebaut. "Das geschah mit dem Geld des Bürgerpreises, womit unsere Waldschule im Jahre 2002 von der Sparkasse Emmerich-Rees ausgezeichnet wurde", erzählt Rix. Es entstand ein Raum mit Platz für etwa 250 Präparate, Modelle, Ausbildungsmaterialien und Arbeitsmitteln und ein Besucher-WC. Hinzu kamen größere Arbeitsbereiche, Biotope und auch die technische Ausstattung zur Bild- und Tonübertragung. Neben Otto Markett waren unter anderem Heike Pollmann und Barbara Krumpholz als Ehrenamtler hier aktiv. Seit vielen Jahren dabei und zum aktuellen Team gehörend sind Harald Rix, Hans Wittenhorst, Herbert van den Busch und Hans Surink. Unterricht in Sachen Natur geben sie nicht nur in der stationären Waldschule, sondern starten auch Projekte in Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen, in Altenheimen, beim Kinderbibeltag, in Frauenkreisen und beteiligten sich am Hetterprojekt "Life - Uferschnepfe".Jedes Teammitglied investiert 250 bis 300 Stunden pro Jahr.

Neben den Erlebnistagen in der Waldschule, in denen "Hase & Co" vorgestellt oder Tiere im Versteck aufgespürt werden, führen die Jäger Nistkastenbau-Projekte, Vater-Kind-Tage, Ferienprogramme, Sinnes-Erleben für Menschen mit Behinderungen und virtuelle Waldspaziergänge durch.

Dankesbriefe von Kindern und Lehrern zeigen, wie gut das Waldschul-Programm ankommt. Außerdem wurde die Initiative 2011 mit der Ehrenurkunde der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung ausgezeichnet und 2010 wurde "Lernort Natur" offizielles Projekt der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

Quelle: RP
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