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Emmerich
Warum es am Rhein so schön ist

Emmerich: Warum es am Rhein so schön ist
Bis zum 10. Juni sind die gut 140 Bilder der Promenade noch im Rheinmuseum zu sehen. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Im Rheinmuseum wurde gestern eine unterhaltsame Ausstellung über Emmerichs "Schokoladenseite" eröffnet. Von Monika Hartjes

Zehn Jahre wird die neue Rheinpromenade in diesem Jahr alt. Grund genug, eine entsprechende Ausstellung im Rheinmuseum zu präsentieren. Auf rund 140 Bildern, die Museumsleiter Herbert Kleipaß zusammenstellte, wird ihre Geschichte unterhaltsam dokumentiert. Dazu können sich die Besucher einen etwa 20-minütigen Film anschauen. Zahlreiche Besucher kamen am Sonntag zur Eröffnung der Bilderausstellung "Die Promenade von Emmerich am Rhein".

Die Rheinpromenade sei früher nur eine Rheinuferstraße gewesen, an der vor allem gearbeitet wurde. Dort wurden Schiffe ein- und ausgeladen. "Es gab viele Kneipen, auch welche, an denen die Schiffer ihre Post abholen konnten", sagte Herbert Kleipaß in seiner Einführungsrede. In den 1960er Jahren schaffte man dann den ersten Schritt zu einem Freizeitraum. "Im Juni 1967 wurde die Rheinpromenade nach dem Umbau eröffnet mit Blick auf die längste Hängebrücke Deutschlands. Der Rheinuferweg lud zum Prominieren ein, die Gastronomie veränderte sich von Kneipen zu Speiselokalen." Die Speditionen wurden immer weniger und von den zehn Zollbooten, die 1980 noch im Einsatz waren, wurden viele für Grenzflüsse in den Osten verkauft.

Vor dem zweiten Umbau gab es viele Diskussionen um die Gestaltung, ob Autos dort fahren dürfen, wie der Hochwasserschutz aussehen soll und die Anleger. Am 20. April 2007 wurde die neue Rheinpromenade eröffnet und drei Tage gefeiert. "Vieles ist gelungen und Tausende von Besuchern kamen seitdem zur schönsten Rheinpromenade der Welt", so Kleipaß.

Auf 25 Tafeln ist die Vergangenheit des Rheinuferweges bis etwa 1960 zu sehen. Diese hatte Herbert Schüürman zusammengestellt, sie bilden den Grundstock der Ausstellung. Unter anderem gibt es vier Tafeln mit Bildern von alten Stichen und drei Tafeln mit Ansichtskarten. "Die Rheinpromenade ist wohl eines der am meisten fotografierten Motive in Emmerich", sagte Kleipaß. "Wie die Promenade heute aussieht, kann sich jeder selber anschauen."

So mancher schwelgte in Erinnerungen beim Betrachten der Fotos. Da sind die Badefreuden in der Badeanstalt im Rhein zu sehen, die Verkehrsverbindung nach Kleve per Fähre und Straßenbahn und Hochwasserbilder. "Ich weiß noch, wie wir bei Hochwasser die Post über Bretterwege und Hinterhöfe verteilen mussten", erzählte Postbote Manfred Mölder. Dr. Hajo Ebben, der sie "jeden Tag vor Augen hat", weil er jetzt an der Promenade wohnt, meinte: "Das war eine gute Idee, diese Ausstellung zu machen." Bürgermeister Peter Hinze beeindruckten die schönen Häuser, die dort standen. "Schade, dass sie im Krieg zerstört wurden." Aber auch kritische Fotos mit Müll, Unkraut, Hundekotbeutel, Graffitis und bemalten Strandkörben sind in der Ausstellung zu sehen.

Sehenswert ist der Film, der mit Bildern der alten Zollstelle im Jahr 1840 beginnt und auch den Eisgang 1891 zeigt. Der erste Ausbau vor etwa 50 Jahren ist hier ebenso in bewegten Bildern dokumentiert wie die Blumenkübel zur Verkehrsberuhigung und der völlig überschwemmte Rheinpark beim Hochwasser Anfang der 90er Jahre. "Eine sehenswerte Ausstellung, nicht nur für Emmericher", lobte Leonie Pawlak.

Die Ausstellung "Die Promenade von Emmerich am Rhein" läuft bis zum 10. Juni. Öffnungszeiten im Rheinmuseum sind: Sonntag bis Mittwoch von 10 bis 12.30 und 14 bis 16.30 Uhr, Donnerstag von 10 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 12.30 Uhr. Das Museum ist am Samstag geschlossen.

Quelle: RP
 
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