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Rp-Serie Heimat
Warum Heimat ein Ort und ein Gefühl ist

Emmerich. Drei Wochen lang erzählen wir ab kommendem Montag Geschichten vom Genießen, Erleben und Entdecken. Von Christian Hagemann und Barbara Grofe

emmerich/Rees/Isselburg Schiffe auf dem Rhein, Freunde treffen an der Promenade, die Brücke im Sonnenuntergang. Heimat kann schön sein. Leere Geschäfte, Löcher in den Straßen, Betrunkene auf den Parkbänken. Heimat kann auch manchmal hässlich sein. Sie darf es sogar. Denn Heimat ist dort, wo wir zuhause sind, wo wir Freunde und Familie haben. Die Idylle ist es nicht immer.

Deshalb kann man sich vielleicht an eine neue Stad gewöhnen, weil es zum Beispiel der Beruf mit sich bringt. Doch zur Heimat muss sie nicht zwangsläufig werden. Daher gilt umgekehrt die These, dass Menschen sogar Fremde in der Stadt sein können, in der sie geboren worden sind.

Gestützt wird die These durch den Umkehrschluss: Wie viele Menschen mag es in den Heimatvereinen geben, die zugezogen sind? Die sich aber hier zuhause fühlen und mithelfen, ihre Heimat schöner zu machen.

Heimat kann sich in der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft ausdrücken. Beispielsweise in einem Schützenverein. Junge Frauen und Männer finden seit Jahren wieder Gefallen daran. Sie feiern ihre Feste mit einer frischen Ungezwungenheit Junge Frauen schießen wie selbstverständlich auf den Holzvogel, die Männer empfinden das als ebenso normal wie die Frau, die sich eine Königin erwählt. In ihrem Heimatdorf feiern alle mit. Weil das Paar Teil der Gemeinschaft ist.

Heimat ist deshalb auch immer ein Ausdruck der gesellschaftlichen Reife. Und Heimat ist konservativ im besten Sinn. So wie die Menschen in Haldern, die ein Musikfestival auf die Beine stellen, ihre Traditionen im Dorf bewahren wollen und stolz sind auf ihre heimischen Händler.

Wir schauen deshalb nach Emmerich, Rees und Isselburg und erzählen Geschichten vom Genießen, vom Entdecken und Erleben. An jedem Erscheintag in den kommenden drei Wochen geht es bei uns um das, was Ihr Leben in Emmerich, Rees und Isselburg bunt und liebenswürdig macht. "Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl", hat Herbert Grönemeyer vor vielen Jahren gesungen - und er liegt damit nicht falsch. Ja, Heimat ist ein Gefühl. Und doch, Heimat ist selbstverständlich auch ein Ort. Heimat ist zu schade, um sie auf eins von beiden zu reduzieren.

Quelle: RP
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