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Ulrike Düsseldorff
Was die Natur zu bieten hat

Ulrike  Düsseldorff: Was die Natur zu bieten hat
Ulrike Düsseldorff in ihrem Haffener Garten. FOTO: m. van Offern
Emmerich. Momentan blühen nicht nur die Gärten in schönster Pracht, sondern auch viele Kräuter. Ulrike Düsseldorff aus Haffen ist dafür Expertin. Die ausgebildete Kräuterfachfrau schätzt vor allem das große Wirkungsfeld dieser Pflanzen.

Wie viele Kräuter haben Sie in Ihrem Garten in Haffen?

Ulrike Düsseldorff Es dürften um die 100 Sorten sein. Dazu gehören bekannte wie Petersilie, Rauke und Ringelblume, aber auch Arnica, Cistrose oder Schafgarbe und auch wilde Kräuter wie Giersch, Vogelmiere, Labkraut oder Wegwarte.

Was fasziniert sie an Kräutern?

Ulrike Düsseldorff Man kann sie in so vielen Bereichen des Lebens einsetzen, dass das Thema einfach schier unerschöpflich ist.

Bei Kräutern denke ich in erster Linie ans Essen.

Ulrike Düsseldorff Das ist sicherlich auch ein sehr wichtiger Aspekt. Aber da gibt es noch viel mehr. Zum Beispiel den Bereich Wellness. Aus vielen Kräutern lassen sich Massageöle oder Cremes herstellen, die zum Wohlbefinden beitragen. Als Kräuterfachfrau darf ich zwar nicht heilen, aber es gibt auch viele Pflanzen, die sich zur Linderung kleinerer Beschwerden einsetzen lassen und den Körper hilfreich unterstützen. Etwa in Öl eingelegtes Johanniskraut, das sich abends gut gegen einen Sonnenbrand einsetzen lässt. Johanniskraut hilft aber auch bei Magen-Darmbeschwerden, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Oder Sie nehmen ein Insektenspray aus Spitzwegerich und Citronella. Mit vielen Kräutern kann man versuchen, sich erst einmal selbst zu helfen, bevor man zu einem Arzt gehen muss.

Wie unterscheiden sich Wildkräuter von kultivierten?

Ulrike Düsseldorff Sie sind besonders wertvoll, weil sie ursprünglicher sind. Sie enthalten oft mehr Vitamine oder Spurenelemente. Und sie sind oftmals auch der Urheber für synthetische Medikamente. Nehmen Sie die Weidenrinde, deren Wirkstoffe das Aspirin seinen Erfolg verdankt. Bei vielen Wildkräutern wissen die meisten gar nicht, dass man sie auch nutzen kann, wie etwa die Brennnessel, die viel Spurenelemente, Eiweiß, Vitamine und Kieselsäure enthält. Wildkräuter zum Salat oder im Salz sind nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund.

Muss man bei Kräutern ähnlich wie bei Pilzen auch aufpassen, dass man nicht die falschen erwischt?

Ulrike Düsseldorff Bei Wildkräutern auf jeden Fall. Vor allem bei Doldenblütlern, die auch giftig sein können. Deshalb sollte man Vorsicht walten lassen, wenn man raus in die Natur geht.

Haben Sie eigentlich auch ein Lieblingskraut?

Ulrike Düsseldorff Das wechselt immer, aber eines, das mir schon immer ans Herz gewachsen war, ist der Engelwurz. Er ist eher unbekannt, aber eine sehr imposante, große Pflanze. Man kann sie bei Bronchial- oder Magen-Darmbeschwerden einsetzen. Dazu wirkt sie auch sehr erdend und seelisch stabilisierend, was sich gut bei einschneidenden Lebensveränderungen nutzen lässt.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE RP-REDAKTEUR MARKUS BALSER

Quelle: RP
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