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Rees
Wenn der Vollblutpädagoge geht

Rees: Wenn der Vollblutpädagoge geht
FOTO: Markus van Offern (mvo)
Rees. Und noch ein Abschied: Nach elf Jahren verlässt Hendrik Snethkamp das Gymnasium Aspel. Der stellvertretende Schulleiter wird Direktor eines Gymnasiums in Münster. Der 38-Jährige hatte in Rees den bilingualen Zweig aufgebaut. Von Michael Scholten

"Als er freudestrahlend in mein Büro kam und hinter sich die Tür zum Flur und zum Sekretariat schloss, wusste ich: Jetzt kommt die Nachricht, die ich nie hören wollte", sagte Schulleiter Klaus Hegel bei der Verabschiedung seines Stellvertreters Hendrik Snethkamp. Der 38-Jährige wechselt nach elf Jahren am Gymnasium Aspel der Stadt Rees zum 1. August als neuer Schulleiter an das Ratsgymnasium in Münster.

"Thank you and Farewell" hieß es daher in einer emotional-heiteren Feierstunde für den "herausragend engagierten Vollblutpädagogen und Teamplayer", wie ihn seine Kollegin Annette Kopka-Niehues nannte. Schulleiter Klaus Hegel beglückwünschte die Schulkonferenz in Münster zu ihrer "hervorragenden Wahl", bedauerte aber zugleich, einen "kollegialen Freund" zu verlieren. "Wer soll mich denn jetzt bremsen?", fragte Hegel mit einem Augenzwinkern. Auch Bürgermeister Christoph Gerwers sprach von einem "herben Verlust" für das Reeser Schulwesen.

Hendrik Snethkamp, der in Münster und Großbritannien studierte, Referendar in Moers und am Studienseminar Kleve war und 2004 als Lehrer für Englisch und Geschichte nach Rees kam, habe das Gymnasium Aspel maßgeblich mitgestaltet. So gehe unter anderem der bilinguale Zweig auf ihn zurück, auch die internationale Ausrichtung der Schule und des Unterrichts sei zu großen Teilen sein Verdienst. "Ich hoffe, dass wir die freie Stelle möglichst kurzfristig mit einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin besetzen können, die das gleiche Engagement zeigt", sagte der Bürgermeister.

Neben Klassik und Pop von Schülerseite trug auch ein Lehrerchor zur musikalischen Untermalung bei. "God save the Queen", sangen die Kollegen für Hendrik Snethkamp. Stellvertretend für die Fachschaften Englisch und Geschichte schenkten Cordula Hübner und Marc Lauer lobende Worte und ein "very british" Geschenkpaket, die Schülervertreter Mara Woltermann und Hendrik van der Linde gaben ein "Schulleiter-Starterpaket" mit auf den Weg. Sie betonten: "Die Schüler in Münster werden von einem kompetenten und engagierten Lehrer profitieren, den wir hier sehr vermissen werden."

Hendrik Snethkamp gab das Lob zurück: "Bei Besuchen in Großbritannien und den Niederlanden wurde ich oft gefragt, wo ich solch pflegeleichten Schüler her habe." Abschließend setzte der Pädagoge auf "Wortschatzeinführung durch Realien" und lud mit Trink- und Geselligkeits-Zitaten aus Shakespeares Gesamtwerk zum Umtrunk ein. Jedoch betonte er, dass er von Schicksalen, wie sie Macbeth und Julius Cäsar erlitten, in Münster lieber verschont bleiben möchte.

Quelle: RP
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