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Emmerich
Wenn Hunde Menschenleben retten

Emmerich: Wenn Hunde Menschenleben retten
Die Hundestaffel der Malteser veranstaltete mit dem Technischen Hilfswerk ein offenes Trümmertraining im Rheinpark Emmerich. FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. Zum Internationalen Tag des Rettungshundes zeigte die Hundestaffel der Emmericher Malteser, was ihre Tiere alles können. Die Anforderungen an die Tiere sind hoch, sie müssen sich lange konzentrieren können. Von Monika Hartjes

Sie werden eingesetzt in Katastrophengebieten bei Erdbeben, Lawinenabgängen, Unfällen und für die Suche nach Kindern und verwirrten Personen. Am Sonntag war der Internationale Tag des Rettungshundes. Das nahmen die Malteser Emmerich zum Anlass, um mit ihrem Rettungshundeteam im Rahmen von Vorführungen im Rheinpark die Arbeit der Retter auf vier Pfoten vorzustellen. Der Hundestaffel der Malteser Emmerich gehören zehn Männer und Frauen an, wobei jeder bis zu drei Hunde hat, die regelmäßig trainiert werden. "Jeden Samstag treffen wir uns mal im Wald, am Wasser oder in einem Trümmergelände, um mit den Hunden zu üben", sagte Anke te Kempel, die seit gut einem halben Jahr gemeinsam mit Hund "Olli" der Hundestaffel angehört.

Die Mitglieder des THW hatten einen Parcours mit großen Holzkisten, Gerüsten in verschiedenen Ebenen, die nur über schräg gestellte Gitterroste oder Leitern zu erreichen waren, und andere "Hindernisse", die auf Trümmergeländen zu finden sind, aufgebaut. Eine erste Aufgabe für die Hunde war es, Kinder aufzuspüren. Der Nachwuchs hatte dabei sichtlich Spaß, durfte er sich doch in den Kisten verstecken. Dackel Joep meisterte die Aufgabe nach wenigen Minuten. Er setzte sich neben das Versteck, in dem die Kinder saßen, und zeigte durch Bellen an, dass er sie gefunden hatte. Zur Belohnung bekam er eine Beißwurst, ein sogenanntes Dummy. Das wurde bei Frauchen Thea van Beek, die sehr zufrieden mit ihrem Vierbeiner war, dann gegen eine Leckerei "eingetauscht". Auch der achtjährige Labrador Luuc war der Aufgabe gewachsen. Seit drei Jahren gehört er mit seiner Besitzerin Gemma Bouwman der Emmericher Hundestaffel an. "Wir hatten bisher drei Einsätze, haben unter anderem nach vermissten Personen gesucht, die an Demenz erkrankt waren", erzählte sie.

Ausbildungs- und Einsatzleiterin Linda van Wakeren war zufrieden mit ihren zweibeinigen und vierbeinigen Schützlingen, die von den Zuschauern mit Applaus für eine gelungene Vorführung bedacht wurden. "Das ist hier nicht so einfach, weil durch das Publikum viel Ablenkung besteht", erklärte die Niederländerin, die aus Arnheim kommt und seit rund 40 Jahren mit Rettungshunden arbeitet. Sie hat vier eigene Hunde, einen Labrador und drei Malinois zwischen drei und 14 Jahre alt. "Es gibt verschiedene Einsätze, wofür die Hunde ausgebildet werden", sagte sie. Da gibt es die Trümmersuchhunde, die verschüttete Menschen aufspüren, die Mantrailer, die anhand eines aufgenommenen Geruches suchen oder auch die Wasserhunde, die für die Suche nach ertrunkenen Personen eingesetzt werden. Die Anforderungen an die Tiere sind hoch, sie brauchen einen starken Spieltrieb, müssen sich über längere Zeit konzentrieren können, willensstark sein und führig sein, also bereit sein, für ihr Herrchen zu "arbeiten". "Der Hund muss mit der Nase arbeiten. Jeder Hund riecht natürlich sein Futter, aber um als Trümmerhund arbeiten zu können, da braucht er schon olympisches Niveau."

Quelle: RP
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