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Emmerich
Weseler Unternehmer will weltweit helfen, C02 zu senken

Emmerich. Sultan Masood Dakik (47) plant mit dem saudi-arabischen Königshaus ein ungewöhnliches Wüsten-Projekt. Von Thomas Hesse

Alle reden über den Klimaschutz und CO2-Verringerung. Das wird in Deutschland heftig diskutiert als nationales Anliegen. Doch der Klimaschutz kennt keine Grenzen. Deshalb ist ein Projekt in Saudi-Arabien, angeschoben von einem Weseler, international angelegt - und bemerkenswert.

Sultan Masood Dakik aus Hamminkeln und Unternehmer in Wesel war jetzt zu Gast beim Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert. Die Uni hat einen hervorragenden Ruf in Sachen Agrarwissenschaft. Drei Wissenschaftler haben dort geprüft, ob die Jatropha-Pflanze wüstentauglich ist und einen erheblichen Beitrag zur Kohlendioxid-Bindung leisten kann. Die Antwort wurde soeben im Pressedienst der Uni veröffentlicht und ist eindeutig: Wird eine Fläche in der Größe von 10 000 Fußballfeldern bepflanzt, kann die Pflanze bis zu 250 000 Tonnen des Treibhausgases binden. Nebeneffekt: Aus Jatropha lässt sich dazu Kerosin (Biodiesel) destillieren. Keine bloße Theorie, denn der Weg ist frei für die praktische Erprobung: Das saudi-arabische Königshaus stellt Dakik 10 000 Hektar Wüstenfläche für Jatropha-Plantagen und weitere Unterstützung zur Verfügung. Deutsche Beteiligung steht dabei an vorderer Stelle. "Im Gespräch mit dem Rektor der Universität Hohenheim signalisierte Sultan Masood Dakik als saudi-arabischer Unterhändler starkes Interesse des Königshauses an wissenschaftlichen Kooperationen mit der König-Saud-Universität und weiteren Institutionen in Riad."

Die Jatropha-Pflanze gilt als besonders geeignet für das Projekt. Es ist ein Wolfsmilchgewächs, wird bis zu 50 Jahre alt und zwölf Meter hoch und verträgt auch Wüstenklima und -böden, die ansonsten landwirtschaftlich nicht anders genutzt werden können. "Die Pflanze kann große Mengen Kohlendioxid aufnehmen, über Jahre speichern und so dessen Gehalt in der Atmosphäre verringern", sagen die Forscher Prof. Dr. Klaus Becker, Prof. Dr. Volker Wulfmeyer und Prof. Dr. Thomas Berger von der Universität Hohenheim. Ihr Fazit: "Das macht Jatropha zu einem Kandidaten für Carbon Farming: CO2 soll gespeichert und so dessen Gehalt in der Luft verringert werden."

Große Jatropha-Plantagen in heißen, trockenen Küstenregionen könnten bei geringer Bewässerung mit entsalztem Meerwasser jährlich bis zu 25 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar aus der Atmosphäre über einen 20-Jahres-Zeitraum aufnehmen." Außerdem könne die Plantage regional die Oberflächentemperatur der bebauten Fläche reduzieren und dazu beitragen, dass Regenfälle oder Taubildung angeregt oder verstärkt werden. Am Ende des Weges könnten sich sogar "dauerhaft Waldungen oder ganze Waldgebiete ansiedeln". Durch die ölhaltigen Früchte hat die Anpflanzung auch eine ökonomische Seite. "Die Kerne sind nicht essbar, weshalb Tiere sie instinktiv meiden", weiß Sultan Masood Dakik. Aus ihnen lasse sich Öl pressen. Aus dem Rest der Pflanze wird Viehfutter und Biopestizide.

Quelle: RP
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