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Wie geht es mit der Jugendarbeit weiter?

Rees: Wie geht es mit der Jugendarbeit weiter?
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Rees. Nach dem Verkauf von Haus Wesendonk: Theo Kersting vom Kirchenvorstand und Ulli Uebbing, Mitglied im Kirchenvorstand und im Pfarrgemeinderat, sprachen mit der RP über die zukünftigen Pläne. Von Monika Hartjes

Eine Frage beschäftigt die Halderner seit Wochen: "Wie geht es mit der Jugendarbeit in Haldern weiter, wenn das Jugendheim nicht mehr da ist?" Es gibt verschiedene Gerüchte über Abriss und über Gelder, die statt für die Sanierung für "andere Sachen" gebraucht worden sind. Theo Kersting vom Kirchenvorstand und Ulli Uebbing, Mitglied im Kirchenvorstand und im Pfarrgemeinderat, sprachen mit der RP über die zukünftigen Pläne.

Bereits 2011 wurde von einem Architekten eine Grobschätzung für nötige Renovierungsarbeiten im Jugendheim vorgenommen. Hier finden viele Bereiche der Gemeindearbeit statt, das Gebäude ist von morgens neun Uhr bis 21 Uhr mit Messdienergruppen, kfd, Kirchenchor, Tanz- und Gymnastikgruppen, Kurse vom Haus der Familie belegt. Die offene Jugendarbeit wird sehr erfolgreich betrieben und nimmt einen Großteil der Stunden ein.

Für viele Halderner ist das Jugendheim ein Stück Heimat, weil sie hier von Kind an einen Teil ihrer Freizeit verbracht haben und verbringen. "Die Kernsanierung des Jugendheimes und ein barrierefreier Umbau mit einem Aufzug zum Saal im ersten Stock sollten etwa 380.000 Euro kosten", sagt Kersting. Das Bistum Münster habe zunächst die Übernahme der Kosten zugesagt. Als sich dann aber herausstellte, dass die Pfarrgemeinde Haldern "weitere Baustellen" habe, wurde diese Zusage zurückgezogen. "Münster wollte von uns ein Gesamtkonzept". Bis 2023 darf das Jugendheim noch für KOT und Verbandsjugendarbeit genutzt werden, so lange zahlt Münster die Unterhaltung.

In das Konzept sollte das St. Marien-Altenheim mit einfließen. Das musste aufgrund gesetzlicher Bestimmungen umgebaut werden. So standen dann Flächen frei, die nicht für die Pflege gebraucht wurden. "Die Idee der Bürgerstiftung, wo diese Flächen hätten genutzt werden können, konnte dann leider nicht umgesetzt werden", bedauert Kersting. So hat die Pfarrgemeinde eine zu große Fläche für Gemeindearbeit zur Verfügung. "Pro 1000 Mitglieder werden 100 Quadratmeter von Münster finanziert. Das wären hier in Haldern bei 3500 Pfarrmitgliedern rund 350 Quadratmeter Fläche, allein das Jugendheim hat schon 576 Quadratmeter. Die zusätzliche Fläche wurde bisher aus dem Haushalt der Pfarrgemeinde finanziert, was aber in den letzten Jahren zunehmend schwieriger wurde."

So wurde mit dem Bistum ein Kompromiss ausgehandelt: Im Gebäudebestand des Altenheims soll ein neues Pfarrzentrum gebaut werden, selbstständig verwaltet wie der Kindergarten, der dort integriert ist. Auch Bücherei und Pfarrbüro sollen hierhin verlegt werden. Hier kommt auch das Haus Wesendonk ins Spiel. Die eigenständige Stiftung dient dem Zweck der Seniorenarbeit. "Das Haus ist nur wenig ausgelastet. Es macht mehr Sinn, dass diese Aktivitäten auch ins Altenheim mit integriert werden. Dafür soll zusätzlich ein Begegnungsraum gebaut werden. Die Pfarrgemeinde muss einen Teil beisteuern und deshalb haben wir Haus Wesendonk verkauft", erklärte Kersting. 240 000 Euro habe ein privater Käufer gezahlt und zugesagt, dass das Haus noch bis Ende 2016 weiter von den Gruppen genutzt werden darf.

Bis auf die Jugendarbeit werden alle Gruppen im neuen Pfarrzentrum und in der Begegnungsstätte im Altenheim eine neue Heimat findet. "Wir haben jetzt acht Jahre Zeit, um zu überlegen, wie es mit der Jugendarbeit weiter gehen soll", sagt Ulli Uebbing. Erste Gespräche haben stattgefunden, erste Ideen, beispielsweise die Aktivitäten der evangelischen, katholischen und der öffentlichen Jugendarbeit zu bündeln, wurden entwickelt. "Das klappt im Ferienspaß schon sehr gut", so Uebbing. "Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und auch die Jugend sich selber mit einbringt und Vorschläge macht." Dazu werden sie Gelegenheit haben beim ersten Treffen zu diesem Thema, das Felix Schöttler, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, in den nächsten Tagen einberufen wird.

Quelle: RP
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