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Heimat genießen - in Emmerich
Willkommen im Garten der Sinne

Heimat genießen - in Emmerich: Willkommen im Garten der Sinne
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. Die Obstplantage "De Buitenboom" in Babberich bei Elten ist ein echtes Kleinod. Beeren und Äpfel sind nur ein Teil dessen, was es dort gibt. Jutta Schlütter-Bossmann und Margit Reintjes bieten Entspannung vom Alltag an. Von Monika Hartjes

Auf dem Obsthof in Babberich, nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Grenzübergang Elten entfernt, kann man gleich in mehreren Bereichen genießen. Da ist zum einen das leckere, naturgerecht angebaute Beerenobst und köstliche Äpfel von einem niederländischen Apfelhof in der Region, das hier auf dem Hof "De Buitenboom" vermarktet wird. Zum anderen kann man dort Ruhe und Entspannung genießen und die Seele baumeln lassen im "Garten der Sinne", betreut von Jutta Schlütter-Bossmann und Margit Reintjes. "Obsthof und unsere Erlebnistage im "Garten der Sinne" sind gut miteinander zu verbinden", sagen die beiden Gesundheitspädagoginnen, die ihre Ausbildung an der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen absolviert haben.

Um die Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren, die auf der Obstplantage "De Buitenboom" wachsen, kümmert sich Piet Albers. 2003 begann er mit 1,5 Hektar, mittlerweile sind es neun. "Hier wird alles in Handarbeit gemacht, in der Saison von Mitte Juni - dann werden die Sommerhimbeeren geerntet - bis November, wenn die Herbsthimbeeren reif sind, helfen mir rund 50 Mitarbeiter", so der Niederländer. Die Beerensträucher haben Folienüberdachungen, so können die Früchte nicht vom Regen beschädigt werden. Jeder Strauch wächst an einem Stock hoch, bei den Himbeeren bleiben drei Triebe stehen, bei den Johannisbeeren nur einer. Das ist viel Arbeit, es wachsen auch weniger Früchte an jedem Strauch, aber dadurch wird die Qualität jeder einzelnen Beere verbessert. Und das schmeckt man auch.

Auch die Äpfel sind echte Leckerbissen - für jeden Geschmack ist etwas dabei. Da gibt es die klassischen Sorten wie Elstar, Jonagold und Boskop, dazu noch Pinova, ein sehr beliebter süßer Apfel, Wellant und die Sommeräpfel Alkmene und Delbarestivale. Zwar wird dieses Obst seit kurzer Zeit nicht mehr auf dem Hof angebaut, aber von Heinrich Bossmann dort vermarktet. Und nicht nur das: Wer gerne Produkte der Region genießt, findet hier außerdem das ganze Jahr hindurch Kartoffeln, Säfte, einen Camembert-Käse aus Zevenaar, man kann dort Kaminholz erwerben und je nach Saison auch noch Kirschen, Pflaumen, Spargel und Erdbeeren. Außerdem wird auf dem Obsthof Honig der dortigen Bienen angeboten.

Auch Tiere fühlen sich dort wohl, neben Katzen und Bernersennenhündin Klara leben dort eine Ziege, Enten, Gänse und rund 60 Hühner. Die gehören dem 16-jährigen Sohn Lukas, der mit den Eiern von glücklichen Hühnern, die eine riesengroße Wiese zum Scharren und Picken haben, sein Taschengeld aufbessert.

Idylle pur, als wenn man eine andere Welt betritt - das erlebt man, wenn man durch das Tor in den "Garten der Sinne" eintritt. Dort kann man nach Lust und Laune entspannen, dazu laden ein großer See mit rauschendem Schilf, rundherum grüner Garten und Stille, nur unterbrochen vom Zwitschern der Vögel oder vom Quaken der Enten ein. Ein herrliches Fleckchen Heimat, zertifiziert vom Kneipp-Verband als anerkannte Einrichtung, wo Jutta Schlütter-Bossmann und Margit Reintjes Erlebnistage nach Kneipp anbieten. Enthalten sind Elemente aus den fünf Säulen nach Sebastian Kneipp: Wasser, Heilpflanzen, Bewegung, Ernährung und Lebensordnung. Als gelernte Krankenschwester übernimmt Margit Reintjes die Schwerpunkte Ernährung und Heilpflanzen, damit verbunden Selbstmedikation, Jutta Schlütter-Bossmann ergänzt die anderen Schwerpunkte.

Ein Erlebnistag kann so aussehen, dass zunächst Entspannung und "Herunterkommen" auf dem Programm stehen, das gehört zur Säule "Lebensordnung", die für ein Leben in Balance und im Einklang mit der Natur steht. Es gibt Infos über Heilkräuter, die dort im Garten wachsen, über regionale Ernährung - nach Kneipp, aber aktualisiert auf die heutige Zeit - und in manchen Gruppen wird auch gemeinsam gekocht und gegessen. Kindergartenkinder lieben Apfelpfannkuchen, für die sie selbst das Korn mit einer Handmühle mahlen, selbst Apfelsaft zu pressen und Stockbrot am Lagerfeuer zuzubereiten. Bewegen kann man sichauf dem Rundweg rund um den See und über den Barfußweg. Ein Wassertretbecken und ein Armbecken stehen für Wasseranwendungen zur Verfügung. Vom Kind bis zum Senior - in diesem Jahr war die Gruppe "Reisen ohne Koffer" dabei - genießen diese Kneippschen Erlebnistage und die wohltuende Wirkung von Licht, Luft und gesunder Ernährung im heimatlichen "Garten der Sinne".

Quelle: RP
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