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Rees
Windpark mit Bürgerbeteiligung

Rees. Am Freitag fällt der Startschuss für ein Projekt mit zehn Anlagen in der Ortschaft Heeren-Herken. Am dort produzierten Strom können Bürger mitverdienen. Von Markus Balser

Nach fünf Jahren Planungszeit fällt am kommenden Freitag mit dem symbolischen ersten Spatenstich der Startschuss für den Bürgerwindpark Rees. Er soll auf einem 57 Hektar großen Areal in der Ortschaft Heeren-Herken entstehen. Dabei wird nicht die gesamte Fläche bebaut, sondern die Anlagen müssen sich inklusive Rotor in den dafür ausgewiesenen Flächen befinden.

Federführend bei dem Projekt ist die Firma SL Windenergie mit Sitz in Gladbeck und Teil der SL NaturEnergie-Unternehmensgruppe. Sie ist nicht nur für Planung und Bau zuständig, sondern wird den Windpark auch betreiben. In ganz NRW betreut sie derzeit über 20 ähnliche Projekte, auch im Kreis Wesel und dem Kreis Kleve.

In Heeren-Herken sind insgesamt zehn Anlagen mit einer Nabenhöhe von 85 bis 135 Meter vorgesehen. Eine davon soll zusammen mit den Stadtwerken Rees betrieben werden, drei weitere mit anderen lokalen Partnern. "Bei sechs Anlagen ist die Beteiligung von Bürgern mit zwei verschiedenen Modellen möglich", heißt es bei SL Windenergie. Möglich ist das durch eine Kommanditbeteiligung (Unternehmensbeteiligung) oder ein so genanntes "Partiarisches Nachrangdarlehen" (Darlehen mit Verzinsung und Gewinnbeteiligung).

Außerdem werden Teile der Erlöse der Windenergieanlagen in die Stiftung der SL NaturEnergie überführt. Die Stiftung unterstützt soziale und gemeinnützige Projekte in Rees.

In Heeren-Herken werden zunächst drei Windenergieanlagen errichtet. Der geplante Bau des Windparks Rees war im Februar von der Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt worden und wurde im April im Reeser Rat vorgestellt. Zuvor war die erste Teilflächennutzungsplanänderung "Windkraft" einstimmig beschlossen worden. Diese Teilflächennutzungsplanänderung legt die Konzentrationszonen für Windkraftanlagen für das gesamte Stadtgebiet fest. Außerhalb dieser Flächen dürfen keine weiteren Windkraftanlagen errichtet werden.

Unterschiedlichste Gutachten zur Umweltverträglichkeit und zum Artenschutz liegen vor. Bei den Anlagen, die in Heeren-Herken in Betrieb gehen sollen, handelt es sich ausschließlich um moderne, getriebelose Anlagen des deutschen Marktführers Enercon.

Der zukünftige Windpark wird mit einer Jahresleistung von rund 65 Millionen Kilowattstunden bis zu 18.500 Drei-Personen-Haushalte versorgen können und spart damit jährlich rund 49.000 Tonnen klimaschädliches CO2 ein, heißt es von Unternehmensseite. Dabei wird der Strom in Rees an drei Punkten in das Netz der Westnetz GmbH eingespeist. "Er kann aber auch über unseren Kooperationspartner GESY direkt bezogen werden", so eine Sprecherin von SL Windenergie.

Quelle: RP
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