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Rees
"Wir wollen Freunde werden"

Rees: "Wir wollen Freunde werden"
Eine Bootstour gestern ab Rees war der Auftakt der künftigen gemeinsamen Aktivitäten von Netzwerk und Sozialverband. FOTO: Scholten
Rees. Netzwerk Heilpädagogischer Hilfen Niederrhein und der Reeser Sozialverband VdK wollen künftig zusammenarbeiten. Bis zum Herbst 2015 wollen beide Verbände Erfahrungen sammeln. Bootstour gestern ein erster Schritt. Von Michael Scholten

Bei einem Ausflug mit dem Fahrgastschiff "Stadt Rees" besiegelten jetzt das Netzwerk Heilpädagogischer Hilfen Niederrhein des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR-HPH-Netz Niederrhein) und der Sozialverband VdK, Ortsverband Rees, ihre künftige Zusammenarbeit. Gemeinsame Aktionen sollen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen.

Die Idee zur Kooperation entstand, weil der VdK-Ortsverband Rees zweimal monatlich seine Sprechstunden in einem Raum des LVR-Zentrums am alten Amtsgericht abhält. "Irgendwann merkten wir, dass wir die Gäste in unserem Haus kaum kennen, und fragten uns, warum wir getrennt von ihnen unseren Kaffee trinken", sagt Irina Scholten, die Regionalleiterin vom Netz Niederrhein.

Auch Erwin Semelka, Vorsitzender vom VdK-Ortverband Rees, zeigte starkes Interesse, dass seine 700 Mitglieder die Männer und Frauen, die im Heilpädagogischen Zentrum beraten oder betreut werden, besser kennenlernen. "Dass wir einen Kooperationsvertrag auf Papier geschlossen haben, soll ein deutliches Signal sein", sagt Erwin Semelka, und Irina Scholten betont: "Ein Kooperationsvertrag ist letztlich nur die offizielle Umschreibung für: Wir wollen Freunde werden." Bis zum Herbst 2015 wollen beide Verbände Erfahrungen sammeln und dann entscheiden, ob und wie die Zusammenarbeit fortgeführt wird.

Die Bootstour war nur ein erster von vielen geplanten Schritten. "Wir suchen Freiwillige, die mit unseren Kunden Freundschaften aufbauen, mit ihnen zur Kirche oder Kuchen essen gehen oder sie mit zur Häkelstunde nehmen", sagt Irina Scholten.

Für Menschen mit geistiger Behinderung gebe es gesellschaftliche Barrieren, die aber sofort aus der Welt zu schaffen seien, sobald ein Freiwilliger sie an die Hand nehme. Entsprechend hofft Maria Hinckers vom Freiwilligenmanagement des LVR-HPH-Netzes Niederrhein auf neue Helfer aus dem VdK-Verband, aber auch auf andere Privatleute.

Aktuell bietet das Netz Niederrhein Dienstleistungsangebote für fast 900 Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung in den Kreisen Kleve, Wesel und in der Stadt Duisburg. Mehr als 1000 Mitarbeiter leisten in 39 Wohnverbünden und sechs Heilpädagogischen Zentren in 21 Städten und Gemeinden am Niederrhein Lebensbegleitung, außerdem helfen sie in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Bildung und Freizeit. Eines der Wohnheime ist am Reeser Amtsgericht und hat 18 Bewohner. Darüber hinaus werden 46 Männer und Frauen, die in Rees, Kalkar und Emmerich auch in eigenen Wohnungen leben, beraten.

Der VdK-Ortsverband Rees will ihnen künftig helfen und dazu beitragen, dass das Heilpädagogische Zentrum und seine Aktivitäten bei den Reesern bekannter werden.

Quelle: RP
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