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Emmerich
Wird das Zollamt zum Ewig-Leerstand?

Emmerich. Niederländische Vink-Gruppe gibt ihren Plan auf, in dem Gebäude neue Wohnungen und ein Restaurant zu bauen. Von Christian Hagemann

Die niederländische Vink-Gruppe hat ihren Plan aufgegeben, neue Wohnungen und ein Restaurant im alten Zollamt an der Rheinpromenade zu bauen. Zuvor sollen die Niederländer vor kurzem bei der Bezirksregierung nachgefragt haben, ob die Unterbringung von Asylbewerbern dort möglich sein könnte. Doch die Behörde lehnte ab.

Ruud Kraaij bestätigte gestern: "Wir wollen das alte Zollamt verkaufen. Das Gebäude hat die Regierung in den 50er Jahren gebaut. Die Bausubstanz ist sehr gut. Aber die Kosten für neue Wohnungen sind sehr hoch. Das hängt mit der Statik zusammen."

Ruud Kraaij managt die Neue Mitte in Kleve und ist bei der "Nerbenta Deutschland" für das Zollamt Emmerich zuständig. "Nerbenta Deutschland" gehört zur niederländischen Vink-Gruppe aus Barneveld. Sie hatte im Jahr 2008 die leerstehende Zoll-Immobilie für rund eine Million Euro der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA) abgekauft.

Das alte Zollamt aus den 50er Jahren könnte ein Schmuckstück an der Promenade sein. Die Fassade steht unter Denkmalschutz, ebenso das Türmchen auf dem Dach. Balkone nach vorne heraus sind erlaubt, so dass die Lage am Rhein noch mehr betont wird. Und im Dach waren lange Zeit Luxuswohnungen geplant zu einem angeblichen Quadratmeterpreis von 6500 Euro.

Doch inzwischen ist bei den Investoren die Einsicht gewachsen, dass die Vermarktung des Objektes für sie so gut wie unmöglich ist. Innen befinden sich viele kleine Büroräume. Wenn hier Mauern eingerissen werden, um sie miteinander zu verbinden, damit größere Wohnungen entstehen, muss etwas an der Statik getan werden, damit die Stabilität nicht gefährdet wird.

Das gilt auch für die Luxuswohnungen unterm Dach, bei denen eine sogar das schöne Türmchen als Teil der Wohnung gehabt hätte.

Deshalb also der Verkauf. Die Vink-Gruppe verlangt angeblich 1,1 Millionen Euro. Einen Interessen soll es bereits gegeben haben. Doch er soll wieder abgesprungen sein. Damit scheint kein Ende des Leerstands absehbar. Und damit verzögert sich nicht nur das Vorhaben mit neuen Wohnungen am Rhein, sondern auch ein weiteres Restaurant an der Promenade. Bekanntlich gab es lange einen Interessenten, der mit einem mongolischen Restaurant am Rhein sein Geld verdienen wollte. Ob er noch bei der Stange ist? Oder muss man den Restaurantplan ebenso zu den Akten legen wie die Überlegung eines Hotels an dieser Stelle? Das war bekanntlich unter anderem daran gescheitert, dass die städtische Ablöse für Parkplätze so hoch war.

Über die Lohmann & Reinders Immobiliengesellschaft mit dem Emmericher Michael Reinders soll nun ein Käufer gefunden werden. Kraaij: "Aus dem Zollamt lassen sich Büros machen. Oder ein Bauaunternehmen kauft es und baut Wohnungen. Das wäre für ihn günstiger zu machen als für uns."

Quelle: RP
 
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