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Emmerich
Kostenloses Internet für Promenade und City

WLAN in Emmerich: Kostenloses Internet für Promenade und City
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. Wirtschaftsförderung und Einzelhändler wollen mit einer Stiftung für freien Internetzugang sorgen. Technisch möglich macht das der Verein "Freifunk". Sicherheitsfragen und Kosten sind bereits geklärt. Von Markus Balser

Als Wirtschaftsförderer hat Bürgermeister Johannes Diks das Thema schon seit einiger Zeit auf der Agenda. Zusammen mit der Emmericher Werbegemeinschaft (EWG) und der Bürgerstiftung der Sparkasse kann er es jetzt auch endlich umsetzten - den freien Internetzugang für besonders stark besucherfrequentierte Teile Emmerichs. 5000 Euro werden dafür in die Hand genommen. Zunächst sollen Rheinpromenade sowie Kaß- und Steinstraße "vernetzt" werden, aber auch Großer Löwe/Hühnerstraße sowie die Mennonitenstraße und nach Möglichkeit der Rheinpark sollen folgen.

Bislang war die Idee an den Kosten, aber auch an Sicherheitsfragen gescheitert. So hatten beispielsweise schon vor einiger Zeit diverse Wirte abgewunken, weil sie Missbrauch mit ihren Internetanschlüssen befürchteten. Mit dem Verein "Freifunk", der bereits in etlichen Städten am Niederrhein aktiv ist, sind diese Sorgen nun passé.

Das Konzept des ehrenamtlichen, spendenfinanzierten Vereins ist relativ einfach und kostengünstig: Mit speziellen "Routern", die pro Stück rund 65 Euro kosten, wird der kostenlose Internetzugang ermöglicht. Bis zu 30 Nutzer können gleichzeitig mit Smartphone oder Laptop über ein Gerät surfen. "Man muss sich nur einwählen und auf ,Freifunk' klicken", erklärt Peter Beckmann-Richter. Der stellvertretende Vorsitzende der EWG betreut das Projekt von der technischen Seite. Zu seiner Aufgabe gehört es unter anderem, für die flächendeckende Versorgung des Internetzugangs in den genannten Bereichen zu sorgen.

50 Geräte wurden dafür angeschafft. Sie müssen jetzt an Geschäfts- oder Privatleute verteilt werden, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. "Sie zahlen lediglich die Stromkosten, die etwa bei 5 Euro im Jahr liegen und geben etwas von der Leistung ihres eigenen Internetzugangs ab, was aber kaum spürbar sein dürfte", sagt Beckmann-Richter. Angst davor, im Falle eines Missbrauchs - zum Beispiel bei illegalen Downloads - in Regress genommen zu werden, muss dabei niemand haben. Denn der freie Internetzugang wird über den Verein "Freifunk" abgewickelt und nicht über die private IP-Adresse. Und auch für die Nutzer soll die Lösung sicher sein. "Obwohl kein Kennwort gebraucht wird, wählt man sich über eine verschlüsselte Verbindung ein, kann also nicht so ohne Weiteres ausgespäht werden", so Beckmann-Richter.

Wirtschaftsförderer Johannes Diks sieht in dem Projekt vor allem einen touristischen Effekt: "Wir haben bekannter Maßen viele Gäste aus den Niederlanden, die bislang noch Roaming-Gebühren zahlen müssen, wenn sie bei uns ins Internet wollen. Das ist dann Vergangenheit", sagt er.

Seit drei bis vier Monaten läuft bereits eine Testphase mit zehn Routern. In Elten ist man schon ein bisschen weiter. Auch dort soll es den kostenlosen Internetzugang vor allem im Bereich rund um den Markt geben. 15 Geräte wurden von den Eltener Händlern dafür bereits angeschafft und aufgestellt.

Wie schnell jetzt Emmerich kostenlos ans Netz kommt, hängt davon ab, wie schnell sich Leute finden lassen, die das Projekt unterstützen wollen. "Wer sich daran beteiligen will, kann sich gerne bei uns melden", sagt Jutta Conrad-Hering von der Wirtschaftsförderung.

Quelle: RP
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