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Rees
Zu verkaufen!

Rees: Zu verkaufen!
Die vielleicht interessanteste Immobilie auf Reeser Stadtgebiet: Haus Aspel. FOTO: RP-Fotos (4); Michael Scholten
Rees. Das Haus Wesendonk in Haldern wurde verkauft, doch auf Reeser Stadtgebiet warten noch viele weitere namhafte und historische Immobilien auf finanzkräftige Investoren, Von Michael Scholten

Auf die Liste gehören noch unter anderem Haus Aspel, Op de Poort, das Krankenhaus, die Grundschule, die Kux Villa und das ehemalige Museum für Bodenfunde in der Jungblutstraße.

"Beim Verkauf zählt weniger der Name als die Bausubstanz, die Lage und die mögliche Nutzung", sagt Makler Simon Vos. "Aber natürlich zieht die Bekanntheit eines Gebäudes auch Interessenten an, weil sie etwas mit dem Haus und seiner Geschichte verbinden."

Op de Poort Nach dem erfolgreichen Verkauf von Haus Wesendonk ist Simon Vos optimistisch, 2016 auch einen neuen Besitzer für das Restaurant Op de Poortzu finden, das er auf seiner Internetseite als "Gastronomie-Juwel in exzellenter Rheinlage" für 890.000 Euro bewirbt. "Wir verhandeln mit drei Interessenten", sagt Vos, "einer will die Gastronomie fortführen, andere möchten das Haus in Wohnungen umwandeln."

Nichts für Leute, die nur auf die Rendite schauen: das denkmalgeschützte Fischerhaus an der Hohen Rheinstraße.

Fischerhaus Weniger optimistisch ist Vos, dass sich ein Käufer für das denkmalgeschützte Fischerhaus in der Hohen Rheinstraße findet. Wie berichtet, hatte er das baufällige Haus erworben, aber sein Rücktrittsrecht genutzt. Denn das Rheinische Amt für Denkmalpflege hatte das Haus mit der Nummer 9 als schützenswert eingestuft, wodurch die Renovierung zu teuer geworden wäre. "Investoren, die nur auf die Rendite schielen, werfen in diesem Haus nicht mal ihren Taschenrechner an", sagt Simon Vos. "Bei mir kommt immer noch der Lokalpatriot durch, weshalb ich dem Haus eine Chance geben wollte. Doch das ist leider ein Fass ohne Boden."

Villa Kux Dass Denkmalschutz in anderen Fällen auch sinnvoll sein kann, zeigt das Beispiel der Hüting-Villa an der Florastraße. Der Discounter Lidl wollte sie von der Eigentümerin kaufen und abreißen lassen. Doch die Stadt Rees zog als Untere Denkmalbehörde die Notbremse und stellte die Industriellenvilla unter Schutz.

Rechtzeitig durch einen Bebauungsplan gesichert: die Kux-Villa an der Florastraße.

Eine andere Stadtvilla aus der Gründerzeit steht Vor dem Delltor. Das Ehepaar Kux bietet das gründerzeitliche Haus über die Voba Immobilien GmbH an, die es als "Liebhaberobjekt in 1a-Lage" bewirbt. Dem Vernehmen nach soll bald ein Kaufvertrag unterzeichnet werden.

Jungblutstraße Voba Immobilien sucht auch einen Käufer für das frühere Museum für Bodenfunde in der Jungblutstraße, dessen Erdgeschoss derzeit als Physiotherapie-Praxis genutzt wird. Das Haus mit den markanten Fensterläden kostet 189.000 Euro.

Haus Schaeling Was aus dem denkmalgeschützten Haus Schaeling am Mühlenturm wird, ist aktuell unklar. Freunde des im Mai 2015 verstorbenen Gustav Schaeling gehen aber davon aus, dass die Erben das in die Stadtmauer integrierte Haus, dessen Kern auf das Jahr 1322 zurückgeht, zum Kauf anbieten werden.

Empfängerstraße Die ehemals städtischen Mehrfamilienhäuser an der Jungblutstraße und 3 sowie an der Empfängerstraße 2 sind inzwischen an einen privaten Investor verkauft worden, der sich bei einem Bieterverfahren durchgesetzt hat. Nach dem Abriss der unbewohnten Häuser sollen auf dem 470 Quadratmeter großen Grundstück zweigeschossige Wohnungen entstehen. Die obere Etage wird einen Rheinblick bieten und entsprechend teurer verkauft oder vermietet.

Krankenhaus/Grundschule Viel neuer Wohnraum soll auch in der "Neuen Mitte" von Rees entstehen, sofern der Bocholter Projektentwickler Andreas Hüls genügend Investoren für seine Pläne auf dem NIAG- und Postgelände findet. Doch was wird aus anderen Groß-Immobilien wie dem Krankenhaus? Oder der Grundschule, deren Klassen im Sommer 2016 in die frühere Anne-Frank-Schule umziehen?

Während sich Volkshochschule und Musikschule für den modernen Trakt der Grundschule interessieren, ist die Zukunft des denkmalgeschützten historischen Teils ungewiss.

"Die Vermittlung ist schwierig, das Projekt vermutlich nur durch einen Entwickler wie Andreas Hüls zu stemmen", schätzt Simon Vos die Situation ein.

Ihn würde es nicht überraschen, wenn die Stadt Rees langfristig einen Großteil des Grundschulareals für den Bau von Eigenheimen freigibt. "In Rees mangelt es an zentral gelegenen Baugrundstücken. Die Preise schießen weiter in die Höhe."

Haus Aspel Von der Vermittlung der vielleicht markantesten Immobilie auf Reeser Boden lässt Simon Vos die Finger: Wie berichtet, will der Orden der Töchter vom Heiligen Kreuz Haus Aspel verkaufen. Eine niederländische Maklerin, die das Kloster samt 16.500 Quadratmeter Land im Jahr 2012 anbot, scheiterte an der Vermittlung und verzog unbekannt. "Haus Aspel ist natürlich kein Zweifamilienhaus", scherzt Simon Vos. "Der Aufwand, den man als Makler betreiben muss, ist enorm. Ob man einen Käufer findet und so seine Provision bekommt, steht in den Sternen." Zwar sei es gut für das Image eines Maklers, wenn eine Immobilie wie Haus Aspel die Startseite des Internetauftritts ziere, "doch wenn das Bild dort über etliche Jahre steht, ist es letztlich doch wieder schlecht für den Ruf des Maklers."

Quelle: RP
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