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Emmerich
Zuschauer wollen mehr Positives

Emmerich: Zuschauer wollen mehr Positives
Jörg Schönenborn vom WDR kommt, um mit Menschen zum Thema Fernsehprogramm zu sprechen. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, der familiäre Wurzeln in Elten hat, war am Mittwoch zu Gast in Praest. Dort diskutierte er mit Gästen im Jugendheim über das regionale Programm des WDR-Fernsehens. Von Monika Hartjes

Was erwarten Sie vom WDR Fernsehen? Was gefällt Ihnen? Was sollen wir besser machen? Zurzeit reist WDR Fernsehdirektor Jörg Schönenborn durch Nordrhein-Westfalen, um diese Fragen mit den Zuschauern vor Ort zu diskutieren. Er war unter anderem in Bielefeld und Dortmund. Bonn, Essen und Münster stehen bis März noch auf dem Terminplan. Am Mittwoch besuchte er Praest. Rund 60 Gäste folgten der Einladung des WDR ins Praester Jugendheim.

"Wir sind bewusst auch im ländlichen Gebiet unterwegs", sagte Schönenborn, der in Emmerich sogar familiäre Wurzeln hat. Sein Urgroßvater Flintrop kam nämlich aus Elten. "Viele Menschen in NRW wohnen in Großstädten, aber die Hälfte in kleineren Orten unter 50000 Einwohnern und im ländlichen Bereich." Es sei zentrales Anliegen des WDR, das Land im Ganzen abzubilden. Der Kontakt nach Praest kam durch die Redakteurin Käthe Day, die unter anderem ein Volontariat bei der RP absolvierte, seit 2001 beim WDR ist und mittlerweile die elf Landesstudios leitet, zustande. Sie ist die Tochter des verstorbenen ehemaligen Bürgermeisters Norbert Giltjes und dessen Frau Marianne, die sich um den Mittagstisch im Aldegundisheim kümmert. Ihr Onkel Hermann-Josef Tebaay sorgte für das Praester Jugendheim als Lokalität.

Bürgermeister Peter Hinze, der privat mit Ehemann Hubertus Pooth gekommen war, lobte vor allem die Berichterstattung in der Lokalzeit. "Mein Sohn hält den WDR zwar für 'Alte-Leute-Fernsehen', aber ich finde, die Lokalzeit ist immer nahe dran, kann den Leuten etwas mitgeben und ist ein Trumpf des WDR." Er würde sich wünschen, dass die Lokalzeit zu späterer Stunde noch mal gesendet würde, weil er die um 19.30 Uhr meist verpasse. Hubertus Pooth fand es schade, dass bei Aktueller Stunde und Lokalzeit am Wochenende eingespart wird, indem nur eine Sendung produziert werde. Schönenborn erklärte, dass man in 2017 nur soviel Geld wie in 2008 zur Verfügung hatte. "Der Druck zum Sparen wird immer größer. Am Samstag gibt es weniger Aktuelles und viele schauen zu der Zeit die Sportschau."

Frank Jöris und Winfried Krüger von der BI in Elten lobten, dass der WDR bereits einige Male über ihren Kampf bei der Betuwe berichtet hatte. "Wir wünschen uns, dass noch mehr über das Thema Sicherheit bei der Betuwe gesendet wird", sagte Krüger. Viel Lob gab es für Reportagen wie "Menschen hautnah" und "Feuer & Flamme". Gewünscht wurden mehr Sendungen für Frauen, für jüngere Leute und zu grenzüberschreitenden Themen. Dagegen meinten etliche, sie würden gerne auf die vielen Kochsendungen, Krimis und vor allem Talk-Shows verzichten.

"Außerdem gibt es zu viele Wiederholungen. An einem Abend wurde fünf Mal über den Kirchenabriss in Immerath berichtet", kritisierte ein Herr. Er bemängelte auch die vielen Negativnachrichten und schlug vor, dass der WDR um 20 Uhr als Alternative eine Positiv-Nachrichtensendung zeigen sollte. Nachrichtenschauen um 20 Uhr sei für viele ein Ritual, meinte Schönenborn.

Eine Landwirtin sprach das Thema der objektiven Berichterstattung an. Sie bemängelte, dass die Landwirtschaft für vieles verantwortlich gemacht werde, ohne es nachzuprüfen. "Und Landfrauen werden in manchen Sendungen nur als 'Koch- und Back-Else' dargestellt", bemerkte eine andere Besucherin.

Auch aktuelle Themen kamen zur Sprache: Vom Hochwasser sei kaum über Duisburg hinaus berichtet worden. Und der Karneval in NRW finde doch nicht nur in Köln oder Düsseldorf statt. "Wir haben hier einiges zu bieten. Und mit 'Dörmakar' haben wir auch eine tolle Band", sagte ein Emmericher. "Das nehmen wir gerne mit", antwortete ihm Jörg Schönenborn.

Quelle: RP
 
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