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Rees
Zwölf Ausflüge in die Vergangenheit

Rees: Zwölf Ausflüge in die Vergangenheit
Strandhaus Sonsfeld 1938: Strandbadgründer Clemens Neuhaus mit Familie und Badegästen vor der ersten Garderobe und Trinkhalle in Sonsfeld. FOTO: M. Scholten
Rees. Der "Reeser Geschichtsfreund 11/2018" ist mit einer Auflage von 400 Stück erschienen. Das Buch des Reeser Geschichtsvereine Ressa ist ab heute in der "Bücherecke" an der Dellstraße erhältlich und kostet acht Euro.

Was lange währt, wird endlich gut: Der von den geschichtsinteressierten Menschen in Rees und den Nachbarstädten längst erwartete Reeser Geschichtsfreund, das 11. Jahrbuch des Reeser Geschichtsvereins Ressa e.V. 1987, ist fertig. Ab heute ist es in der Reeser Bücherecke auf der Dellstraße und im Bürgerbüro des Rathauses, Markt 1, erhältlich. Der Band im neuen Layout, mit festem Bucheinband (wie der Jubiläumsband) kostet acht Euro und hat eine Auflage von 400 Stück.

Der Reeser Geschichtsfreund 11/2018 (RG) hat 84 Seiten, auf denen es zwölf geschichtliche Themen gibt mit insgesamt 180 Fotos in s/w und in Farbe. Da wäre zunächst ein Rückblick auf das im vergangenen Jahr gefeierte 30-jährige Bestehen des Reeser Geschichtsvereins auf der Burgruine Empel.

Der nächste Artikel stammt aus der Feder von Helmut Heckmann und lässt die Leser teilhaben an einem Lebensabschnitt der Maria Schlaghecken, die auf der Rosau in Bienen geboren wurde. Als junge Frau trat sie in den Franziskanerinnenorden ein, folgte dem Ruf nach Missionierung der Sioux-Indianer in Amerika und war an der Errichtung von zwei Missionsstationen beteiligt. Aus Briefen, die sie 1886 aus Amerika an ihre mittlerweile nach Haldern gezogene Familie schrieb, erfährt der Leser etwas über den Alltag dieser Nonne bei den Indianern, deren Sitten und Indianerkämpfe, in denen die Missionare verwickelt waren.

Mit Reeser Geschichten rund um Spielzeug und Spielzeuggeschäften in Rees haben sich Michael Scholten und Dirk Kleinwegen beschäftigt. Hier gibt es eine Erinnerung an den Spielzeugladen von Bauer in Rees, den Millinger Spielzeugladen auf der Hurler Straße und auch über den Vertrieb von jährlich rund 50 Millionen Matchboxautos, die von der Firma EDOR, die ihr Domizil in der alten Molkerei in Bienen hatte, deutschlandweit in die Spielwarengeschäfte ausgeliefert wurden.

Den Strukturwandel im Lebensmittelhandel und Gastgewerbe in Rees, von 1721 bis 2017, hat Klaus Kuhlen erforscht und unter gleichnamigem Titel publiziert. Neben reichhaltiger Bebilderung enthält dieser Artikel verschiedene Stadtpläne, in denen die jeweiligen Geschäfte, die es gab und gibt, eingezeichnet sind. Die Fotos zeigen dabei die Gegenüberstellung "früher - heute", und in Listen wurden die Besitzer und Adressen erfasst.

Was es außer dem reinen Badevergnügen im Strandbad Sonsfeld gab und gibt, darüber ist im neuen GF ein Artikel von Heinz Breuer aus Hamminkeln zu lesen. Breuer schlägt einen Bogen von der Gründung des Strandbades im Jahr 1932 bis zum 75. Jubiläum im Jahre 2007. Neben der Geschichte des Strandbades ist dies auch Geschichte der Familie Neuhaus, die noch heute das Strandbad mit Gastronomie führt. Ergänzt wird der Artikel von Heinz Breuer am Ende durch einen Text von Michael Scholten, der über die Feierlichkeiten im Jahre 2017, zum 85 Jährigen Bestehen des Strandhauses Sonsfeld, berichtet.

Aus der Feder des verstorbenen ehemaligen Ressa-Vorsitzenden Josef Franken stammt eine kurze Abhandlung über das städtische Koenraad Bosman Museum und die wechselnden Besitzer der Immobilie, bis sie letztendlich im Jahre 1994 in Besitz der Stadt Rees überging. Den Artikel fand Hermann Venhofen in den Archivunterlagen.

Von den Schanzen rund um die Stadt Rees, angelegt im 80-jährigen Krieg, berichtet Helmut Heckmann. Der Leser erfährt, dass es neben der bekannten Reeser Schanze auf dem linken Rheinufer noch mehrere kleinere Schanzen rund um die Stadt Rees gab. Dazu gehörten die Kapitelschanze in Groin, die Möckenschanze auf Reeser Eiland, eine Schanze in Bergswick oder auch die Schanze bei Jacketroy beim ehemaligen Poddeckel. Zu jeder Schanze gibt es die Abbildung einer alten Karte, auf denen diese zu sehen ist.

In Rees wurde im November das Buch "Nachtwächter und Türmer - damals und heute" vorgestellt. Über das Treffen einiger Nachtwächter mit dem Autor des Buches berichtet Dirk Kleinwegen in einem kurzen Artikel.

Ebenso stammt aus der Feder von Dirk Kleinwegen der Bericht über den Gewinnerbeitrag des Ressa-Schüler-Wettbewerb "Die Nachkriegsjahre in Rees von 1945 bis 1955". Das dieser Artikel nur eine leere Seite beinhaltet und warum, darüber gibt es einen weiteren Artikel von Dirk Kleinwegen, in dem er fragt, ob sich Jugendliche nicht mehr für Geschichte interessieren.

Bunte Glasfenster für profane und sakrale Bauten fertigte der berühmte Glasmaler Friedrich Stummel aus Kevelaer nicht nur in großen Basiliken und Kirchen im Ausland, sondern auch in Rees. Über solche Fenster, im ehemaligen Maria-Johanna Hospital, im Gymnasium am Stadtpark oder in Millingen berichtet Helmut Heckmann. In der Nachfolgefirma Hein Derix haben sich zu diesen Fenstern die Entwürfe erhalten, die abgebildet sind.

Ein weiterer Artikel von Heckmann gibt Einblicke in drei ehemalige Rittersitze: Schloss Hueth, Haus Offenberg und die Rosau. Alle drei genannten Objekte befanden sich in der so genannten Hetter.

Quelle: RP
 
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