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Erkelenz
150 Jahre Brandschutz - Löschzug feiert

Erkelenz: 150 Jahre Brandschutz - Löschzug feiert
Oben: Das Spritzenhaus am Erkelenzer Markt von 1754 in einer FOTO: Die Freiwillige Feuerwehr Erkelenz anlässlich der 100-Jahr-Feier im September 1965. Unten rechts:
Erkelenz. Der Löschzug Erkelenz-Mitte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Erkelenz blickt auf anderthalb Jahrhunderte zurück. Am 5. und 6. September wird an der Richard-Lucas-Straße 1 groß gefeiert. Die Wehrleute freuen sich auf viele Besucher. Von Anke Backhaus

Da, wo heute der Markt ist, stand im Jahr 1745 ein Spritzen- und Schulhaus. Bis 1926. Danach gab es eine Art Gerätehaus in dem Bereich, in dem heute die Garage der Verwaltungsstaffel der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Erkelenz steht. Beim großen Luftangriff auf Erkelenz 1945 wurde es zerstört und durch ein neues Haus ersetzt, das im Zuge des Neubaus des Erkelenzer Rathauses in den 1950er Jahren entstand. In diesen Tagen blickt die Feuerwehr, und hier besonders der Löschzug Erkelenz-Mitte, auf ein ganz besonderes Jahr - 1865. Vor 150 Jahren begann die Geschichte des Zuges. Der Gründer und erste Löschgruppenführer war Heinrich Haas. Am Samstag, 5. September, und Sonntag, 6. September, wird das Jubiläum groß gefeiert.

Große Stadtbrände und vor allem der Brand des Kirchturms von St. Lambertus (1860, nach einem Gewitter) waren entscheidende Gründe, das Feuerlöschwesen in Erkelenz zu organisieren. Wichtig schon in den Anfangsjahren: der Einsatz einer geschulten Mannschaft und das rechtzeitige Heranschaffen von Löschwasser zur Brandstelle. Angeschafft wurden daher zwei fahrbare Wasserzubringer, eine Spritze, Leitern und Uniformen. Im Spritzenhaus am Markt waren Druckspritze, Schläuche aus Hanf und Leder, Leitern, Feuerhaken und Brandeimer untergebracht. Im Lauf der Zeit wurde die Ausrüstung ständig verbessert und modernisiert.

Der Erste Weltkrieg riss große Lücken in Reihen der Feuerwehr, doch schon 1919 war die Bereitschaft der Erkelenzer, sich der Städtischen Freiwilligen Feuerwehr anzuschließen, groß. 1922 bekam Erkelenz drei Sirenen, 1926 feierte Erkelenz ein großes Kreisfeuerwehrverbandsfest (der Verband wurde von der Erkelenzer Feuerwehr mitbegründet). Der Nationalsozialismus griff bitter in das Engagement der Wehrleute ein. Doch unter der Führung von Brandmeister Matthias Coenen erlebte die Wehr auch in dieser Zeit personellen Aufwind - weil man hoffte, dadurch dem Beitritt in eine nationalsozialistische Organisation verhindern zu können. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, gab es 65 aktive Wehrleute - eine bis heute nie wieder erreichte Zahl. Dennoch blieben die Kriegswirren nicht ohne katastrophale Folgen. Nach der Kapitulation Deutschlands ordnete sich die Feuerwehr neu. Nicht nur, dass neue Mitglieder nötig waren, auch die Geräte mussten neu angeschafft werden.

Die Zeit schritt voran. 1972, im Zuge der kommunalen Neugliederung, wurde der heutige Löschzug Erkelenz-Mitte Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Erkelenz. Verantwortlich für den Löschzug ist Hauptbrandmeister Werner Heinen, der seit 2008 im Amt des Löschzugführers ist. Mit ihm sind 34 Wehrleute im Löschzug Erkelenz-Mitte aktiv, die 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche für den Schutz der Erkelenzer Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Rainer Merkens, stellvertretender Präsident des Feuerwehrmuseums in Lövenich, hat zum Jubiläum eine ausführliche Ausstellung vorbereitet. "Die Ausstellungstafeln erzählen unter anderem viel Brandschutzgeschichte. Zudem ist geplant, einige interessante Exponate wie eine Spritze und ein Fahrzeug aus dem Feuerwehrmuseum am Jubiläumswochenende mit nach Erkelenz zu nehmen", verrät Merkens vorab. Die Ausstellung ist an beiden Tagen zu sehen. - Zum Programm: Samstag, 5. September: ab 18 Uhr, treten "Hätzblatt" und "beets'n'berries" auf, Sonntag, 6. September: ab 10 Uhr, Floriansmesse, dazu unter anderem Löschtraining, Showtanz und Kinderprogramm.

Quelle: RP
 
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