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Erkelenz
175. Erzählcafé - das Treffen ist beliebt wie eh und je

Erkelenz. Die gesellige Runde einmal im Monat ist der Klassiker im Angebot der Senioren-Initiative Erkelenz. Von Angelika Hahn

Auch das 175. Erzählcafé der Senioren-Initiative Erkelenz war wieder gut besucht von rund 40 geselligen Menschen. Kommunikation und Geselligkeit bei Kaffee und Kuchen - das ist seit rund 16 Jahren das bewährte Konzept dieses "Dauerbrenners".

Und der steht und fällt mit der Moderation, die die Besucher zum Erzählen anregt. Seit zehn Jahr tut dies Gerda Kroneberger-Rudolph (76) mit Erfolg. Zum 175. Erzählcafé begrüßte sie im Evangelischen Gemeindezentrum Erkelenz auch Josef Fedler, den Initiator und ersten Moderator des Erzählcafés, zugleich ein Mann der ersten Stunde der aktiven Senioren-Initiative Erkelenz (S.I.E.). Und eine der ebenfalls langjährigen Mitstreiterinnen, Marlies Giesen, die seinerzeit auch die S.I.E.-Schreibwerkstatt betreute, die mehrfach mit ihren Beiträgen die Erzählcafés bereicherte.

Aus besonderem Anlass hieß am vergangenen Montag das Thema "Die Kunst des Erzählens". Wer wüsste besser, wie man Geschichten von früher und Märchen spannungsreich vermittelt, als die Omas und Opas, die bis heute für viele Enkel die "Erzähler vom Dienst" geblieben sind. Darum ging es beim jüngsten Erzählcafé, aber auch Gedichte zum Herbst und Anekdotisches kamen an - in bewährter Mischung.

Dass das S.I.E.-Erzählcafé - immer am dritten Montag im Monat - jemals ausgefallen ist, daran kann sich Gerda Kroneberger-Rudolph nicht erinnern. Mindestens 35 Leute kommen immer zusammen, freilich dominieren, wie so oft bei solchen Veranstaltungen, die Damen. "Ich bereite mich immer gut vor, suche Themen und Ideen für einen lebendigen Austausch und steuere natürlich auch selbst Erzählungen und Hintergrundinformationen bei, etwa wenn es um Historisches geht", berichtet die langjährige leitende OP-Schwester am Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus, der ein sechsköpfiges Frauenteam für Organisation und Bewirtung zur Seite steht.

Geschichtliches war beim Erzählcafé etwa Thema, als es um "Kräuterhexen und gute Geister" ging. "Da habe ich recherchiert und bin auf einen Hexenprozess in Bellinghoven gestoßen", berichtet Kroneberger-Rudolph. Zugleich werden bei solchen Themen stets Verbindungen zum Heute gezogen, Kräuter sind "in" in der modernen Kochkunst.

Bleiben wir bei den Themen der Erzählcafés. Was waren die Renner? Die Moderatorin muss lachen, als sie das Thema "Älter werden nur die Anderen" nennt. Da wurde es sehr lebendig in der Runde. Sie selbst stieg mit einer Erfahrung ein. "Als zum ersten Mal im Bus ein junger Mann für mich aufstand, wurde mir schlagartig klar: ,Jetzt bist du alt' ". Sie nahm die Selbsterkenntnis damals mit Humor, wie andere auch, die zunächst das eigene Älterwerden dezent verdrängten. "Andererseits kommt auch zur Sprache, dass Menschen heute anders alt werden und viel länger aktiv bleiben." Daran knüpfte ein weiteres Thema an, "Unsere Oma fährt Motorrad", und bot - wen überrascht es - Anlass für eine kurzweilige Diskussion. "Am besten ist es immer, wenn der Funke überspringt und ich erreiche, dass von den Leuten selbst auch viel kommt", sagt Kroneberger-Rudolph. "Die Weisheit der Sprichwörter" etwa regte dazu an, und immer gut kommen Witziges und Anekdoten aus dem Leben früher an.

Dagegen hat die Moderatorin auch lernen müssen, dass allzu ernste Themen, etwa Kriegserfahrungen ("Da weinte plötzlich eine Teilnehmerin"), nicht ins Erzählcafé passen. Hier soll das Positive dominieren.

Quelle: RP
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