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Erkelenz
27-Jähriger beleidigte Nachbarn immer wieder wüst

Erkelenz. Außerdem werden dem Hückelhovener Raub, Diebstahl und dreifache Sachbeschädigung vorgeworfen. Von Ingrid Krüger

Der Schrecken der Straße - danach klingen die zahlreichen Vorwürfe, mit denen ein 27-Jähriger sich vor dem Mönchengladbacher Schöffengericht konfrontiert sieht. Als ginge ihn die ganze Sache nichts an, verfolgte der Angeklagte ohne erkennbare Gefühlsregung den Prozess. Tatsächlich wird der Hückelhovener, der zurzeit einsitzt, in der Anklageschrift als unangenehmer Zeitgenosse erkennbar, der seine Nachbarn und Mitmenschen im vergangenen Jahr mit ordinären Ausdrücken beleidigt haben soll. Seitdem der Vater den arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger aus dem Haus geworfen und seinen Sohn zum Wohnen in die Garage verwiesen hat, ist der 27-Jährige laut Anklage außerdem mit Raub, Bedrohung, zweifachem Diebstahl und Sachbeschädigung aufgefallen. Nicht alle Vorwürfe gibt er zu.

14 Zeugen, die alle den Hückelhovener bei der Polizei angezeigt hatten, erinnerten sich im Gerichtssaal an ihre zumeist unangenehmen Begegnungen mit dem Angeklagten, darunter eine Seniorin und eine gehbehinderte Frau. Drei Schülerinnen hielten sich damals in der Nähe des Hückelhovener Rathauses auf. Eine elfjährige Schülerin stand mit einem Fuß auf ihrem Penny-Board, "damit es nicht wegrollt". "Seid ihr behindert?", habe der Angeklagte gerufen, als er sich der Schülerinnen-Gruppe näherte. "Er hat mich mit beiden Händen weggeschubst. Da bin ich hingefallen. Er ist mit dem Penny-Board verschwunden", erinnerte sich die Elfjährige. Die Begleiterinnen bestätigten ihre Schilderung. Der Angeklagte murmelte dazu nur unwirsch: "Ich hab sie gar nicht geschubst."

"Wenn der Angeklagte unter Drogen stand, war er frech und aufmüpfig", erklärte eine Polizeibeamtin. Nachbarn erinnerten sich im Gerichtssaal, dass der Angeklagte mit wüsten Beleidigungen reagiert habe, wenn sie an seiner Garage vorbeikamen. "Asozialer Wichser", "fette Schlampe", "du Spasti", "du Krüppel" mussten seine Nachbarn unter anderem von ihm hören. Ein Nachbar schaltete sogar einen Schiedsmann ein, um Ruhe und Frieden für seine Familie zu haben. Vergeblich. Der Angeklagte ließ sich offenbar nicht bremsen.

Eine 24-jährige Frau berichtete, dass sie im Oktober 2015 beobachtete, wie der Angeklagte mit einem Skateboard die Außenspiegel von mehreren Fahrzeugen abschlug. Der Prozess wird am heutigen Mittwoch fortgesetzt.

Quelle: RP
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