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Erkelenz
31 Flüchtlingskinder werden in Erkelenzer Kitas betreut

Erkelenz. Große Chance zur frühen Integration. Jugendamt schafft Kitaplätze und gewinnt neues Fachpersonal.

Mit möglichst kleinen Kinderschuhen große (Fort-) Schritte machen - und zwar bei der Integration: Flüchtlingskinder in Erkelenz haben die Chance, die Kindergärten als eine wichtige Startbasis für ihr Leben zu nutzen. "Die Tür der Kita steht allen Kindern offen. Sobald der dritte Geburtstag gefeiert ist, können Flüchtlingskinder einen Platz in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege in Anspruch nehmen. Und das gilt für Flüchtlingskinder genauso wie für die, die in Erkelenz geboren wurden und hier schon leben", darauf weist Dr. Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz, in einer Pressemitteilung des Erkelenzer Jugendamtes hin.

31 Flüchtlingskinder wurden vor den Sommerferien in den Kitas der Stadt Erkelenz betreut. Viele kommen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan. Etwa ein Drittel aller Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, sind laut Erkelenzer Jugendamt Kinder oder Jugendliche, weshalb es von einer "Mammutaufgabe bei der Integration" spricht, bei der Kindergärten eine entscheidende Rolle spielten.

In der Kindertagesstätte bekommen Flüchtlingskinder Kontakt zu Gleichaltrigen. Freundschaften entstehen. Sie lernen Deutsch, werden damit nicht selten erste Übersetzer für ihre Eltern. Und sie erleben eine neue Kultur von Kindesbeinen an. "Jeder Kitaplatz ist wie eine Fahrkarte in ein neues Leben, die den Kindern aus geflüchteten Familien enorm hilft, in Erkelenz anzukommen und Fuß zu fassen", schreibt Jugendamtsleiter Claus Bürgers in der Pressemitteilung. Gleichzeitig würden aber auch die Flüchtlingskinder eine Menge mitbringen: Zum ersten Mal bekomme das Thema Flucht ein Gesicht. "Kinder, die in Erkelenz geboren wurden, kennen das Flüchtlingsthema bereits. Ihre Eltern sprechen zu Hause darüber. Und plötzlich ist es durch die Flüchtlingskinder, die sie in der Kita treffen, Teil ihres Lebens. Die Kinder nähern sich dann an. Das geschieht über die Dinge, die ihnen wichtig sind - vom Lieblingsessen bis zum Lieblingsspielzeug", sagt Gotzen. Schon das sei ein ganz "praktischer Kulturaustausch". Zudem könnten die Erzieherinnen über die Herkunftsländer der Flüchtlinge sprechen und Gründe für Flucht thematisieren. Damit würde schon die Kita zum Ort der Offenheit.

Für das Jugendamt ist es eine große Herausforderung. Es muss Kitaplätze schaffen, neues Fachpersonal gewinnen und speziell fördern. "Kinderbetreuung und Sprachförderung gibt es nicht auf Knopfdruck", sagt Sachgebietsleiterin Antoinette Lauten. "Aber es lohnt sich, dies zu organisieren. Denn in kleinen Kinderschuhen steckt eine große Chance auf Integration." Entscheidend sei aber, dass Flüchtlingsfamilien mit Kindern von der Tagesbetreuung überhaupt erst erfahren. Gerade auch Ehrenamtliche, die sich um Flüchtlinge kümmern, sollten für Kindergärten und Kindertagespflege werben, bittet Lauten.

Derzeit können nach Angaben der Stadt, "dank des gut ausgebauten Betreuungsangebots", alle Flüchtlingskinder auf Regelplätze in den Kitas im gesamten Stadtgebiet verteilt werden, und das meist in Wohnortnähe der Eltern. "Somit benötigen wir keine Sonderform der Betreuung der Flüchtlingskinder", betont Gotzen.

Quelle: RP
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