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Erkelenz
42 Künstler aus zwei Nationen

Erkelenz: 42 Künstler aus zwei Nationen
Chinesische und deutsche Künstler stellten auf Hohenbusch aus. Unter den Gästen waren auch Fotografen, die am Wochenende ihre Werke zeigten. FOTO: Laaser
Erkelenz. Durch Kontakte zum Chinesischen Kulturverein Jülich konnte in Erkelenz eine Ausstellung verschiedener Künstler und Kunstrichtungen organisiert werden. Von Kurt Lehmkuhl

Das ehemalige Kreuzherrenkloster Hohenbusch war im 14. und 15. Jahrhundert als Schreibwerkstatt des Ordens berühmt. Dort kopierten Ordensbrüder handschriftlich Originalschriften der Weisen und Gelehrten wie Seneca oder Ovid, die in der Klosterbibliothek gelagert dem wissenschaftlichen Studium dienten. Eine andere Art der Schreibkunst wurde in diesen Tagen auf Haus Hohenbusch präsentiert. Künstler aus China hatten kalligraphische Werke mitgebracht.

Die Kalligraphen gehörten zu einer von mehreren Gruppen, die die internationale Ausstellung "Farben im Fokus" bestritten. Über einige großformatige, kalligraphische Werke als Geschenke durften sich Bürgermeister Peter Jansen, Elke Bürger vom Kunsttreff Erkelenz und Helmut Heutz von der Fotogruppe Gerderath freuen. Elke Bürger und Heutz gehörten zur Gruppe der Organisatoren, welche die Ausstellung "Farben im Fokus" zusammengestellt hatten, in der Künstler aus der Region und aus China gemeinsam ihre Werke präsentierten.

Die Stadt Erkelenz und der Förderverein Hohenbusch ermöglichten, mit Unterstützung der Kulturstiftung und der Stiftung der Völkerverständigung der Kreissparkasse Heinsberg, die dreitätige Ausstellung im Laienbrüderhaus des ehemaligen Klosters. So konnte Jansen zur gut besuchten Vernissage nicht nur Künstler und Gäste aus Erkelenz und Jülich, sondern auch solche der Weihai Association für Cultur Communication aus der chinesischen 4,2-Millionen-Stadt Weihai, gelegen auf einer Halbinsel an der Nordostküste von China, im beschaulichen Kloster Hohenbusch begrüßen. Jansen nutzte die Gelegenheit, den Gästen aus China die Stadt Erkelenz vorzustellen und auf die Probleme wegen des Tagebaus hinzuweisen. Tagsüber hatte er mit der Gruppe schon die Firma Hegenscheidt besucht und mit ihr einen Abstecher zum Französischen Markt am Alten Rathaus gemacht.

Eingeladen waren nicht nur die Künstler. Zur Vernissage sollten auch Vertreter aus Jülich und der chinesischen Botschaft kommen. Spät, aber nicht zu spät für ein Grußwort, schaffte auch der chinesische Kulturattaché den Weg ins Erkelenzer Land. Er dankte für die Möglichkeit der gemeinsamen Ausstellung, die ein Zeichen der Völkerverständigung sei und einen Einblick in das unterschiedliche kulturelle Schaffen ermögliche.

Die Ausstellung mit Gemälden, Zeichnungen und Fotografien erstreckte sich über beide Etagen des Laienbrüderhauses und erstaunte durch Gemeinsamkeiten ebenso wie durch Gegensätze. Bei manchem Gemälde, bei etlichen Fotografien war zunächst nicht erkennbar, ob es von einem chinesischen oder einem deutschen Künstler geschaffen worden war. Da musste der Betrachter schon genau hinschauen und Details entdecken, die den Unterschied ausmachen. Andere Werke hingegen waren eindeutig. Das Drachenmotiv oder der Lambertusturm ließen keine Zweifel zu.

"Gemeinsam stellen wir unter dem Titel über 200 Exponate zum Thema Malerei, Kalligraphie und Fotografie aus", erläuterte Elke Bürger. Dank einer Chinesin, die Mitglied der von Helmut Heutz geleiteten Fotogruppe Gerderath ist, gab es den Kontakt zum Chinesischen Kulturverein Jülich, der wiederum Beziehungen zur Künstlervereinigung in Weihai unterhält. So entstand die Idee der gemeinsamen Ausstellung, die schlussendlich auf Haus Hohenbusch ihren Platz fand.

Beteiligt waren 45 Künstlerinnen und Künstler aus Weihai, des Chinesischen Kulturvereins Jülich, des Kunsttreffs Erkelenz und der Fotogruppe Gerderath. Die Teilnehmer aus Erkelenz stellten abstrakte und gegenständliche Acrylgemälde und Acryl/Öl sowie Zeichnungen aus. "Einer unserer Schwerpunkte sind dabei Menschen, einmal als Porträt oder als abstrakte Figuren auf 3D-Bildern", erläuterte Bürger. Die chinesischen Gäste steuerten neben Kalligraphien und Fotografien vornehmlich Ölgemälde bei. Dabei erweckten vor allem die Porträts großes Interesse. Zahlreiche Kunstwerke wurden aus Weihai per Fracht nach Erkelenz geschickt. 19 Exponate wurden von den Künstlern mitgebracht. Einen kleinen Teil präsentierte der Kunst- und Kulturverein Jülich. Die Fotogruppe Gerderath zeigte Fotos mit unterschiedlichen Motiven vom Motorsport über ästhetische Akte bis zur Landschaftsidylle, die gut mit den chinesischen Fotos harmonierten.

Videopräsentationen und musikalische Darbietungen auf chinesischen Instrumenten rundeten den Eröffnungsempfang ab. Dass es einen Gegenbesuch geben wird, ist allerdings wohl auszuschließen.

Quelle: RP
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