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Erkelenz
Acht weitere Stolpersteine gegen das Vergessen

Erkelenz: Acht weitere Stolpersteine gegen das Vergessen
Der Künstler Gunter Demnig kommt wieder nach Erkelenz, um mit Schülern neue Stolpersteine zu verlegen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. 23 Stolpersteine sind 2011 in Erkelenz verlegt worden, um die Menschen daran zu erinnern, dass in der Zeit des NS-Regimes auch aus dieser Stadt Menschen deportiert und getötet wurden.

"Je mehr Steine verlegt und zu sehen sind, umso größer wird das Interesse – auch wenn es schmerzhaft sein kann, Geschichte nicht dem Vergessen anheim zu geben", hatte der Kölner Künstler Gunter Demnig einmal gesagt. Für Schüler der Erkelenzer Hauptschule war das 2011 Anlass, das in Erkelenz 2002 begonnene Stolperstein-Projekt mit ihm fortzusetzen.

So sind inzwischen 27 kleine quadratische Betonsteine mit einer Messingplatte in den Boden der Innenstadt eingelassen, die jeweils die Inschrift "Hier wohnte …, geboren …, deportiert im Jahr … und ermordet in …" tragen. Acht weitere Steine kommen am 10. November hinzu, teilte die Erkelenzer Hauptschule gestern mit. Sie werden an Alfred und Heinrich Harf (Südpromenade 31), Leopold und Selma Harf (Aachener Straße 22) sowie an Emil, Lisette, Jenny und Clementine Metzger (Aachener Straße 30) erinnern.

Wertvolle Hilfe erhielten die Schüler bei der Erarbeitung des Themas von Hubert Rütten, dem Autor des Buches "Jüdisches Lebens im ehemaligen Landkreis Erkelenz", der mit intensiver Recherche die Namen der Ermordeten und deren Häuser ausfindig machen konnte. Unterstützung erfuhren die Schüler zudem von der Stadt und dem Heimatverein der Erkelenzer Lande sowie von Paten und Sponsoren, ohne die es zum Verlegen der Stolpersteine nicht kommen würde.

Der Bildhauer Gunter Demnig hat bis heute mehr als 1400 solcher Stolpersteine allein in seiner Heimatstadt Köln verlegt, mittlerweile hat er die Idee auch in viele europäische Großstädte transportieren können.

(spe)
 
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