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Erkelenz
"Alice" mit viel Fantasie umgesetzt

Erkelenz: "Alice" mit viel Fantasie umgesetzt
Eleganz und Schwung brachten die Ballettschülerinnen beim Rosenwalzer auf die Bühne - eine der vielen farbenfrohen Szenen aus dem getanzten Märchen "Alice im Wunderland". FOTO: Renate Resch-Rüffer
Erkelenz. Die Geschichte von "Alice im Wunderland" wurde von den Ballettschulen Irena Kostova Heinsberg und Martina Hardt Erkelenz originell in Szene gesetzt und von den kleinen und großen Akteuren bravourös getanzt und gespielt. Von Renate Resch-Rüffer

Die Stadthalle platzte aus allen Nähten bei der dritten Vorstellung der fantastischen Geschichte von "Alice im Wunderland" des Jungen Musical Theaters Heinsberg. Zwei Aufführungen waren am vergangenen Wochenende schon in Heinsberg über die Bühne gegangen. In langer Vorarbeit haben rund 120 Kinder und Erwachsene aller Altersgruppen aus den beiden Ballettschulen Kostova Heinsberg und "Ballett und Bewegung" Erkelenz die einzelnen Szenen der Geschichte in ihrer Freizeit einstudiert. So mancher Samstag wurde dabei ganz für die Proben reserviert.

Christine Schulze Beiering hatte sich die Texte des Stückes ausgedacht und mit Ballettmeisterin Irena Kostova gemeinsam die Choreographie erarbeitet. Das Junge Musical-Theater Heinsberg (Verein), das aus einer Elterninitiative heraus entstand, unterstützte die Aufführungen durch die Organisation und das Nähen der Kostüme.

Alice im Wunderland ist die Geschichte eines Mädchens, das sich in den Zwängen des alltäglichen Lebens eingeengt fühlt. "Dinge, die in einem Buch drinstehen, das keine Bilder hat, interessieren mich nicht", sagt Alice, lebendig gespielt von Anna-Maria Wolff. Alice beschließt, auf eine Fantasiereise zu gehen. "Ein Wunderland besteht aus Wünschen, Träumen und Fantasie." Sie sieht ein sprechendes weißes Kaninchen mit einer großen Uhr und folgt ihm - ein Sprung und weg ist sie. Nebelschwaden tauchen auf, farbige, flackernde Lichter: Alice ist in einem Traumland gelandet. "Hallo, wo bin ich hier?". Auf der Suche nach dem richtigen Weg zu dem weißen Kaninchen (Peter Collienne), trifft sie viele kuriose Wesen: die Grinsekatze etwa, eine glitzernde, aus vielen von den Tänzerinnen bewegten Körperteilen zusammengesetzt Figur, oder eine bauchtanzende von etlichen Akteuren gebildete Raupe (Solo: Marie Schwesinger), kleine Krebse, Pilze, einen verrückten Hutmacher (Paula Randerath), Teekannen, tanzende Spielkarten oder duftende Rosenblüten. Alle Akteure sind in sehr originelle, ideenreiche Kostüme verpackt, welche die Choreographien der Tanzpassagen noch hervorhoben. Die Tänze waren auf die Altersgruppen abgestimmt, mal mit erfrischend lustigen Bewegungen bei den Kleinen, mal mit anspruchsvollem Spitzentanz bei den Fortgeschrittenen.

Die Zuschauer konnten die ganze Reise in gesprochenen Texten mitverfolgen und waren nicht ausschließlich auf ihre Fantasie beim Betrachten des Tanzes angewiesen. Ansprechende Textpassagen geleiteten durch das Stück. So konnten sie etwa an der grotesken "Nichtgeburtstagsfeier" teilnehmen oder den Spielkarten beim Bemalen der Rosen zuhören. Einzig die Herzkönigin, schön unsympathisch dargestellt von Gunda Neukirch, erweckte wenig Sympathien. "Niemand besiegt die rote Königin - ab mit dem Kopf", erschreckte sie ihren Hofstaat aus einem Heer fantastischer Spielkarten und die quirligen, als Krocketbälle missbrauchten Igel. Kein Wunder, dass Alice vor ihr flüchtet.

Mit diesem Schreck im Nacken, ist es nicht so schlimm, dass die Fantasiereise vorüber ist. Alice erwacht benommen aus ihrem fantastischen Traum bei dem Satz ihrer Lehrerin (Renate Kries) "Wach auf Alice, wir wollen mit der Geschichtsstunde fortfahren - Alice, Du passt schon wieder nicht auf". Das Publikum spendete allen Mitwirkenden lang andauernden Beifall.

Quelle: RP
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