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Heimat entdecken in Erkelenz
Als Roy Black im Gloria-Theater auftrat

Heimat entdecken in Erkelenz: Als Roy Black im Gloria-Theater auftrat
Wilfried Peisen stellt sein neues Buch vor, das Erkelenz in den 1970er Jahren widerspiegelt. Es lädt zum Schmökern und Schmunzeln ein. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Stars wie Udo Jürgens, Chris Andrews und Roy Black haben in den 1970er Jahren die Vorzüge von Erkelenz bei ihren umjubelten Auftritten schätzengelernt. Diese Zeit lebt in einem neuen Buch des Heimaterforschers Peisen wieder auf. Von Anke Backhaus

Das Archiv der Stadt Erkelenz ist für Wilfried Peisen so etwas wie ein Lieblingsplatz. Viele Stunden verbringt er dort, spürt Schätze auf. Das Ganze hat er nun wieder in einem Buch verarbeitet. Natürlich ist es wieder seiner Heimatstadt Erkelenz gewidmet, diesmal geht es um die Jahre 1970 bis 1979. Peisen hat damit sein inzwischen siebtes Buch an den Start gebracht.

Schlagerstar Roy Black. Er ließ auch die Erkelenzer Mädchenherzen höher schlagen. 1970 war das, als er zu Gast im Gloria-Theater war und dort seinen Film "Wenn du bei mir bist" präsentierte. 1970 - das war auch das Jahr, in dem der Spatenstich zum Bau des Hallenbades an der Westpromenade erfolgte. Nicht nur die Erkelenzer wissen: Das alte Schwimmbad ist längst abgerissen und das neue, nun Erka-Bad genannte, längst an der Krefelder Straße gebaut.

Für sein neues Fotobuch hat Peisen ordentlich Zeitung gelesen. Die Rheinische Post, die Erkelenzer Volkszeitung, die Erkelenzer Nachrichten, die Westdeutsche Zeitung - die Tageszeitungen, die in diesem Jahrzehnt in Erkelenz erschienen, sind im Stadtarchiv fein säuberlich aufgehoben und sortiert. Wilfried Peisen berichtet: "An dem neuen Buch habe ich rund zweieinhalb Jahre gearbeitet. Ich habe die alten Zeitungen gelesen. Das, was ich besonders interessant fand, habe ich dann für mein neues Fotobuch genutzt."

Zurück zu Roy Black. Er war nicht der einzige Prominente, der in den 1970er Jahren die kleine Stadt am Niederrhein besucht hatte. Auch Stars wie Udo Jürgens und Chris Andrews haben die Vorzüge von Erkelenz bei ihren umjubelten Auftritten schätzengelernt.

Wilfried Peisen hat aber auch die lokalen Größen in den Mittelpunkt gerückt. Etwa den früheren Bürgermeister Willy Stein, der mal als Flachs-Bauer verkleidet auf dem Markt erschien und der Menge zurief: "Nun fangt an zu saufen!" Und da war auch der frühere Pastor an St. Lambertus, Hans-Walter Bosch, der während dieser Zeit einen geeigneten Standort für die neue Orgel suchte. Hier wird deutlich, wie sich die Dinge doch wiederholen, denn diese Orgel gibt es nicht mehr - und für deren Nachfolgerin ist mittlerweile eine stattliche Empore in der Kirche St. Lambertus errichtet worden.

Klar, dass auch eine Kleinstadt wie Erkelenz nicht ohne Skandale auskommt. So wurden damals im Kino Filme gezeigt, für die das Publikum dem jugendlichen Alter entwachsen sein musste. Dazu wird das Fotobuch angereichert mit der Kommunalpolitik und dem Karneval.

Fazit: Der Ur-Erkelenzer, der bestenfalls die 1970er Jahre bewusst in der Stadt erlebt hat, wird seine helle Freude an Wilfried Peisens neuem Werk haben. Es hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern liefert ein kurzweiliges Porträt einer Epoche Erkelenzer Stadtgeschichte und lädt zum Schmunzeln ein. Allerdings ist es nicht ganz günstig, denn wegen der zunächst kleinen Auflage kostet es pro Stück 39,80 Euro. Zu haben ist das Fotobuch in der Buchhandlung Viehausen an der Kölner Straße.

Quelle: RP
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