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Erkelenz
Alt und Neu kunstvoll verbunden

Erkelenz: Alt und Neu kunstvoll verbunden
Eine Verbindung zur Alt-Immerather Kirche bildet im Eingangsraum der neuen Kapelle die Arbeit aus alten Bleiplatten, denen Laufs Teile in Kreuzform entnommen hat. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Karl-Heinz Laufs hatte bei der Gestaltung der Kapelle St. Lambertus Immerath (neu) die Möglichkeit, sehr vielfältig zu arbeiten. Es ist ein enges Zusammenspiel von Architektur und Kunst entstanden - mit Erinnerungen an Alt-Immerath. Von Nicole Peters

In der neu erbauten und feierlich eingeweihten Kapelle St. Lambertus stehend, lässt Künstler Karl-Heinz Laufs im RP-Gespräch zurückliegende Arbeiten Revue passieren. Er ist mit Architekt Johannes Klomp und einem Mitglied des Kapellenvorstands an diesem Mittwoch Ansprechpartner für Besucher, die einzeln oder in kleinen Gruppen in die Passivhauskirche und Begegnungsstätte gekommen sind, um sich umzuschauen.

Er habe erstmalig eine Kirche ausgestaltet, ganz neu sei für ihn dabei die Gestaltung der Fenster gewesen, erzählt er. Dabei hat er die Möglichkeit gehabt, mit verschiedenen Materialien im modernen Stil unter Berücksichtigung des katholischen Ortes zu arbeiten. Entstanden ist ein enges Zusammenspiel von Architektur und Kunst.

Damit der Kirchgänger den Grund des Neubaus - den Abriss der Kirche in Immerath - nicht aus den Augen verliert, sind auch im kleinen Eingangsraum Materialien aus dieser verarbeitet. Laufs fertigte ein Bildnis mit alten Bleiplatten an, denen er Teile in Kreuzform entnommen hatte. Mit dem Eintritt in den Gebetsraum sind sie als Apostelkreuze, in die Wände eingefügt, zu sehen. "Die Idee dahinter ist, den Übergang von Alt zu Neu zu zeigen", sagt Laufs, "die zeitliche Dimension spiegelt sich zudem in der Patina auf dem Blei wider."

Linkerhand steht der Altar, das Zentrum der Kirche. Er ist aus eckigen Formen zusammengesetzt - gleich einem Steinaltar des Alten Testaments. Farblich abgesetzt ist an der Vorderseite eine kleine Platte aus der alten Kirche zu erkennen: Dahinter befindet sich ein Kasten, in dem sich Reliquien des alten Altars befinden.

Auf der Altarfläche zeigen fünf kreuzförmige Vertiefungen die Stellen an, an denen die Weihrauchfeuer bei der Einweihungsfeier brannten. "Wenn der Priester hinter dem Altar steht, kann er einen Teil des Altars als Form im gegenüberliegenden hohen Fenster sehen." Der verweist auf die Zusammenhänge: "Die Höhe betont, dass das Fenster in den Himmel weist." Die geometrisch abgebildete Form eines Gewandes im hintersten kleinen Fenster stehe symbolisch für ein heiliges Gewand, etwa das Mariengewand des Aachener Heiligtümer. Mit zunehmender Nähe zum Altar nehme der goldgelbe Farbanteil zu, der auf das Heilige hindeute.

Genaue Malereien hatte Laufs der ausführenden Werkstatt "Oidtmann" in Linnich vorgelegt, die sie mit passendem Glas umsetzte. Transparentes Glas eignete sich angesichts der geringen Größe der Fenster am besten, so dass jetzt durch sie hindurch der Himmel zu sehen ist, mehr Licht in den Raum gelangt und bunte Lichtreflexe auf die Wand fallen. Das Altarbild, das Karl-Heinz Laufs in seiner Grundhelligkeit genau auf den Raum abstimmte, besteht aus vier Einzelbildern, deren Abstände eine Kreuzform bilden. Es mutet in seiner Wirkung wie die Aussicht aus einem Fenster an. Beim Prozess des Malens habe er helle Farbe zugefügt, die wie Licht wirke, das nach oben strebe, ergänzt der Maler.

Vor den Ausführungen, auch von Ambo, Tabernakel, Heiligem Licht oder Kredenz, hat Laufs Skizzen angefertigt, Modelle gebaut, diese fotografiert und die Pläne zur Kunst-Kommission des Bistums Aachen geschickt. Enge Absprachen mit Architekt Johannes Klomp und Pfarrer Werner Rombach waren selbstverständlich.

"Nach den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz wird durchaus auch Schlichtheit betont", erläutert der Gymnasial-Lehrer, "entsprechend habe ich mich nicht verbiegen müssen."

Das enge Zusammenspiel von Architektur und Kunstwerk zeigt sich unter anderem in den passgenauen Aussparungen im Mauerwerk, in die die Elemente eingefügt wurden.

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