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Erkelenz
Alte Mühle in neuem Glanz

Erkelenz: Alte Mühle in neuem Glanz
Architekt Eberhard Schulz (Mitte) hat die Pläne für die Sanierung der Dalheimer Mühle gemacht. Die Brüder Markus (l.) und Alexander Willemsen wollen den Gastronomiebetrieb im September eröffnen. FOTO: RPO
Erkelenz. Die Dalheimer Mühle soll wieder zum beliebten Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer werden. Die Brüder Markus und Alexander Willemsen eröffnen dort einen Gastronomiebetrieb. Es laufen die letzten Vorbereitungen. Von Michael Heckers

dalheim Noch liegt eine dicke Staubschicht auf dem schweren, hölzernen Tresen am Eingang der Dalheimer Mühle. Doch schon bald soll die schlafende Schöne wieder aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Die Dalheimer Mühle wird derzeit auf Hochglanz poliert. Das frisch restaurierte Mühlrad und der rustikale Schriftzug auf der weißen Fassade sind äußere Anzeichen dafür, dass sich in und an der Dalheimer Mühle einiges getan hat.

Liebevolle Kleinarbeit

Markus (28) und Alexander Willemsen (30) haben dort in den vergangenen Monaten fleißig gewerkelt. Die Brüder aus Oberkrüchten brachten in liebevoller Kleinarbeit das Mühlrad wieder in Schwung. Auch das Innere der alten Mühle brachten sie auf Vordermann: „Wir wollen im September eröffnen“, sagt Markus Willemsen.

Dann soll es in der Dalheimer Mühle für Wanderer, Radfahrer und Ausflügler Kaffee, Kuchen und kleine Speisen geben. Ganz so, wie es früher war. Die Dalheimer Mühle war über viele Generationen hinweg ein beliebtes Ausflugsziel. Und nach wie vor ist die alte Wassermühle am Rothenbach Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren durch den Dalheimer Busch im angrenzenden Naturpark De Meinweg im deutsch-niederländischen Grenzgebiet.

Die Geschichte der Mühle ist eng verbunden mit der Entwicklung des benachbarten Klosterhofs an der Mühlenstraße, einem ehemaligen Zisterzienserinnen-Kloster. Die Dalheimer Mühle wurde im Jahr 1231 erstmals erwähnt. Damals erwarben die Zisterzienserinnen in Ophoven das Gebäude und den angrenzenden Weiher sowie eine große Menge Land von Heinrich Herr zu Helpenstein. Der Kauf der Mühle war Voraussetzung für den Umzug des Klosters im Jahr 1258. Das Amt für Denkmalpflege geht davon aus, dass das heute bestehende Mühlengebäude aus dem Jahr 1775 stammt. Der vordere Gebäudeteil wurde um 1880 zu gastronomischen Zwecken angebaut. In private Hände gelangte die Mühle, nachdem die französische Regierung das Kloster 1802 auflöste. Bis 1958 lief der Mahlbetrieb der Mühle. Die Mühleneinrichtung blieb weitgehend erhalten.

Vieles in Eigenregie

Seit 2001 ist die Dalheimer Mühle im Besitz von Familie Willemsen. Architekt Eberhard Schulz (65) aus Wegberg hat den Umbau in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege die behutsame Sanierung des Gebäudes geplant. Einiges zu tun gibt es vor allem noch an den sanitären Anlagen. Auch Stühle und Tische fehlen noch. Doch die Brüder sind optimistisch, dass es im September los gehen kann.

Fast alle Arbeiten erledigten die beiden in Eigenregie. „Darum hat’s auch so lange gedauert“, sagt Markus Willemsen schmunzelnd. Die dicke Staubschicht vom hölzernen Tresen am Eingang der Mühle zu pusten, dürfte da am Ende das kleinste Problem sein.

Quelle: RP
 
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