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Erkelenz
Alzheimer - so kann man helfen

Erkelenz: Alzheimer - so kann man helfen
Karl Heinz Feldhoff (von links), Petra Mittenzwai, Michael Sommer und Dr. Michael Plum luden beim Auftakt in der Erkelenzer Stadthalle zur Teilnahme an den 30 Veranstaltungen im Rahmen der Alzheimertage 2016 ein. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Die praktische Beschäftigung mit der Erkrankung kam nicht zu kurz bei der Auftaktveranstaltung der Alzheimer-Gesellschaft im Kreis Heinsberg zu den Alzheimertagen 2016 in der Erkelenzer Stadthalle. Von Kurt Lehmkuhl

Dafür sorgten die sportlich-tänzerische Aktivität auf der Bühne und im Saal unter der Leitung von Mieke Küppers, der Leiterin der Tanzgruppe der DJK Wassenberg und eine Station des Alzheimer-Parcours der Johanniter. Die Station, die sich mit dem Essen beschäftigt, hatte das Team von Astrid Hadick im Foyer der Stadthalle aufgebaut. Dort präsentierten viele Pflegedienstleister und Organisationen ihre Angebote, mit denen Alzheimer-Erkrankten das Leben erleichtert werden kann.

Wer sich bei den Johannitern in die Rolle eines Erkrankten versetzte, erfuhr, mit welchen Nöten und Schwierigkeiten die Betroffenen zu kämpfen haben. "So kann jeder erfahren, wie schwer es diesen Menschen habe, und er kann verstehen lernen, wie man helfen kann", erläuterte Sarah Greven vom Sozialen Dienst der Johanniter. Die Hilflosigkeit, die mangelnde Orientierung, aber auch die Gereiztheit sind oft Ausdruck einer Ohnmacht des Erkrankten. "Jeder kann besser damit umgehen, wenn er weiß, warum der Erkrankte sich so benimmt."

Dieses Erfahren war ein Aspekt, den Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, in seiner Eröffnungsrede ansprach. Sehen, zuhören und erfahren sollen die Besucher der 30 Veranstaltungen. Beginnend am Welt-Alzheimertag, dem 21. September, wird es bis zum 7. Oktober kreisweit Informationen über die Demenzerkrankungen im Allgemeinen und Alzheimer im Besonderen geben. Das Thema nimmt angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft an Bedeutung zu. Die Zahl der Erkrankten wird steigen, derzeit beträgt sie im Kreisgebiet rund 5000. "Wir müssen unsere Bürger bei diesem Thema mitnehmen", sagte Feldhoff zu den zahlreichen Besuchern im Saal. Viele gemeinsam könnten helfen, wenn sie informiert und zur Hilfe und Unterstützung der Dementen bereit sind.

Den medizinischen Teil des Abends hatten Dr. Björn Maassen, Oberarzt an der Klinik für Neurologie und der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin am Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz, und Chefarzt Dr. Michael Plum von der ViaNobis Fachklinik in Gangelt übernommen. Sie referierten über Diagnostik und Therapie bei Demenzerkrankungen. An eine Heilung ist zurzeit nicht zu denken. Eine Verhinderung oder eine Verzögerung der Erkrankung ist primäres Ziel. Hinzukommt der angemessene Umgang mit den Erkrankten. Man müsse wissen, dass eine Handlung für denjenigen, der sich so verhält, immer einen Sinn macht, auch wenn sie das Umfeld als unverständlich ansieht. Eine Betreuung, die darauf keine Rücksicht nimmt, erzeugt nur Stress und beschleunigt den geistigen Abbau des Kranken.

Beispiele für rücksichtsvolles und helfendes Verhalten zeigte Petra Mittenzwei vom Demenz-Serviczentrum Regio Eifel/Aachen. In zwei kurzen Filme wurde dargestellt, wie Demente in Geschäften auffallen oder wie sie sich in ihrem Verhalten verändern. "Wer die Hilflosigkeit oder die Veränderung erkennt, kann diesen Menschen leicht und einfach helfen."

Erfreut zeigte sich Feldhoff darüber, dass inzwischen kreisweit alle Einrichtungen der Inneren Medizin vorhanden seien, was auch den Dementen zugutekomme. "Es gibt uns Sicherheit, wenn wir in unmittelbarer Nähe alles haben, was bei dieser Krankheit erforderlich ist." Hinsichtlich der Prävention stellt sich der Kreis immer besser auf. Wie Matthias Vondenbrink vom Kreissportbund im Rahmen seines Vortrages über Sport für Menschen mit Demenz erklärte, werden Übungsleiter ausgebildet, die Rehasport speziell für demente Menschen anbieten können. Man müsse den Krankheitsverlauf verzögern und den Krankheitszustand verbessern. Bewusstes Essen, ausreichende Bewegung und geistige Betätigung sind dabei die beste Medizin.

Quelle: RP
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