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Erkelenz
"Am Schneller essen" feiert buntes Fest

Erkelenz: "Am Schneller essen" feiert buntes Fest
Ehrenamtler Manfred Duchrow (l.), Mitinitiator von "Am Schneller essen", und Pfarrer Rüdiger Puchta begrüßten gestern die Gäste, darunter viele Kinder, zum Sommerfest auf dem Hof der Freikirchlichen Gemeinde. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Das kostenlose Mahlzeitenangebot der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde an jedem Dienstag besteht seit zehn Jahren. Zu seinem Erfolg gehört auch das soziale Miteinander. Gestern kamen Gäste und Freunde zum Sommerfest. Von Angelika Hahn

Franz und Anneliese Cremer haben es sich am großen Tisch mit anderen Bekannten gemütlich gemacht, gestern beim Sommerfest der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Am Schneller. Sie gehören zu den Stammgästen des allwöchentlichen Dienstagsangebotes "Am Schneller essen", zu dem sich um 18 Uhr durchschnittlich rund 75 Menschen treffen, die finanziell nicht gut betucht sind, aber auch die Gesellschaft und den Gedankenaustausch mit ähnlich betroffenen Mitmenschen suchen. Seit zehn Jahren nun gibt es dieses kostenlose Mahlzeitenangebot "für jeden, der Hunger hat", wie es auf den Faltblättern steht. Ein Grund zur Zufriedenheit, denn: "Hier ist die Stimmung immer prima, wir kommen jede Woche gern", sagen die Cremers.

Genau das ist es, auf was Pfarrer Rüdiger Puchta und den Initiatoren des Angebotes, Manfred und Astrid Duchrow, ankommt. "Es geht nicht nur um ein ,Abfüttern' der Gäste, sondern auch um den sozialen Aspekt, viele fühlen sich hier wie in einer großen Familie, suchen schlichtweg auch die Ansprache", sagt Pfarrer Puchta. Dennoch kämen auch Leute, die deutlich machen, dass sie nur einmal in der Woche warm essen (können), die seien aber eher in der Minderzahl.

Der Gästekreis hat sich verändert. Waren anfangs Drogenabhängige und Einzelgänger, auch Obdachlose mit vielfältigen Problemen die Zielgruppe, gehören heute Menschen aller Generationen zum Klientenkreis: der jüngere arbeitslose Single ebenso wie viele Rentner oder Familien mit Kindern. Auch gestern wieselten viele Kinder auf dem Hof hinter der Freikirche umher, vergnügten sich auf der Hüpfburg, im Spielmobil der Stadt oder erprobten ihre Zielsicherheit beim Torwandschießen wie Julien (8) und Philipp (6) oder sie genossen Würstchen und weitere Köstlichkeiten vom Grill wie Rachel-Ronja (4), Enkelin der Duchrows.

Noch mal zurück zur Entwicklung des Mahlzeitenangebots: Waren es anfangs wenige, die sich im Gemeinschaftsraum der Kirche verloren, wurden es durch zunehmende Mund-zu-Mund-Propaganda schnell immer mehr. 130 Gäste waren die Spitze, erinnern sich die Duchrows, die auch nicht vergessen, das eifrige siebenköpfige Küchenteam zu erwähnen und die anderen Helfer, zu denen mittlerweile auch etliche der Gäste zählen.

100 Mahlzeiten mit Vorspeise (Salat oder Suppe) Hauptgang (mit oder ohne Fleisch) und Nachspeise werden jeden Dienstag ab 13 Uhr zubereitet. Die Lebensmittel werden aus Spenden der Gemeinde gekauft oder auch von Firmen gespendet, mit der Wegberger Tafel bestehe eine Zusammenarbeit.

Schön findet Pfarrer Buchta, dass das Projekt längst ein Beispiel für gelebte Ökumene geworden ist, denn Gäste und Helfer verschiedener Konfessionen beteiligen sich gemeinschaftlich.

Quelle: RP
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