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Erkelenz
Anwohner beklagen Lärmbelastung

Erkelenz: Anwohner beklagen Lärmbelastung
Wo früher der Verkehr auf der B 57 nahe dem Oerather Mühlenfeld vorbeirollte, halten die Fahrzeuge heute bei Rot und fahren bei Grün wieder an. FOTO: spe
Erkelenz. An der Bundesstraße 57 in Erkelenz führen die neuen Ampelanlagen zu Unmut bei den Anrainern. Auch mit den Anliegern der Tenholter Straße sucht der Bezirksausschuss Erkelenz-Mitte nach Lösungen. Von Andreas Speen

Nach Hinweis aus der Bevölkerung prüft der Landesbetrieb Straßen NRW derzeit die Lärmbelastung rund um die neue Straßenverbindung zwischen der Bundesstraße 57 und der Landstraße 227 in Erkelenz. In einem Brief an die Behörde sowie die Stadt Erkelenz und die Ratsfraktionen heißt es, dass es mit Inbetriebnahme der Ampelanlagen im Mai "zu einer unzumutbaren und die Grenzwerte weit übersteigenden Lärmbelästigung gekommen ist". Wo bisher der Verkehr gleichmäßig an den Häusern in den Erkelenzer Höfen vorbeirauschte, sehen sich die Anwohner jetzt mit bremsenden sowie beschleunigenden Fahrzeugen konfrontiert.

Die Anwohner haben den Lärm selbst gemessen, schrieben sie an die Behörden und Politiker. Mehrfach seien die Höchstwerte von 50 bis 55 beziehungsweise 40 bis 45 Dezibel mit in der Spitze mehr als 110 Dezibel überschritten worden. Eine Lärmschutzwand sei dringend erforderlich.

Montagabend beschäftigte sich der Bezirksausschuss Erkelenz-Mitte mit diesem Anliegen. "Die Stadtverwaltung hat den Bürgern geantwortet, dass sie nicht zuständig ist, da es sich um Bundes- und Landesstraßen handelt", berichtete Vorsitzender Klaus Steingießer (CDU). Darauf dürfe sich der Bezirksausschuss jedoch "nicht zurückziehen, weil wir uns für die Bürger verantwortlich fühlen". Beschlossen wurde einstimmig, als Erkelenzer Bezirksausschuss den Landesbetrieb Straßen NRW um eine Lärmmessung zu bitten. "Dass diese bereits läuft", teilte deren Sprecher Gregor Hürter gestern auf Nachfrage unserer Redaktion mit. "Uns hat der Brief der Anwohner erreicht. Derzeit wird eine Lärmberechnung erstellt, und die Anwohner bekommen eine Antwort von uns."

Über Verkehrslärm und gefährliche Situationen klagen ebenfalls die Anwohner der Tenholter Straße. Und das schon lange, wie Steingießer im Bezirksausschuss festhielt. Über Ideen, wie die Belastungen reduziert werden könnten, wolle er deshalb noch einmal mit dem Ausschuss sprechen: "Einerseits ist die Straße stark belastet, andererseits ist sie ein wichtiger Zubringer in die Stadt und zum Krankenhaus." Dass deshalb "bauliche Veränderungen kaum zu realisieren sein werden", erklärte unter anderen Ulrich Wendt (Grüne). Eine dauerhaft installierte Anzeige, die Autofahrer auf das gefahrene Tempo hinweist, schlug Katharina Salentin (CDU) vor: "Auf mich haben die immer einen psychologischen Effekt." Für eine erneute Verkehrsmessung und -zählung plädierte Andreas Dahlke (SPD). Und er bat die Polizei, auf der Tenholter Straße noch öfter zu kontrollieren, während Wendt anregte, die Stadt Erkelenz solle darüber nachdenken, "ein eigenes Radarmessgerät anzuschaffen". Einstimmig beschloss der Bezirksausschuss schließlich, von der Stadt zunächst Verkehrsmessungen zu fordern, um eine Basis für eine weitere Diskussion zu erhalten.

Quelle: RP
 
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