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Erkelenz
Auch Wehmut bei der Einsegnungsfeier

Erkelenz: Auch Wehmut bei der Einsegnungsfeier
Diakon Kurt Esser übernahm die Einsegnung der neuen offenen Friedhofshalle in Borschemich. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Aussegnungshalle auf dem Friedhof Borschemich ihrer Bestimmung übergeben. Architektur sorgt für Diskussionen.

Nicht jeder, der an der Einsegungsfeier der neuen Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Borschemich teilnahm, schien von dem Gebäude begeistert zu seien. Zu klein, zu luftig, wenig attraktiv, lauteten Kritikpunkte, wobei besonders unangenehm schien, dass ein Sarg bei der Aussegnung im Freien stehen müsse. Aber auch die Gäste einer Trauerfeier sind den Unbilden des Wetters ausgeliefert.

Der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg, erläuterte auf dem städtischen Friedhof, zu dem sich die Teilnehmer der kleinen Feier in einer Prozession von der Kapelle aus begeben hatten, dass diese Halle in Anlehnung an den Entwurf der Aussegnungshalle in Immerath entstanden sei. Dennoch habe sie mit ihrem kubusförmigen Raum und dem offenen Winkelbau eine eigenständige Struktur. Der zur Verfügung stehende Platz sei nicht sehr groß gewesen, deshalb sei eine offene Form gewählt worden, die dem Ort angemessen und dem Platz angepasst sei. Die Aussegnungshalle gebe besonders durch die Glasfenster, die der Glaskünstler Marcus Steffen gestaltet hatte, dem Friedhof einen würdigen Raum. Steffen erläuterte, dass er bei den drei Fenstern, die die nackte Betonwand auflockern, den Anfang, das Leben selbst und das Ende des irdischen Daseins thematisiert habe, symbolisiert durch die griechischen Buchstaben Alpha und das Omega. Das bunte Glas, in dem sich die Sonnenstrahlen brechen können, steht im krassen Kontrast zum grauen Beton.

Für die Dorfgemeinschaft ergriff Hans-Jürgen Goebels das Wort. Er hatte zuvor auch in der Kapelle die Teilnehmer begrüßt, darunter Vertreter der Borschemicher Vereine, der Stadt Erkelenz und der ausführenden Bauunternehmungen. Wie Lurweg freute sich Goebels darüber, dass Teile vom alten in den neuen Ort mitgenommen werden konnten, wie etwa die Portalplatte der ehemaligen Borschemicher Kirche aus dem Jahr 1451 oder ein Grabstein von 1705. In Sachen Architektur ließe sich wie in der Kunst über jedes Objekt trefflich streiten. So könne man auch über diese Aussegnungshalle durchaus unterschiedlicher Meinung sein. "Wenn man will, kann man in jedem Gebäude etwas Positives sehen", meinte er, bevor Diakon Kurt Esser die Einsegnung vornahm.

Anschließend gab es auf dem Friedhof den traditionellen Kreuzweggang zur Fastenzeit der St.-Martinus-Schützenbruderschaft Borschemich, an dem sich viele Gäste der Einsegnungsfeier beteiligten. Dass dabei Erinnerungen an den alten Borschemicher Friedhof mit seinen Grabstätten und dem üppigen Bewuchs wachwurden, blieb nicht aus.

(kule)
 
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