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Erkelenz
Auf der Suche nach passenden Öffnungszeiten in Kindergärten

Erkelenz. Im Jugendhilfeausschuss stand ein Antrag der SPD im Fokus. Darin ging es um die Ausdehnung der Öffnungszeiten in Kindergärten. Die Stadt will sich bewegen - daher zog die SPD den Antrag zurück. Von Anke Backhaus

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Thema, über das sich trefflich diskutieren lässt. Jüngstes Beispiel ist die Sitzung des Jugendhilfeausschusses der Stadt Erkelenz - in der stand der Antrag der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Erkelenz auf der Tagesordnung, der sich mit der Erweiterung des Betreuungsangebotes in den Kindertagesstätten im Stadtgebiet befasst. Konkret geht es den Sozialdemokraten darum, Eltern regelmäßig (im Zweijahresrhythmus) zu befragen, um so zu ermitteln, wie der Bedarf nach erweiterten Öffnungszeiten in der Praxis aussieht. Im Sitzungssaal des Rathauses entfachte eine lebhafte und teils emotional geführte Debatte - mit dem Ergebnis, dass die SPD den Antrag zurückzog.

Wie Michael Tüffers, stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, für seine Fraktion erklärte, gehe es in der Berufstätigkeit von Eltern heutzutage immer mehr um das Stichwort Flexibilität, die Arbeitgeber von Arbeitnehmern erwarten. Nach Ansicht der SPD-Fraktion müsse das auf die Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen übertragen werden, damit sich die Betreuungszeiten der Kinder besser auf reale Bedingungen anpassen. Im Klartext heißt das: Die Sozialdemokraten wünschen sich eine Modifizierung der Elternbefragung; im Jahr 2012 hat die Verwaltung bereits eine Befragung durchgeführt. Und: Mindestens eine Gruppe (25 Plätze) soll nach Meinung der SPD entstehen, in der Kinder flexibel zwischen 6 und 18 Uhr (mindestens vier, maximal neun Stunden) betreut werden. Besonders wichtig ist der SPD, dass Eltern befragt werden, deren Kinder noch nicht in einer Tageseinrichtung betreut werden.

Aktuell können Kinder in den 25 Tageseinrichtungen auf Erkelenzer Stadtgebiet zwischen 7 und 16.30 Uhr betreut werden. Michael Tüffers stellte ein Beispiel vor: "Eltern, die morgens vor 7 Uhr das Haus verlassen müssen und erst nach 16.30 Uhr ihre Arbeit beendet haben, sind darauf angewiesen, dass Tagespflegeeltern die Kinder in die Einrichtung bringen und auch wieder abholen. Dieser Umstand ist nicht glücklich, vor allem nicht für das Kind." Dem stellte Kerstin Schaaf (CDU) entgegen: "Wer heute sein Kind in einer Einrichtung anmeldet, hat sich mit der Tatsache angefreundet, dass es exakt diese Öffnungszeiten gibt. Die Eltern haben sich dann darauf eingestellt, dass es für die Randzeiten andere Betreuungsmöglichkeiten geben muss und solche auch organisiert."

Einen wichtigen Aspekt brachte Ulla Sevenich-Mattar in die Diskussion ein: "Wir sollten uns fragen, wie es die Kinder empfinden, wenn sie noch ganz spät in der Einrichtung sind. Meist handelt es sich dann nur noch um wenige Kinder." Damit sprach sie den Aspekt an, den die Verwaltung bereits in der Vorlage mitgeteilt hatte - demnach zeigte die Elternbefragung im Jahr 2012 (befragt wurden 684 Eltern, von denen nur 20 Eltern eine Ausdehnung der Öffnungszeiten wünschten) einen nur geringen Wert an, der letztlich nicht zu Änderungen führte. Allerdings sieht die Stadt veränderte Bedingungen in den Familien, so dass das Anmeldeformular erweitert worden ist. Hinsichtlich der Öffnungszeiten können Eltern ihre Wünsche konkret angeben.

Jugendamtsleiter Claus Bürgers erklärte den Willen der Stadt, auf die Eltern zuzugehen. "Wir sehen eine Notwendigkeit der Flexibilisierung. Darum sind wir in Gesprächen, um Lösungen zu finden."

Quelle: RP
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