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Erkelenz
Aus der Not entsteht ein neues Zentrum

Erkelenz: Aus der Not entsteht ein neues Zentrum
Präsentierte jetzt die umfassend erneuerten Räumlichkeiten des Diaverum-Dialysezentrums in Erkelenz: der Ärztliche Leiter Dr. Jens Benders. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Dauerhafte Nässeschäden zwangen das Erkelenzer Diaverum-Dialysezentrum 2014 zum vorübergehenden Umzug ins Wegberger Krankenhaus. Jetzt eröffnete die Einrichtung in komplett neugestalteten Räumen im Facharztzentrum. Von Angelika Hahn

Erleichterung und Freude war allen Beteiligten anzusehen: Nach der durch andauernde Wasserschäden nötig gewordenen kompletten Neuerstellung der Räume strahlt das am vergangenen Wochenende wieder bezogene Diaverum-Dialyse-Zentrum im Facharztzentrum beim Erkelenzer Krankenhaus angenehme Helligkeit, größere Offenheit und Übersichtlichkeit aus, verbunden mit mehr Komfort für die Dialyse-Patienten, die viele Stunden in der Woche hier verbringen.

Zur Einweihungsfeier begrüßte Dr. Jens Benders, Ärztlicher Leiter der Einrichtung, Vertreter des Trägers und viele Kooperationspartner. Dass es sich in der Tat um einen Kraftakt handelte, beschrieb Benders lebhaft. Er umriss die Vorgeschichte des Umbaus, die wiederholten Wasserschäden, die langandauernden, kleinteiligen Sanierungsmaßnahmen in dem erst 2007 bezogenen Neubau. "Vor anderthalb Jahren waren wir schließlich gezwungen, die Einrichtung gänzlich in andere Räumlichkeiten zu verlegen. Der erforderliche Sanierungsumfang war mit den notwendigen Patientenbehandlungen in unserem Zentrum nicht mehr in Einklang zu bringen." Als "höchst glückliche Fügung" bezeichnete es Benders, dass das St. Antonius Hospital in Wegberg in die Bresche sprang und dem Zentrum Räume zur Anmietung zur Verfügung stellte, was nach entsprechender - ebenfalls keineswegs unaufwendiger Umrüstung - die Sanierungszeit in Erkelenz überbrücken half. Viel Lob und herzlicher Dank ging hierfür an Dani Molz, Geschäftsführerin des Wegberger Hauses. Hochachtung auch für die beteiligten Firmen, Mitarbeiter und die federführenden Architekten/Planer Thomas Lennartz und Falk Sommer, die dafür gesorgt hätten, dass der Zeitplan exakt eingehalten werden konnte und die Umzüge ohne Behandlungslücken für die Patienten gestemmt werden konnten. Die Entscheidung für einen vollständigen Neubau der Dialyse im Facharztzentrum sei richtig gewesen, betonte Benders. "Der Mehraufwand gab uns die einmalige Gelegenheit, die Räumlichkeiten nochmals ganz unseren Anforderungen anzupassen."

Das Erreichte und die Perspektiven des Zentrums umriss Benders ebenfalls. Dabei wurde die Ausweitung und Differenziertheit des Behandlungsangebotes deutlich, das die klassische Blutwäsche an 34 Dialyseplätzen mittlerweile ergänzt. "Heute werden etwa viermal so viele Patienten ambulant nephrologisch versorgt wie noch vor fünf Jahren", sagte Benders. Er verwies auf eine vertiefte Kooperation mit den Krankenhäusern, vor allem auch in Erkelenz und Heinsberg - auch durch die wachsende Zahl der auf Intensivstationen notwendigen Dialysen. Benders nannte einen Anstieg von 100 Intensivdialysen pro Jahr auf heute 100 im Quartal in den letzten fünf Jahren. Hinzugekommen sei zudem die Hämodiafiltration, eine besondere Form der Blutwäsche, und die Hilfe bei Bauchfelldialyse. Auch die Möglichkeiten der Behandlung von Patienten zu Hause und in Pflegeeinrichtungen hätten sich erweitert.

"Ganzheitliche Betreuung" heißt das Stichwort - bezogen auf immer mehr komplexe Krankheitsbilder, vor allem auch bei älteren Patienten - eine Herausforderung in Zeiten des demografischen Wandels. Was ebenso für die Kooperation mit anderen medizinischen Fachdisziplinen gilt. Dass diese Zusammenarbeit in Erkelenz funktioniert, zeigte die Anwesenheit ärztlicher Kollegen, an ihrer Spitze der Ärztliche Direktor Dr. Harry Elsbernd vom Krankenhaus, der als Internist mit einem Fachvortrag Schnittmengen zwischen "seiner" Fachdisziplin Gastroenterologie (Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts) und der Nephrologie (Nierenerkrankungen) aufzeigte.

Für Diaverum Deutschland bescheinigte dessen Ärztlicher Leiter Prof. Martin Hansis dem Erkelenzer Zentrum (dazu gehört auch die Dependance mit 16 Dialyse-Plätzen in Heinsberg) mit 30 Mitarbeiterstellen eine Spitzenposition unter den 21 Standorten der Diaverum Gruppe in Deutschland. 110 Dialyse-Patienten (15.600 Behandlungen je Jahr) werden von Diaverum in Erkelenz und Heinsberg derzeit betreut.

Quelle: RP
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