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Erkelenz
Automobile Freiheit und amerikanische Träume

Erkelenz. Zwischen Ziegelweiher und Burgplatz hatten am Wochenende die lokalen Autohäuser das Ziel, den individuellen Kundenwünschen gerecht zu werden. Von Jessica Balleer

Ulf Negwer hätte allen Grund gehabt zwischen den 28 ausgestellten VW-Fahrzeugen im Ziegelweiherpark abzutauchen. Dieselkrise, Konzernumbau und eine Rückrufaktion vor der Brust. "Der Abgasskandal ist natürlich auch auf lokaler Ebene im Kundenkontakt ein Thema", sagte Negwer vom Autohaus VW Sirries auf der zweitägigen Erkelenzer Automobilausstellung (EAA). Man arbeite jedoch mit Hochdruck an Lösungen, und "die Kunden können beruhigt sein, dass Sicherheit und Fahrverhalten nicht beeinträchtigt sind".

Neben neuesten Modellen, vom eleganten Touran bis Skoda-Kombi, war der wahre Blickfang ein blassroter Caddy, dessen Funktionalität über Defizite in Sachen Charme und Eleganz hinwegsehen ließ: Rollstuhlverladerampe, Gasring oder Stützen und damit 1,4 Tonnen automobile Freiheit: In einer Kooperation mit dem Autohändler "Sodermanns" aus Wassenberg war der Kastenwagen behindertengerecht umgebaut worden. "Wir können Menschen wieder mobil machen, die sonst nicht so beweglich wären", sagte Auszubildende Christine Brasack.

Zwischen Ziegelweiher und Burgplatz hatten die insgesamt 14 Aussteller lokaler Autohäuser alle das Ziel, den individuellen Kundenwünschen gerecht zu werden. Die Suche nach Hybrid-, Elektro- oder Gasantrieb war allenthalben anzutreffen. Die wichtigsten Themen drehten sich an allen Ständen um Emissionswerte, Familientauglichkeit und Fahrspaß. Bis an die Grenzen ausgereizt wurde der Spaß direkt an der Burg auf einem künstlichen Gelände-Parcours. Das Autohaus Conen hatte für die Präsentation seiner Sport- und Nutzfahrzeuge ("SUV") einen "Spielplatz" für Offroadbegeisterte angelegt. Wie Panzer rollten Jeeps in sämtlichen Größen über Wippen und Balken. Autos für Jäger, Reiter, Segler, für amerikanische Träumer und für Puristen, denen Fahrfreude mehr sagt als ein 13-Liter-Verbrauch. Auch Zweirad-Fans hatten am vergangenen Wochenende eine Anlaufstelle. Michael Cremer von "Cars and Parts" aus Linnich hatte neun Yamaha-Maschinen auf der EAA ausgestellt. "Naked Bike" heiße der alte und neue Trend auf dem Motorradmarkt, handliche Räder ohne Verkleidung. Cremer sagte, die traditionell am vierten Septemberwochenende stattfindende Ausstellung läute auch für ihn die Saison erst ein: "Die meisten Maschinen verkaufen wir tatsächlich im Oktober und November." In Erkelenz gehe es ihm aber nicht um den direkten Verkauf: "Die EAA ist eine bekannte Adresse, immer gut besucht und damit ein Pflichttermin für uns."

Quelle: RP
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