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Erkelenz
Automobilgeschichte "on Tour"

Erkelenz: Automobilgeschichte "on Tour"
Impression vom Start zur Oldtimer-Rallye auf dem Erkelenzer Markt - hier macht sich gerade ein Mercedes DB 220 D, Baujahr 1966, auf die 130 Kilometer lange Strecke. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Endlich gibt es sie wieder, die Traditionsveranstaltung: Erkelenz war Dreh- und Angelpunkt für die Internationale 18. Grenzland-Ausfahrt, die Oldtimer und ihre Fahrer durch den Kreis Heinsberg und darüber hinaus führte. Von Katrin Schelter

Mit röhrenden Motoren rollen die Fahrzeuge an den Zuschauern vorbei, liebevoll gepflegt und für diesen wichtigen Tag herausgeputzt, bringen sie so manchen Autoliebhaber ins Schwärmen. Die Fahrerteams und ihre treuen "Unterbauten" haben ab dem Startpunkt am Erkelenzer Markt eine Strecke von rund 130 Kilometer vor sich, die sie im Laufe des Tages bewältigen werden - eingefleischte Fahrzeugfans haben diesen besonderen Oldtimertreff in den letzten drei Jahren schmerzlich vermisst.

Für die 18. Auflage der Internationalen Grenzland-Ausfahrt, wie immer von der Oldtimer Interessengemeinschaft Grenzland organisiert und tatkräftig von der Dekra unterstützt, hätte es wohl kaum einen schöneren Tag für das "Comeback" geben können. "Bei dem perfekten Wetter ärgere ich mich fast, dass ich dieses Jahr nicht mitmache", lachte Peter Krings, der selber zehn Jahre lang an der "Rallye" teilnahm und stolzer Besitzer eines Mercedes 170D OTP Baujahr 1950 ist, den er über drei Jahre hinweg sorgfältig restauriert hat.

Insgesamt gingen 99 Fahrzeuge aus den Baujahren 1916 bis 1987 an den Start - die es auch allesamt selbstständig und wohlbehalten wieder zurück ins Ziel schafften, wo sie von unzähligen Zuschauern empfangen wurden. Winfried Peters, Vorsitzender der Oldtimer I.G. Grenzland und Organisator der Veranstaltung, betonte die Wichtigkeit dieser automobilen Traditionspflege: "Während der Tour kommt es nicht auf das Tempo an, sondern darauf, sich auf der Strecke zurechtzufinden und die Aufgaben zu meistern", erklärte er.

Die Prüfungen entlang der Strecke forderten von den Fahrern und Beifahrern Maßarbeit, Geschicklichkeit und vor allem Teamwork - so mussten beispielsweise 300 Meter Strecke möglichst exakt in 46 Sekunden gefahren werden, oder ein Stück Straße passgenau mittig befahren werden.

Erster Teilnehmer im Ziel war Hermann-Josef Bongartz mit seinem BMW 327 aus dem Jahr 1938. Bongartz, mit 83 Jahren ältester im Teilnehmerfeld, war als Dritter gestartet und freute sich über die gelungene Tour. Früh über die Ziellinie rollte auch der BMW 319/1, Baujahr 1936, von Andreas Frank. Obwohl dieser viel Rallye-Erfahrung mitbringt, sagte er: "Die Grenzland-Ausfahrt ist selbstverständlich immer wieder eine Fahrt wert, und diese war die Beste bisher". Auch andere Teilnehmer hatten nur ausdrückliches Lob für Organisatoren und Zuschauer über.

Natürlich gab es auch einige besondere Publikumslieblinge: Neben dem großen und leistungsstarken Pontiac Catalina mit 290 PS wirken die beiden BMW Isettas winzig, sind für den Ein oder Anderen dafür aber umso mehr der geheime Favorit. Auch die bemerkenswerte Zahl an Vorkriegsfahrzeugen sorgte für staunende Augen. Mit 101 Jahren ältestes Fahrzeug war der Ford T von 1916 aus dem Fuhrpark von Werner Straube aus Jüchen.

Während die Oldtimer über Land und Dörfer fuhren, moderierte Dieter Schuhmachers unterhaltsam durch das Rahmenprogramm auf der Bühne am Erkelenzer Markt. So wurde dem dortigen Publikum unter anderem eine Präsentation von vier top-gepflegten Fahrzeugen der Marke Glas, Interviews und Boogie-Woogie-Tänze der Tigerfeet geboten, bevor die Siegerehrungen am Abend einen gekonnten Schlusspunkt setzten.

Winfried Peters freute sich über das gelungene Oldtimer-Spektakel: "Wir hatten ein wunderschönes Teilnehmerfeld mit sehr seltenen Fahrzeugen und wir haben für die neue Auflage und das schöne Ambiente in Erkelenz viel Zuspruch bekommen", sagte er begeistert. Besonders dankbar sei er den über 40 ehrenamtlichen Helfern entlang der Strecke.

Quelle: RP
 
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