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Erkelenz
Bahnbrücke ist in fünf Jahren zu sanieren

Erkelenz: Bahnbrücke ist in fünf Jahren zu sanieren
Die rund 100 Jahre alte Bahnunterführung an der Straße "Im Mühlenfeld" in Erkelenz muss laut Deutsche Bahn in drei bis fünf Jahren erneuert werden. FOTO: Speen
Erkelenz. Die Deutsche Bahn bittet die Stadt Erkelenz um ein Gespräch. Ihr Ziel ist weiterhin "in Kooperation das alte Bauwerk zu verfüllen und stattdessen ein Ersatzbauwerk zu errichten". Die alte Bahnunterführung muss erneuert werden. Von Andreas Speen

Die Deutsche Bahn unternimmt einen neuen Vorstoß, mit der Stadt Erkelenz eine neue Unterführung zwischen Neusser Straße und Anton-Raky-Allee zu errichten. Im März wird es dazu ein Gespräch mit der Stadtverwaltung geben, erklärte ein Pressesprecher der Deutschen Bahn gegenüber unserer Redaktion. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Ansgar Lurweg, bestätigte, dass die Deutsche Bahn mit einem Gesprächswunsch auf Erkelenz zugekommen sei.

Im Jahr 2013 hatte die Stadt Erkelenz von der Deutschen Bahn erfahren, dass die Unterführung an der Straße "Im Mühlenfeld" zur Sanierung ansteht. Bürgermeister Peter Jansen hatte daraufhin erklärt, dass die Stadtverwaltung prüfen lassen wolle, ob sich diese Baumaßnahme mit weiteren Vorhaben im Umfeld verknüpfen ließe. Später hieß es, die Bahn habe erklärt, dass die mehr als 100 Jahre alte Unterführung sogar dringend sanierungsbedürftig sei. Dass in Erkelenz bisher niemand so richtig weiß, was dieses "dringend" heißt, hatte sich kürzlich noch einmal bei einem Treffen vom Arbeitskreis ÖPNV und Verkehr des "Runden Tisch Erkelenz" gezeigt. Weder das Antwortschreiben auf einen Brief des Arbeitskreissprechers Jürgen Seeler an die Bahn noch die anwesenden Ratspolitiker von CDU und SPD brachten Konkretes. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte die Deutsche Bahn nun mit: "Die vorhandene Eisenbahnüberführung im Zuge der Mühlenstraße befindet sich in einem erneuerungsbedürftigen Zustand. Nach jetzigem Bauwerkszustand muss mit dem Ersatzneubau in rund drei bis fünf Jahren begonnen werden."

Die Stadt Erkelenz hat den Fußgängertunnel unter den Bahngleisen an der Mühlenstraße schon lange für sanierungsbedürftig erklärt. FOTO: Speen

Wie die Bahnunterführung künftig gestaltet sein sollte, ist in Erkelenz politisch umstritten. Es hatte bereits Pläne von Bahn und Stadt gegeben, die 2015 in einer Bürgerversammlung vorgestellt worden waren: Eine neue Unterführung mit Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer sollte die Neusser Straße und Anton-Raky-Allee verbinden, dafür sollten der alte, schmale Tunnel und die alte, marode Fußgängerunterführung zur Mühlenstraße aufgeben werden. Kritiker hielten den Plänen entgegen, der neue Tunnel bringe viel zusätzlichen Verkehr in die Innenstadt. Die Bahn solle lieber nur die alte Unterführung sanieren.

Kurz vor den Beratungen zum Stadthaushalt im vergangenen November wurde dann aber klar: Stadt und Bahn finden nicht zueinander. In seiner Neujahrsansprache ging Bürgermeister Peter Jansen darauf ein: "Das Projekt der Verbesserung der Bahnunterführung, das sich im Planungs- und Prüfungsverfahren zur Umsetzung befand, musste gestoppt werden, weil die DB jetzt doch nicht so vorangekommen ist, wie sie es selbst gewollt hat. Die vom Land hierfür zugesagten Fördermittel können dadurch nicht, wie beabsichtigt, sicher durch die Bezirksregierung, auch wegen derzeit fehlender Förderrichtlinien, zugesagt werden." Damit sei das Projekt vorerst gestoppt.

Gitterplatten sichern die sanierungsbedürftige Bahnunterführung ab. Die Deutsche Bahn würde gerne mit der Stadt Erkelenz neu bauen. FOTO: Speen

Schon zwei Wochen zuvor waren vor allem die Grünen auf dieses Projekt bei der Beratung des Stadthaushalts für 2017 eingegangen. Hans Josef Dederichs hatte sogar die Zustimmung der Grünen damit begründet, dass das Vorhaben einer neuen Bahnunterführung "aufs Abstellgleis" geschoben sei. Die SPD hatte ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Projekt jüngst noch einmal beim Arbeitskreis ÖPNV und Verkehr bekräftigt.

Nun bittet die Deutsche Bahn die Stadt Erkelenz um ein neues Gespräch. Dazu erklärte ein Bahnsprecher: "Es ist nach wie vor unser Bestreben, in Kooperation mit der Stadt Erkelenz das alte Bauwerk zu verfüllen und stattdessen ein Ersatzbauwerk in Höhe der alten Fußgängerunterführung zu errichten. Wir stehen hierzu in ständigem Austausch mit Vertretern der Stadt Erkelenz. So findet zum Beispiel die nächste Planungsbesprechung am 2. März im Hause der Stadtverwaltung statt."

Wie hoch die Chancen sind, dass das Projekt doch noch gemeinsam realisiert wird, vermag Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg nicht einzuschätzen. Zurzeit sehe er keine Fördermöglichkeiten. Kommt die "große Lösung" nicht, so viel ist Lurweg zufolge sicher, werden sich die Erkelenzer Ratspolitiker auf jeden Fall mit dem alten Fußgängertunnel an der Mühlenstraße beschäftigen müssen, der im Besitz der Stadt ist: "So wie der im Moment ist, ist er weder für jedermann zugänglich, noch wird er zu halten sein." Weil er nicht barrierefrei zugänglich und für Fahrräder aufgrund seiner Höhe ungeeignet ist, könnte es dazu kommen, dass sich Erkelenz hierzu eine eigene Lösung wird suchen müssen. In einem Monat könnte die Stadtverwaltung hierzu dann mehr wissen.

Quelle: RP
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