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Erkelenz
Ein Markt zum Erleben und Genießen

Bauernmarkt Hohenbusch: Ein Markt zum Erleben und Genießen
Äpfel aus der Region, die zu Apfelkraut und Apfelsaft verarbeitet werden. Die Besucher durften viel probieren. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Der Bauernmarkt rund um Haus Hohenbusch prägt den Heimatbegriff im Erkelenzer Land. Hier werden die Arbeit und die Produkte der hiesigen Landwirte erlebbar gemacht und hier können die Besucher erfahren, wie Heimat schmeckt. Von Anke Backhaus

Kaum an einem anderen Ort im Erkelenzer Land wird der Begriff Heimat so definiert und geprägt wie auf dem Bauernmarkt rund um Haus Hohenbusch. "Unsere Heimat ist unser ländlicher Raum", sagt auch Ulrike Kamp. Die Vorsitzende der Rheinischen Landfrauen, Kreisverband Heinsberg, weiß das nicht nur, sie schätzt das auch. Und damit vor allem all die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der hiesigen Bauern, die gerade beim Bauernmarkt eben ganz besonders im Mittelpunkt stehen.

Zum 17. Mal lud die Veranstaltergemeinschaft, die St.-Stephanus-Schützenbruderschaft Golkrath und die Schützenbruderschaft Unserer lieben Frau Erkelenz in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, zum Bauernmarkt ein. Und erneut kamen Tausende Besucher, um zumindest für ein Wochenende das Stichwort "zurück zur Natur" zu erleben.

Die Rheinischen Landfrauen zählen jedes Jahr zu den Ausstellern. Doch sie kommen nicht einfach so und erzählen den Besuchern das, was Landwirtschaft ausmacht - vielmehr geht es den Landfrauen darum, dass die Besucher des Bauernmarktes Handfestes präsentiert bekommen. Ulrike Kamp: "Das Wissen um unsere hier in der Region erzeugten Produkte, also die Lebensmittel, geht ja mehr und mehr verloren. Darum treten wir beim Bauernmarkt an, um mit konkreten Themen zu informieren." Konkrete Themen, das waren in der Vergangenheit etwa die Milch und die Kartoffel oder auch das Gemüse. Dieses Mal drehte sich bei den Kreis Heinsberger Landfrauen alles rund ums Ei. Im Angebot waren zum Beispiel der Frischetest und die Klärung der Frage, wie man herausfindet, ob das Ei bereits gekocht oder noch roh ist. Bei so manchem Besucher war der Aha-Effekt im Gesicht klar abzulesen. Auch ein begleitendes Quiz gab es, das interessante Aspekte zum Ei preisgab.

FOTO: Laaser, Jürgen (jl)

Doch nicht nur das Ei rückten die Landfrauen in den Vordergrund, auch die beliebten Kochbücher wurden beim Bauernmarkt verkauft. Das neueste Werk war nun beim Bauernmarkt erstmals zu haben - im aktuellen Kochbuch geht es um Obst.

Ulrike Kamp nutzt übrigens immer die Gelegenheit, um sich selbst auf dem Bauernmarkt umzusehen. Das Tiroler Bergbrot und der dazu passende Bergkäse weckte ihr besonderes Interesse. "Das habe ich dann gekauft. Und das haben wir zum Abendessen genossen." Die heimischen Landfrauen - sie wissen regionale Produkte eben besonders zu schätzen.

Ein Lebensmittel zu schätzen wissen, das ist auch für Hermann Giesen aus Lüttelforst entscheidend. Seit sechs Jahren ist er beim Bauernmarkt dabei. Mit Apfelkraut und Apfelsaft. "Ich habe ja nie geplant, so etwas zu machen", steigt er in seine Geschichte ein. Im heimischen Garten freut er sich zwar über eine Menge Apfelbäume, doch dass viele der Äpfel Jahr für Jahr ungenutzt von den Bäumen fielen und auf dem Boden liegenblieben, war ihm irgendwann ein Dorn im Auge.

Giesen, Jahrgang 1945, ein Nachkriegskind also, erinnerte sich viele Jahrzehnte zurück: "Ich habe überlegt, wie damals das Apfelkraut hergestellt wurde. Das war in den alten Zeiten ein klassisches Winterprodukt, das die Leute genutzt haben, um schlichtweg diese kalte Jahreszeit zu überleben." Dann hat er viel und lange probiert, noch mehr konstruiert und gebaut, ehe er das Apfelkraut und den Saft so hinbekam, wie es sein sollte. "Ich verwende nur Obst aus Streuobstwiesen. Darüber hinaus verwende ich keine Zusatzstoffe. Kraut und Saft sollen naturbelassen bleiben", sagte Hermann Giesen. Die Marktbesucher ließ er am Wochenende gerne probieren.

Probieren - das ist beim Bauernmarkt an vielen Ecken möglich. Ob Wein, Federweißer, Pesto, Wurst, Käse: Wem es schmeckt, der kauft auch ein. So ist es wohl kaum ein Wunder, dass viele Marktbesucher ordentlich bepackt den Bauernmarkt verlassen.

Stets auf Achse an beiden Hohenbuscher Markttagen war auch Wilfried Bürgers. Der Brudermeister der Golkrather Stephanusschützen zog gestern ein durchweg positives Fazit der Großveranstaltung: "Gut vor allem, dass wir die benachbarte Ackerfläche als Parkplatz nutzen konnten."

Quelle: RP
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