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Erkelenz
Benefizkonzert für zerstörte Orgel in Partnerstadt

Erkelenz. Nachdem durch einen Bericht unserer Redaktion in Erkelenz öffentlich wurde, dass in der Pfarrkirche der Partnerstadt Saint James bei einem Gewölbeeinsturz die erst vor kurzem umfassend restaurierte Orgel zu 90 Prozent zerstört worden ist, haben sich die Pfarrei Christkönig und die Stadt Erkelenz spontan entschlossen, ihre Solidarität mit der Partnergemeinde mit einem Benefizkonzert zum Ausdruck zu bringen. Es findet am Sonntag, 26. November, ab 19 Uhr in der Kirche St. Pauli Bekehrung in Lövenich statt.

Die Ausführenden sind der Bassbariton Manfred Bühl und Kantor Stefan Emanuel Knauer an der kürzlich restaurierten Christian-Wendt-Orgel. Sie bringen unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach, Peter Cornelius, Felix Mendelssohn Bartholdy und Josef Rheinberger zu Gehör. Der Eintritt ist frei. Am Ende des Konzertes erbitten die Veranstalter eine großzügige Spende, die zu 100 Prozent als Grundstock für die Wiederherstellung der zerstörten Orgel zur Verfügung gestellt wird.

Bürgermeister Peter Jansen begrüßte die spontane, gute Idee und signalisierte sofort Unterstützung der Stadt, nachdem Pfarrer Werner Rombach und Kantor Knauer bei ihm vorstellig geworden waren. Jansen hat inzwischen mehr über die Einsturzursache erfahren. Nach seinem Wissen sollen Unmengen von Taubenkot dafür verantwortlich sein. Die Hilfsaktion der Erkelenzer Pfarrei sieht er als wichtig und erforderlich an. Saint James mit seinen gerade einmal 25 Verwaltungsmitarbeitern sei allein einfach nicht in der Lage, den Schaden zu beheben: "Da kommt unsere Aktion gerade richtig, um auch in Frankreich Öffentlichkeit herzustellen nach dem Motto: 'Seht her, deutsche Freunde helfen', da können wir als Franzosen nicht außen vor bleiben." Viele Jahre habe es in Lövenich keine Orgelkonzerte gegeben, erinnerte Knauer. Nachdem die Orgel umfassend saniert wurde, wird sie mit diesem Benefizkonzert dem breiten Publikum vorgestellt. Dass die Sanierung auch in Saint James gelinge, hofft nicht nur Knauer, sondern auch Ulrich Wendt, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Erkelenz und Mitglied im Verein Erkelenz International: "Es gab bei unseren Besuchen in Saint James immer Konzerte in der Kirche, unter anderem mit dem Cornelius-Burgh-Chor." Die fast zerstörte Orgel sei eine der schönsten und wichtigsten in Frankreich gewesen. Wie Knauer wusste, war sie ursprünglich für eine Kirche in Paris gedacht. Dort wurde sie 1894 aufgebaut, 1926 kam sie in die Erkelenzer Partnerstadt.

Pfarrer Rombach hat inzwischen mit der Pfarrgemeinde in Saint James telefoniert. Dort sei man "hoch erfreut" über die Aktion in Erkelenz. Die spontane Hilfe sei ein Beleg dafür, dass Partnerschaft nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Zeiten funktionieren kann und muss. Und nicht nur er, sondern auch der Bürgermeister hofft, dass durch diese Unterstützung aus Erkelenz die Partnerschaft einen neuen Anschub erhält: "Bei allem Schlimmen kann darin auch eine Stärkung der Jumelage liegen."

(kl)
 
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