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Erkelenz
Bescheidene Wünsche fürs Baby

Erkelenz. Noch sind sie ganz klein, und schon steht das erste Weihnachtsfest für die Neugeborenen vor der Tür. Große Emotionen sind es, die die ersten Tage mit Baby prägen. Auf die Zukunft angesprochen, bleiben die Eltern alle sehr bescheiden. Von Anke Backhaus

Die zweieinhalbjährige Jule kann nicht aufhören, ihr Brüderchen Jano, geboren am 18. Dezember, anzusehen. Vorsichtig streichelt sie ihn und freut sich, dass er endlich geboren ist. Die Eltern sind Saskia und Ingo Gormanns. "Das Familienleben wird mehr Power bekommen", sind sie überzeugt. Sie freuen sich, dass ihre Kinder zusammen aufwachsen können. "Planen kann man ohnehin nichts", sagt Papa Ingo, der wie seine Frau schon ahnt, "dass es eine Herausforderung für Jule sein wird, das Prinzessinnendasein aufzugeben." Szenen wie diese sind alltäglich auf der Geburtsstation des Hermann-Josef-Krankenhauses. Stand jetzt, scheint die Zahl der Geburten des Jahres 2017 wohl wieder vierstellig zu werden - rund 1000 Babys werden dann in Erkelenz das Licht der Welt erblickt haben.

Zurück zu Jule. Sie hat Mamas wachsenden Bauch in der Schwangerschaft beobachtet. Mit ihrer Puppe Krümel hat sie das Wickeln eines Babys geübt.

Für Melanie ist ihr kleines Söhnchen Moritz, der am 14. Dezember das Licht der Welt erblickte, das erste Kind. "Das Leben mit ihm wird spannend. Mal sehen, ob er es auf den Kopf stellt", sagt die junge Frau. Auch sie hat keine besonderen Pläne für die Zukunft. "Das wäre zu riskant. Das lasse ich auf mich zukommen. Wir hatten eine problemlose Schwangerschaft und positive erste Tage", berichtet Melanie. Sie hofft, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind wächst. Sie hat Besuch von Schwester Helga, die Moritz, der deutlich macht, dass er Hunger hat, kurz übernimmt und im Arm wiegt. Die erfahrene Schwester weiß, wie man ein kleines Bündel Leben beruhigt, während Melanie Zeit bekommt, um sich auf Moritz' nächste Mahlzeit vorzubereiten.

Im Zimmer nebenan hat eine Familie eine turbulente Nacht hinter sich. Ein Zettel an der Tür macht darauf aufmerksam, dass Mutter und Baby nicht viel Schlaf bekommen haben. Dennoch sind sie bereit, vom Zauber, Eltern zu werden, zu erzählen. Jasmin Zimmer und Daniel Lieb sind die Eltern von Vincent, geboren am 16. Dezember. Er schlummert ruhig bei Papa, während sich Mama von der Nacht erholt. "Unsere erste Hoffnung ist erfüllt - nämlich dass Vincent gut und gesund geboren wird. Ansonsten denken wir, dass wir in unsere Elternrolle hineinwachsen werden", sagt die junge Mutter.

Auch Désirée Rüffer und Matthias Krampe schätzen im Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus die Möglichkeit des Familienzimmers. "Das wird sehr gerne genutzt", berichtet Schwester Helga, "für die jungen Familien ist das sehr wichtig." Die kleine Malea ist am 16. Dezember geboren, schläft auf Papas Bauch und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Für das Paar ist Malea das erste Kind. "Wir wünschen uns, dass sie vernünftig durchs Leben kommt. Es ist egal, ob sie komplett erfolgreich werden wird - sie soll glücklich und zufrieden werden", sagt Mama Désirée. Papa Matthias fügt hinzu: "Glück, Gesundheit und Zufriedenheit, das ist das Wichtigste."

Daniela und Dennis Meier-Ernst erleben das Wunder der Geburt bereits zum dritten mal. Nach Zoe (8) und Meliyah (3) gehört nun auch Derek, der am 18. Dezember geboren wurde, zur Familie. "Wir haben uns bewusst für ein drittes Kind entschieden", sagt Mama Daniela. Lange hat die Familie darüber nachgedacht. Daniela Meier-Ernst spricht dabei vor allem einen ganz wichtigen Aspekt an: "Als Familie muss man sich schon die Frage stellen, wie man das künftig finanziell stemmt. Das sind wichtige Gedanken, die man sich heutzutage einfach machen muss." Aber auch mit dem dritten Kind erlebt das Elternpaar wieder alles neu, wie es gemeinsam betont. "Wir sind insgesamt tiefenentspannt und hoffen, dass er gesund groß wird."

Drei Wochen eher als erwartet ist die kleine Lisa Marie am 15. Dezember geboren. Sie ist das zweite Kind von Stefanie, die mit dem fünfjährigen Luca schon einen Sohn hat. Das Mädchen ist 44 Zentimeter winzig, aber gesund. Ihre Mutter hat nur die Hoffnung, "dass sie die Temperatur hält, dann können wir nach Hause".

Andreea Jansen, Mutter von Maria, sowie Marina, Mutter von Sophie, beide am 18. Dezember geboren, warten derweil auf den Kinderarzt. Beide erzählen von sehr emotionalen ersten Tagen. Auch diese beiden äußern keine übertriebenen Wünsche: "Wir hoffen nur auf Glück und Gesundheit."

Quelle: RP
 
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