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Erkelenz
Besucherrekord beim Electrisize: Junge Leute feiern in Hohenbusch

Fotos: So war das Electrisize Festival 2016
Fotos: So war das Electrisize Festival 2016 FOTO: Laaser, Jürgen
Erkelenz. 10.000 Besucher erlebten am Wochenende die siebte Auflage des Electrisize-Festivals rund um Haus Hohenbusch. 50 internationale Künstler legten auf. Zum ersten Mal gab es vier statt drei Bühnen. Von Natalie Urbig

Die Menge pulsiert, sie springt, reißt die Arme in die Luft. Sie ist dran am Beat, an dem Rhythmus, den ihr der DJ vorgibt. Explosionsartig setzt der Bass ein, ergreift die Menge und bringt sie in Bewegung. Nicky Romero sitzt am Mischpult; über seine Regler steuert er nicht nur das Tempo, sondern auch die tanzende Masse vor ihm: "One, two, three come on", ruft er.

Während der 90 Minuten, die Nicky Romero auf der Bühne ist, fügt sich alles zusammen: Das Licht der Bühne blitzt im Takt, Feuer flammt auf, aus einer Kanone schießt ein Schwall glitzerndes Konfetti - gemeinsam mit der feiernden Menge ergibt sich ein perfekt abgestimmtes Bühnenbild. Nicky Romero ist der einzige Künstler, der zum Electrisize-Festival einen eigenen Lichtjockey mitgebracht hat. Vor wenigen Wochen war der niederländische DJ noch auf dem Tomorrowland in Belgien. Bei der siebten Electrisize-Auflage gehört er zu den Headlinern.

Als "supernetten Kerl" beschreibt ihn Jan Hülsen, Leiter des Backstage-Bereiches und des "Artist Handling." Er betreut die Künstler auf dem Electrisize-Festival und sorgt hinter den Kulissen dafür, dass sie rundrum versorgt werden. Getränke etwa stehen für sie auf Bestellung bereit. "Es war noch nichts dabei, was mich komplett geschockt hat", sagt Hülsen und deutet auf die Getränkekübel, die den Künstlern auf die Bühne gebracht werden. In diesem Jahr waren es Größen wie "Headhunterz", "Dada Life" und "Dannic", die die Hauptbühne betreten haben. Insgesamt legten 50 internationale Künstler auf: "Wir haben den Ruf, ein Näschen für gute Bookings zu haben", sagt Mitorganisator Dominik Mercks von KulturGarten. Neben den Szenegrößen bedeutet das auch Künstler mit Perspektive einzuladen, sozusagen die Stars von Morgen. Das dritte Standbein sind die regionalen Künstler, wie DJ Timbo aus Erkelenz, der zu den angesagten House- und Electro-Djs in NRW zählt. Für gewöhnlich gibt es bei Electrisize keine Doppelbuchungen - mit einer Ausnahme: Der Stuttgarter "Le Shuuk" hat sich im letzten Jahr unter den Electrisize-Besuchern als Publikumsliebling hervorgetan. "Da war klar, den laden wir wieder ein", sagt Mercks.

Das Wochenende voller elektronischer Klänge beginnt für viele Besucher am Freitagmittag: Scharen junger Leute strömen durch die Felder zum Festivaleingang des Klosters Haus Hohenbusch. Shuttlebusse spucken im 30-Minuten-Takt Ladungen von Feierfreudigen aus. Schon auf den Feldwegen hören sie die ersten Beats der Tapuya-Stage, der Bühne, die in Dschungeloptik gehalten ist und sich den minimalistischen Klängen verschrieben hat. Gleich nach der Sicherheitskontrolle tauchen die Liebhaber der elektronischen Musik in eine andere Welt ein. Den Alltag lassen sie hinter den Klostermauern zurück, auf dem Gelände gibt allein der Bass den Takt an. Ein kleines Festivaldorf ist dort entstanden: Mädchen mit Blumenkränzen und Fransentaschen, Männer in Festival-T-Shirts, mit Supermann-Umhängen oder grünen Partyhüten sind kein seltener Anblick. Sie schlendern vorbei an den Verpflegungszelten und dem Verkaufsstand, der in diesem Jahr mit dem Erkelenzer Merchandise-Versand "Erdbeerloft

kooperiert hat. Hängematten, Liegestühle und Sitzkissen laden zum Verweilen ein. Es ist das gelungene "Drumherum", das auch Besucher anzieht, die elektronische Musik sonst nicht auf ihre Playlist setzen.

Bis zur letzten Minute waren die Veranstalter mit dem Aufbau beschäftigt. Nach dem regnerischen Start am Donnerstag mit einer "Opening-Party" auf dem Campingplatz dichteten sie die Wege auf dem Festivalgelände mit einer extra Ladung Rindenmulch ab.

Die siebte Electrisize-Auflage hat sich zahlenmäßig überboten und die 10.000 Besuchermarke knapp geknackt. Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr vier statt drei Bühnen. Eine von ihnen widmete sich ganz dem "Hardstyle", der bisher nur am Rande aufgelegt wurde, die vierte wurde von dem Kult-Radiosender Fantasy Dance FM mit den Clubs Himmerich und Starfish geführt. Auch der Radius der Besucher zieht immer weitere Kreise: "Die ersten, die auf den Campingplatz ankamen, sind um 4 Uhr morgens aufgebrochen - sie kommen aus Südbayern", erzählte Mercks. "Unglaublich", findet Katja Adolph, eine Besucherin der ersten Stunde, die Entwicklung, die Electrisize mitgemacht hat. Trotzdem bleibe die familiäre Atmosphäre erhalten: "Ich treffe jedes Jahr viele Bekannte", sagt die 28-jährige Erkelenzerin. Andere Besucher heben die Vielseitigkeit hervor. So auch Jan Niklas Huneck (18) und Marian Iske (19) aus dem Sauerland, die zum ersten Mal dabei waren. Aufmerksam sind sie durch Flyer geworden. Die "Hardsize-Bühne" habe sie gelockt. "Wenn's passt, sind wir im nächsten Jahr wieder hier."

Quelle: RP
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