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Erkelenzer Land
Bezirksbeamte - die Gesichter der Polizei

Erkelenzer Land: Bezirksbeamte - die Gesichter der Polizei
FOTO: Speen
Erkelenzer Land. Die Polizei schickt im Kreis Heinsberg mehr Bezirksbeamte auf die Straßen als sie rechnerisch müsste. "Uns ist diese Aufgabe wichtig", sagt Direktionsleiter Reiner Schiffer und begrüßt neue Bezirksbeamte und einen Bezirksdienstleiter. Von Andreas Speen

Polizisten im Bezirksdienst sind das Gesicht der Polizei. Gerne sind sie zu Fuß unterwegs, manchmal im Wagen oder auf dem Dienstfahrrad. Sie sind für die Menschen ein erster Ansprechpartner bei kleineren oder größeren Nöten und Sorgen. Sie sind ein Scharnier zwischen den Bürgern auf der einen und dem großen Polizeiapparat auf der anderen Seite. Jetzt hat die Polizei für den Kreis Heinsberg fünf neue Gesichter vorgestellt, die künftig als Bezirksbeamte oder Leiter des Bezirksdienstes in Erkelenz und Wegberg, aber auch in Selfkant und Heinsberg, unterwegs sein werden.

Stefan von den Driesch hat die Leitung des Bezirksdienstes für Erkelenz, Hückelhoven, Wegberg und Wassenberg übernommen und damit gleichzeitig die stellvertretende Wachleitung in Erkelenz. Er folgt auf Arno Sieberichs, der Leiter der Wache in Heinsberg werden konnte. "Wir Bezirksbeamten sind das Gesicht der Polizei", gibt Stefan von den Driesch für sich und seine neuen Mitarbeiter als Losung aus. Mit Reiner Schiffer, der seit vier Monaten Leiter der zuständigen Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz im Kreis Heinsberg ist, beschreibt der Polizeihauptkommissar einige wesentliche Aufgaben eines Bezirksbeamten: Er zeigt sichtbare Präsenz, er pflegt Kontakte zu Kindergärten, Schulen und Vereinen, er wirkt an Ordnungspartnerschaften mit oder betreut Sportveranstaltungen wie die Viertligaspiele in Wegberg-Beeck.

Die neuen Bezirksbeamten sind die ersten Tage im Dienst. Wofür sie stehen und wofür sie da sind, beschreiben Volker Jansen (Wegberg), Gerhard Kohlen (Erkelenz), Marcus Cremers (Heinsberg) und Josef Wolters (Selfkant). "Nehmen wir zum Beispiel häusliche Gewalt", erklärt Kohlen. "Im akuten Fall kommt zunächst der Streifenwagen, und im Anschluss daran kommen wir, um die Situation in den nächsten Tagen zu überwachen." Ebenfalls in den Tagen danach "suchen Bezirksbeamte die Opfer von Einbrüchen auf, um mit ihnen den Fall aufzuarbeiten", ergänzt Schiffer.

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Viel bewegen sich die Bezirksbeamten zu Fuß in ihren Orten. Nur einen oder zwei Tage im Monat sind sie noch in den Wach- und Wechseldienst eingebunden, aus dem alle herstammen. "80 Prozent zeigen wir Präsenz auf der Straße, 20 Prozent sind wir im Büro", rechnet Wolters vor. "Es wird angenommen, wenn ich zu Fuß in meinem Bezirk unterwegs bin. Die Menschen sprechen mich an. Im Selfkant wird man im Streifenwagen sogar noch gegrüßt." Es handele sich bei den Bezirksbeamten um ein "bewährtes System", um mit den Bürgern in Kontakt zu kommen, sagt Schiffer. Früh werden diese Kontakte aufgebaut. Gerade besuchen alle Bezirksbeamten - die vier neuen wie auch die 20 bisherigen - die i-Dötzchen im Kreisgebiet. "Wir zeigen ihnen, wie sie ihren Schulweg sicher gestalten können", erzählt Cremers. Wie nötig das sei, habe er selbst bei diesen Gelegenheiten feststellen müssen: "Obwohl ganze Schulklassen am Fahrbahnrand standen und trotz meiner erkennbaren Anwesenheit, sind während meiner vier Termine fünf Autos einfach durchgefahren, ohne auf die Kinder zu achten."

14 Bezirksbeamte und deren Leiter gehören jeweils zur Polizeiwache in Erkelenz und Heinsberg. Ziel ist ein Beamter pro 10.000 Einwohner, wozu Direktionsleiter Reiner Schiffer erklärt: "Wir haben damit kreisweit etwas mehr Bezirksbeamte als rechnerisch notwendig wären, weil uns diese Aufgabe wichtig ist." Dass ihre Arbeit geschätzt wird, hat Jansen in seinen ersten Tagen bereits öfter gehört. Er ist einer von drei Bezirksbeamten in Wegberg, zu dessen Aufgabenprofil auch gehört, die Fans bei Fußballspielen des FC Wegberg-Beeck zu betreuen. "Mein Vorgänger war 17 Jahre hier, und die Bürger sind sehr froh, dass es für sie weiterhin einen Ansprechpartner vor Ort gibt." Bezirksbeamte seien wichtige Bausteine in der Polizeiarbeit.

Quelle: RP
 
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