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Erkelenz
Bildserien spielt mit Farben und Formen

Erkelenz: Bildserien spielt mit Farben und Formen
Iris Nestler hat den Kreis als Hauptmotive ihrer Bilder gewählt. Für sie ist der das familiäre Element, die Beziehungsebene, er ist das Zusammengehörige und Kommunikative, der aber auch Brüche und Trennungen aushalten muss. FOTO: rerü
Erkelenz. Die in Linnich lebende Künstlerin Iris Nestler stellt Malerei, Objekte und Zeichnungen unter dem Titel "Segmente" in Haus Spieß aus. Mit Zeichnungen, die sie in der ersten Etage zeigt, betrachtet sie die Welt mit einem Augenzwinkern. Von Renate Resch-Rüffer

"Das Werk von Iris Nestler ist in medialer, thematischer und bildsprachlicher Hinsicht überaus vielseitig und weist zugleich eine große Experimentierfreudigkeit auf", charakterisiert Dagmar Preising von Suermondt-Ludwig-Museum Aachen die Arbeiten der Künstlerin und Kunsthistorikerin Iris Nestler. In Malerei, Objekte und Zeichnungen zeigt sich ihr Repertoire. "Segmente" wählte sie als Titel der Ausstellung in Haus Spieß, denn Segmente haben für Iris Nestler symbolischen Gehalt. "Es gibt nicht immer das exakt Gleiche, aber das Ähnliche, was sich dann jedoch ergänzt", erläutert sie.

Ihre Serie "Segmentbilder" zeigt als Hauptmotiv den Kreis, der durch vertikale und horizontale Linien und Verstrebungen durchbrochen wird. Dadurch entstehen Verflechtungen und Gitterstrukturen. Verbunden mit starken Kontrasten und reinen Farben zeigen sich die Variationen sehr ausdrucksstark. Für Iris Nestler drückt dieses Motiv das familiäre Element aus, die Beziehungsebene, es ist das Zusammengehörige und Kommunikative. Auch dabei tauchen Brüche auf, Trennungen und Unterbrechungen entstehen, die dann wieder zu etwas Neuem führen. Auf den zweiten Blick wird sichtbar, dass es die Grunderfahrungen im Leben sind, die die Künstlerin hier verarbeitet.

"Ich experimentiere gerne", erzählt sie. Verschiedene Techniken vereint sie in einem Bild oder einer Zeichnung. Kohle, Bleistift, Tusche, Aquarell und Acryl-Technik finden sich in ihren Arbeiten. "In der Malerei dreht sich alles um Form, Farbe, Symbol, Originalität und Aura . . . die Möglichkeiten ihrer Kombination sind unendlich", formuliert sie.

Iris Nestlers Inspirationsquelle ist die Kunstgeschichte: "Durch sie habe ich viele Themen, die mir im Kopf herumschwirren und die ich bildnerisch verarbeite. Wenn ich ein Thema kunsthistorisch verarbeitet habe, fließt das auch in meine malerischen Arbeiten mit ein." Die theoretische Arbeit über einen Künstler setzt die Kunsthistorikerin anschließend in ihre eigene Malerei um. "Ich habe mich dann so stark mit der Formensprache beschäftigt, dass ich damit Experimente mache, um zu sehen, wie viel Symbolik dahinter steckt", sagt sie, "es ist ein malerisches Erforschen von Kunstgeschichte."

Mit den Zeichnungen, die in der ersten Etage von Haus Spieß am Franziskanerplatz gezeigt werden, betrachtet Nestler die Welt mit einem Augenzwinkern. "Das Karikative, Humorvolle mag ich sehr gerne." Der Mensch ist Thema ihrer Zeichnungen, karikativ oder tiefsinnig in tierischen Metaphern. Ihre Porträts entstehen aus Situationen des Lebens und haben Bezug zu ihrer Realität, wie die alte Dame, die ihrer Großmutter ähnelt, oder die Rabenmutter mit ihrem Kind, genannt "Elternzeit".

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich, verlegt vom Mönchengladbacher Kühlen Verlag. Die Fotos und die Grafik sind von der Künstlerin selbst. Bereits seit 15 Jahren arbeitet Iris Nestler mit diesem Verlag zusammen.

Quelle: RP
 
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